Auch regionale Fachmärkte kämpfen mit der Krise

Wölfersheim
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Wohnung ausmisten, Wände neu streichen - im ersten und auch während des zweiten Lockdowns haben viele die Zeit genutzt und wurden zu richtigen Heimwerkern. Während Baumärkte und Fachmärkte gerade im vergangenen Frühjahr einen großen Boom verzeichneten, kämpfen sie nun seit gut neun Wochen auch mit den harten Einschränkungen.

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Wie es regionalen Fachmärkten in der aktuellen Situation geht, darüber haben sich Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Bürgermeister Eike See bei der Firma Isterling in Wölfersheim erkundet.

Antje und Torben Isterling betreiben den familienbetriebenen Fachmarkt in Berstadt. Bau- und Gartenfachmärkte gelten als Gewinner der Coronakrise. Zumindest auf den ersten Blick. Zurückblickend auf das letzte Pandemiejahr fasst Torben Isterling die Lage zusammen: “Im letzten Frühjahr und Sommer konnten wir Zuwächse verzeichnen. Die Menschen, die nicht in den Urlaub gefahren sind, haben es sich zu Hause gemütlich gemacht.“ Durch viele Sanierungs-, Renovierungs- und Verschönerungsprojekte haben sich die Menschen im Lockdown abgelenkt. „Jetzt sieht es allerdings schon wieder anders aus. Der Betrieb muss unter deutlich erschwerten Bedingungen aufrechterhalten werden.“

Geöffnet ist der Fachmarkt momentan ausschließlich für gewerblich tätige Handwerkerinnen und Handwerker. Bedeutet: Kunden mit Gewerbeschein können weiterhin in die Läden. Personen ohne Gewerbeschein können nur unter bestimmten Voraussetzungen bestellen. Vorab kann die Ware beispielsweise telefonisch im Markt bestellt und anschließend abgeholt werden. Die Kunden betreten dabei nicht den Laden. „Es gibt natürlich einige, die sich nicht daran halten wollen. Die meinen, sie könnten gemütlich im Markt einkaufen“, so Antje Isterling. „Im Vergleich zu anderen Branchen kommen wir noch recht gut durch die Krise. Aber auf Dauer ist das auch keine Lösung.“

„Den Lockdown einfach nur zu verlängern ohne Perspektiven oder Pläne für eine Wiedereröffnung der Geschäfte zu präsentieren, ist zu wenig“, kritisiert auch der Wölfersheimer Bürgermeister Eike See. „Entscheidungen, welche und ob Ware bestellt wird für die nächste Season, müssen jetzt getroffen werden. Wie sollen Unternehmen diese Entscheidungen fällen, wenn sie nicht wissen, wie es weitergeht. Wenn uns immer mehr Unternehmen und Einzelhändler wegfallen, dann bedeutet dies immense Einbußen auch für uns Kommunen. Kommunale Einnahmen brechen weg und zugleich steigen Ausgaben.“

Dem stimmt auch Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch zu: „Wir müssen weiterhin mit den Betroffenen im Gespräch bleiben, uns ein Bild über die Lage machen, und entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringen. Auch bei Isterling hat sich ein klares Bild gezeigt: Ein Lockdown ohne Fahrplan für Mittelstand, Unternehmen und Einzelhandel ist verhängnisvoll. Staatliche Hilfen bringen auch weiterhin keine wirksame Unterstützung. Sowohl für den Einzelhandel als auch für das Gewerbe sind die verfügbaren und angekündigten Überbrückungshilfen nur bedingt passend. Wenn wir nicht wollen, dass wir leere Innenstädte erhalten und uns alt eingesessene Familienbetriebe wegfallen, dann müssen wir jetzt handeln. Wir brauchen ein auf Dauer angelegtes Förderprogramm. Hier kann auch der Kreis als Impulsgeber agieren.“

Foto: Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Bürgermeister Eike See zu Besuch bei Ante und Torben Isterling.

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