Reichert-Dietzel/Gnadl: "Wälder wichtig für Hochwasserschutz"

Ranstadt
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Hessen ist zusammen mit Rheinland-Pfalz das waldreichste Bundesland Deutschlands. Dadurch können wir bei uns vor Ort aber auch besonders deutlich sehen, welche Auswirkungen Wassermangel und Klimawandel auf den Waldbestand hat.

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Dies war auch Thema eines Gesprächs zwischen der Ranstädter Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel und der örtlichen Landtagsabgeordneten Lisa Gnadl (beide SPD) während eines Rundgangs durch die Wälder bei Ranstadt.

Reichert-Dietzel setze sich dafür ein, Maßnahmen umzusetzen, die Regenwasser in den Wäldern halten. „Gerade weil bei uns in der Region viele Wälder auf Bergkämmen und an den Hängen bestehen, ist das besonders wichtig“, so die Ranstädter Bürgermeisterin. Dabei seien viele kleine Maßnahmen mindestens so wirkungsvoll wie vereinzelte Großprojekte. So bemüht sich Reichert-Dietzel etwa um die Aufweitung von Gräben zu Grabentaschen, in denen sich das Wasser sammeln und versickern kann. „Das hat gleich mehrfachen Nutzen: Erstens halten wir so das Wasser im Wald, wo es dann den Bäumen zur Verfügung steht. Zweitens trägt es auch zum Hochwasserschutz bei, weil so Regenwasser, das von den Bergkämmen und Hängen abfließt, aufgefangen wird. Drittens leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zur Wasserversorgung der größeren Waldtiere wie etwa der Rehe. Und viertens können solche Grabentaschen auch Feuchtbiotope für Frösche, Molche, Insekten und viele weitere Tierarten bilden“, so die Ranstädter Bürgermeisterin.

Auch die Landtagsabgeordnete Gnadl unterstrich die Bedeutung der Wasserversorgung für den Wald: „Vor zwei Jahren durfte ich im Rahmen eines Praxistages die Revierleitung des Echzeller Waldes bei der Arbeit in ihrem Revier begleiten. Schon da wurde deutlich, welch verheerende Auswirkungen der Wassermangel auf den Wald hat – vom vermehrten Schädlingsbefall bis zum Absterben der Bäume. Gleichzeitig mussten wir in unserer Region schon mehrfach erleben, was passiert, wenn Starkregen vom Boden nicht aufgenommen wird und zu Überschwemmungen führt. Wenn also mit der Ausweitung von Gräben und der Schaffung von Grabentaschen gleichzeitig die Wasserversorgung des Waldes verbessert und das Überschwemmungsrisiko reduziert werden kann, sollten wir das an viel mehr Stellen umsetzen“, so Gnadl.

Generell zeigte sich Bürgermeisterin Reichert-Dietzel überzeugt, dass viele einzelne Umweltschutzmaßnahmen vor Ort einen nicht zu unterschätzenden Wert für die gesamte Natur haben. „Deshalb bin ich besonders dankbar, dass es bei uns Vereine, aber auch viele Einzelpersonen gibt, die sich beispielsweise um den Erhalt der Streuobstbestände kümmern, Insektenhotels bauen und aufstellen oder ihren Garten naturnah umgestalten.“

Um selbst einen Beitrag zur Pflege des Waldbestandes beizutragen, habe die Gemeinde Ranstadt zusammen mit Glauburg die Ausbildung eines Forstwirts übernommen. „Wir brauchen qualifizierte Kräfte, die sich um unsere Wälder kümmern und sie auch auf den Klimawandel vorbereiten. Indem wir uns an der Ausbildung von angehenden Fachleuten der Forstwirtschaft beteiligen, werden wir unserer Verantwortung für den Erhalt des Waldes und zur Zukunftssicherung gerecht“, so Reichert-Dietzel.

Beim weiteren Rundgang durch die Gemeinde Ranstadt kam Reichert-Dietzel noch auf ein weiteres Anliegen zu sprechen. Wie die Bürgermeisterin berichtete, werde der Gemeinde seitens der Naturschutzbehörden lediglich einmal pro Jahr erlaubt, innerorts in den Gemeindeteilen die Bachbetten zu reinigen. „Ich habe viel Verständnis dafür, dass Wildtiere während ihrer Brut- und Setzzeiten geschützt werden müssen. Aber ich als Bürgermeisterin sehe meine Verantwortung auch darin, die Bürgerinnen und Bürger vor Überschwemmungen zu schützen. Wenn es aber zu Starkregen kommt und die Bachbetten in den Ortschaften zugewuchert sind, dann kann das Wasser nicht richtig abfließen“, schilderte Reichert-Dietzel das Problem. Die Landtagsabgeordnete Gnadl kündigte an, zu diesem Thema eine parlamentarische Anfrage an das hessische Umweltministerium zu stellen. „Hier muss es eine vernünftige Abwägung zwischen Umwelt- und Hochwasserschutz geben“, findet Gnadl.

Foto: Jan Labitzke

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