Freie Wähler kritisieren überstürzten Austritt aus Tierheim Wetterau

Reichelsheim
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Die Freien Wähler Reichelsheim zeigen sich tief enttäuscht über die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, die Mitgliedschaft im Tierheim Wetterau e.V. zu kündigen – und das trotz massiver Bedenken, offener Fragen und ohne die notwendige Transparenz.

Mit 13 zu 12 Stimmen wurde zuvor der Antrag der Freie Wähler abgelehnt, das Thema in den Haupt- und Finanzausschuss zu verweisen. Dort sollten sachlich und gemeinsam mit den Vorständen beider Tierheime – Tierheim Wetterau und Tierheim Elisabethenhof – offene Fragen geklärt und ein tragfähiger Lösungsweg diskutiert werden.

Wir wollten Transparenz, Fachgespräche und eine fundierte Entscheidungsgrundlage – die SPD-Mehrheit wollte den sofortigen Austritt. Damit wurden Dialog und Sacharbeit bewusst verhindert“, so Cenk Gönül, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.

Austritt trotz ungeklärter Risiken – nur zwei CDU-Mitglieder stimmten mit denn Freie Wähler dagegen

Beim entscheidenden Antrag – der Kündigung der Mitgliedschaft im Tierheim Wetterau – stimmten:

  • SPD geschlossen dafür,
  • vier CDU-Abgeordnete dafür,
  • nur zwei CDU-Vertreter gemeinsam mit uns Freien Wählern dagegen.

Gönül:
„Damit wurde eine Entscheidung gefällt, die weit über Reichelsheim hinaus Folgen haben wird. Der Austritt kann eine Kettenreaktion auslösen, die das gesamte Tierheim Wetterau gefährdet. Das wäre ein massiver Schaden für den Tierschutz in der gesamten Region.“

Ausschussberatung verhindert – außerordentliche Mitgliederversammlung unmöglich gemacht

Die Freien Wähler hatten gefordert:

Klärung aller offenen Fragen an beiden Tierheime, gemeinsame Beratung mit beiden Tierheimeinrichtungen, Transparenz über die tatsächlichen Fallzahlen, Kosten und Zuständigkeiten, sowie die Einleitung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aller Mitgliedskommunen des Tierheims Wetterau.

„Diese Versammlung wäre dringend nötig gewesen, um gemeinsam – mit allen Bürgermeistern, Kommunen und dem Vorstand – Alternativen zu prüfen:
 optimierte Bauweise, alternative Standorte,
 Kostenreduktion, gemeinsame Finanzierungsmöglichkeiten.“

Doch auch diese Initiative wurde durch die SPD-Mehrheit blockiert.

„So entsteht Politik des Durchdrückens, nicht des Dialogs“

„Wir halten diese Vorgehensweise für falsch und respektlos gegenüber allen 22 Mitgliedskommunen, die seit Jahrzehnten solidarisch zusammenarbeiten“, erklärt Gönül weiter. „Reichelsheim war seit 1991 Teil dieses Verbundes. Man kann sich nicht 30 Jahre lang Vorteile sichern und im entscheidenden Moment einfach den Rücken kehren.“

Freie Wähler: Verantwortung endet nicht, wenn sie Geld kostet

Besorgt zeigen sich die Freie Wähler auch hinsichtlich der Darstellungen des Magistrats, die teils im Widerspruch zu öffentlich bekannten Zahlen stehen – etwa zu Fundtieraufnahmen der vergangenen Jahre und den Kostenverpflichtungen. Dies zeigt auch die jüngste Kritik aus der Bevölkerung und mehreren Leserbriefen.

„Viele Fragen sind offen geblieben – trotzdem wurde der Austritt beschlossen. Das ist nicht die politische Kultur, für die wir stehen. Wir werden weiter für Transparenz und für den Tierschutz eintreten, denn Verantwortung kann man nicht kündigen.“



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