Wasser: Sorgsamer Umgang mit kostbarem Gut

Wölfersheim
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Wasser ist ein kostbares Gut, das man leider oft nur dann zu schätzen weiß, wenn es nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit geworden, den Hahn aufzudrehen und frisches, sauberes Trinkwasser zu erhalten.

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Doch Trinkwasserreserven werden auch bei uns knapper. Anlässlich des Weltwassertages trafen sich Bürgermeister Eike See und Bauabteilungsleiter Thomas Größer mit Wassermeister Dieter Bonarius am Wölfersheimer Röhrbrunnen, um einen Blick auf die historische Wasserversorgung der Gemeinde zu werfen. Mit einer Informationsreihe über die historische Wasserversorgung möchte man Bürgerinnen und Bürger zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Trinkwasser bewegen.

Noch heute plätschert es im Wölfersheimer Ortskern rund um die Uhr und das wohl seit mehreren hundert Jahren. Der Röhrbrunnen diente bis 1906 als Trinkwasserlieferant für das ganze Dorf. Er lieferte außerdem das Wasser, um die Tiere zu tränken. Bereits 1616 wird erstmals der „gemeine Röhrbrunnen“ erwähnt. Seit dem Spätmittelalter wurden die Quellen aus dem „Tiefen Graben“ und vom Bornberg zu Brauhaus, Weiher,  Weed und Röhrbrunnen geleitet. Das Wasser stammt noch heute aus den Brunnenkammern vom Bornberg. Von dort fließt es über Leitungen in den Röhrbrunnen und von dort in den natürlichen Wasserkreislauf.

Ein Teil des Wassers wird jedoch entnommen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, aber auch der Bauhof nutzen das Wasser zum Gießen. „Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Bürgerinnen und Bürger diese Möglichkeit nutzen. Durch die Auflageflächen kann man sich bequem mit Eimern, Kanistern oder Gießkannen Wasser holen“, so Bürgermeister Eike See. Das Wasser an den Brunnen sei nicht nur kostenlos, sondern entlaste auch die Trinkwasserversorgung der Gemeinde.

Wie Wassermeister Bonarius berichtet, schwankt die Wassermenge im Röhrbrunnen. In den Sommermonaten sei die Durchflussmenge wesentlich geringer. Dennoch stünden pro Stunde etwa 1.600 Liter Wasser zur Verfügung. In den vergangenen Jahren konnte man jedoch eine Reduktion der Durchflussmenge beobachten. Um dies künftig besser im Blick zu behalten, sollen künftig regelmäßige Messungen durchgeführt werden.

Auch an anderen Stellen ist die Menge des zur Verfügung stehenden Wassers begrenzt. Die ovag hat daher vor einigen Monaten eine Wasserampel eingeführt, die Aufschluss über die Versorgungssituation gibt. Sie steht bereits seit einiger Zeit durchgängig auf gelb. Sollte die zur Verfügung stehende Trinkwassermenge weiter fallen und die Ampel auf rot stehen, dann kann es zu einer Reduzierung der Wasserlieferung kommen.

„Es ist für die meisten schwer vorstellbar, was das bedeutet. Das Thema Wasser wird uns daher in den nächsten Jahren intensiv begleiten. Wir fordern deshalb bereits jetzt alle Bürgerinnen und Bürger zu einem sorgsameren Umgang mit Wasser auf und appellieren, wann immer es möglich ist, auf Alternativen zum Trinkwassernetz zurückzugreifen. Das Wasser in unseren öffentlichen Brunnen wird nicht kontinuierlich untersucht und ist daher nicht als Trinkwasser geeignet. Es eignet sich aber hervorragend zum Gießen im Garten und an vielen anderen Stellen“, so Bauabteilungsleiter Thomas Größer. Wie Bürgermeister Eike See mitteilt, will auch die Gemeinde hierbei mit gutem Beispiel vorangehen. Im vergangenen Sommer hat der Bauhof bereits, soweit es möglich war, auf Entnahmen aus dem Trinkwassernetz verzichtet.

„Wir arbeiten bereits seit vergangenem Jahr an einem Wasserkonzept, in dem wir die verschiedensten Aspekte des Themas in unserer Gemeinde beleuchten. Es soll ähnlich dem Seekonzept als Leitfaden für unser künftiges Handeln dienen und soll auch politisch intensiv beraten werden. Den Weltwassertag haben wir zum Anlass genommen, bereits jetzt auf das Thema hinzuweisen“, so Bürgermeister See.  

Der Weltwassertag, zu dem die Vereinten Nationen (VN) seit 1993 aufrufen, erinnert alljährlich an die Besonderheiten der essenziellsten Ressource allen Lebens. Der Weltwassertag 2021 steht unter dem Motto „Valuing Water“: „Wert des Wassers“. Mit diesem Jahresthema wollen die VN Menschen dazu aufrufen, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Dies geht weit über den finanziellen Gesichtspunkt hinaus und umfasst auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert von Wasser.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein unverzichtbares Gut. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernder Konsummuster und dem Bevölkerungswachstum sollen die Menschen sich mehr Klarheit über die Rolle und Leistungen des Wassers in allen Bereichen ihres Lebens und für die biologische Vielfalt verschaffen. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können.

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