"Mit dem geplanten Bau eines neuen 30 Hektar großen TenneT-Umspannwerks südlich von Beienheim geraten erneut wertvollste Ackerflächen der Wetterau unter Druck", kritisiert Cenk Gönül, Vorsitzender der Freien Wähler Reichelsheim und stellvertretender Vorsitzender im Wetteraukreis.
Und weiter: "Diese Böden gehören zu den fruchtbarsten in Deutschland – und sie sollen für die Versorgung der Rhein-Main-Region, allen voran Frankfurt, geopfert werden. Wir haben nichts gegen die notwendige Sicherung der Energieversorgung – im Gegenteil. Aber muss immer das Umland den Kopf hinhalten? Erst wird unser Trinkwasser für Frankfurt und die Metropolregion abgepumpt, jetzt sollen unsere besten landwirtschaftlichen Flächen für die Energiewende geopfert werden. Wo bleibt die gerechte Verteilung der Lasten?“
Bodenvernichtung in großem Stil – Alternativen prüfen
Die geplante Anlage würde auf einer Fläche entstehen, die über Generationen hinweg von Landwirten bewirtschaftet wurde. „Das sind keine Brachflächen, das sind Höchstleistungsböden, die die Ernährungssicherheit mit garantieren. Boden ist nicht vermehrbar! Es kann nicht sein, dass Milliarden in den Netzausbau fließen, während man gleichzeitig für 2 oder 3 Euro pro Quadratmeter die Landwirte abspeisen will, deren Existenz damit gefährdet wird. Das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die unsere Lebensmittelversorgung sichern“, so Gönül weiter.
Energiesicherheit ja – aber nicht auf Kosten von Landwirtschaft und Region
Die Freien Wähler fordern, dass Alternativstandorte ernsthaft geprüft werden, etwa Konversions- oder Industrieflächen, die bereits versiegelt sind. „Wir müssen uns ehrlich fragen, ob es gerechtfertigt ist, die wertvollsten Böden Hessens zu zerstören, während gleichzeitig Flächen an anderer Stelle ungenutzt liegen“, so Gönül.
Frankfurt muss seinen Beitrag leisten
„Frankfurt und die Metropolregion wachsen und profitieren – aber immer wieder sind es die ländlichen Regionen, die die Opfer bringen. Sei es bei der Trinkwasserversorgung, sei es nun bei der Bodenvernichtung für Infrastruktur. Wenn es um Millionen- und Milliardenprojekte geht, darf die Region nicht nur die Lastenträgerin sein. Hier ist mehr Ausgleich, mehr Verantwortung und ein fairer Dialog nötig.“
Fazit
„Energiesicherheit ist wichtig, aber sie darf nicht blind gegen Landwirtschaft und Natur ausgespielt werden. Wir fordern einen offenen Dialog, faire Entschädigungen für Landwirte und vor allem eine ernsthafte Prüfung von Alternativen. Die Wetterau darf nicht zur Verfügungsmasse der Großstadt werden“, schließt Cenk Gönül.
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