Erstes Ortenberger Weinfest mit Regionalmarkt

Ortenberg
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Am Samstag, den 4. und Sonntag, den 5. September 2021 veranstaltet die Kalbsvilla in Ortenberg erstmalig in ihrem großzügigen Park- und Freigelände ein Weinfest mit umfangreichem Rahmenprogramm.

Eröffnet wird das Weinfest am 4. September um 14:00 Uhr durch Herrn Landrat Jan Weckler, der erneut ausgewählte Produzenten und Netzwerker mit dem Siegel der „Wetterauer Originale“ auszeichnen wird. „Die regionale Identität und Wertschöpfung werden durch engagierte Künstler, Handwerker und Netzwerker gestärkt. Wir freuen uns, dass das Label der Wetterauer Originale so starken Zuspruch findet“, so Weckler über das Wachstum der Marke im Wetteraukreis.

Den festlichen Rahmen werden die Anwesenheit der Steinfurther Rosenkönigin Sophia sowie das Mitwirken kreativer Kunsthandwerker*innen untermauern. Die Züchter edler Gewächse aus dem Rosendorf Steinfurth freuen sich auf Ihre Präsenz im Park der Kalbsvilla. Bei der Auswahl der Weinstände wurde auf Qualität und Vielfalt geachtet. Aus der Rotweinstadt Ingelheim in Rheinhessen wird das Weingut Hamm die Besucher mit seinen Qualitäts- und Prädikatsweinen verwöhnen. Ebenfalls vom Rhein wird das “Weinland Rheingau“ mit einer reichen Auswahl gelungener Gewächse von Hochheim bis Aulhausen vor Ort sein.

Allen Beteiligen ist es ein Anliegen, dass sich dieses Format an diesem Ort dauerhaft etabliert. Für ein nächstes Weinfest in Ortenberg hat die Winzergenossenschaft Gengenbach, der auch die Partnerstadt Ortenberg in Baden angehört, bereits Interesse angemeldet. Den Höhepunkt des ersten Tages bildet ein Konzert der hauseigenen Band Rock Diamonds, das bereits ausverkauft ist. Die Gastgeber Corina und Sven Waldschmidt freuen sich sehr auf dieses Wochenende. Für diesen Event wirken viele Kräfte miteinander. Die Stadt Ortenberg fördert das erste Ortenberger Weinfest, organisatorisch unterstützt die TourismusRegion Wetterau und für die Kulinarik an beiden Festtagen sorgt die Feuerwehr Ortenberg.

Durch Initiative von Yvonne Taddeo, die am 4. September Ihr „Café am Obertor“ eröffnen wird, werden wieder einige Kunsthandwerker*innen aus dem Kreis der „Wetterauer Originale“ in der Kalbsvilla ihre vielfältigen Erzeugnisse ausstellen. Genähtes, Getöpfertes und Kulinarisches aus der Region darf man bestaunen und erwerben.

Am Sonntag, den 5. September wird das Weinfest um 12 Uhr mit einer Lesung von Dr. Bernd Vielsmeier aus seinem Werk „Weinbau in Ortenberg“ gestartet. Offensichtlich hat der Name Waldschmidt bereits in historischer Zeit die Suche nach Qualität im Fokus gehabt. In Vielsmeiers Geschichtsschrift ist zu lesen: „Wein war für die Bewohner der Wetterau von existenzieller und wirtschaftlicher Bedeutung. Wein und Bier sind die einzigen keimfreien Getränke in einer Zeit gewesen, in der Quell- und insbesondere Brunnenwasser mit Viren und Bakterien belastet waren. Dazu trugen auch die hygienischen Verhältnisse in den Städten und den Dörfern bei. Die Fäkalien von Menschen und Tieren gelangten ungereinigt ins Grundwasser, Wohn-, Kleidungs- und Esssitten förderten die Übertragung von Krankheiten zwischen Mensch und Tieren wie Flöhen, Wanzen und Zecken. Als der kurhessische Landkommissär - Adjunkt von Waldschmidt - im Jahr 1808 das hanauische Amt Windecken im Auftrag der kurhessischen Regierung bereiste, beschrieb er den Zustand des städtischen Brunnens in Windecken: „Den sogenannten Juden-Brunnen, der das einzige und beste Wasser auf weit und breit hat, aber trotz dem in ewiger Zeit nicht gereiniget und ohne alle Aufsicht war, so daß ich selbsten wegen der allzugroßen Malproperté nicht daraus getrunken habe, indem aus Faulheit und Frevelmuth die Leute und besonders die daran grenzende Juden darinnen sich, wenn auch heimlich, waschen und mit ihren schmutzigen Gefäßen beym Wasserholen hineinfahren: sogar hat man tode Katzen darinnen gefunden.“ Unter den Getränken gaben die Menschen daher früher aus guten Gründen dem Wein, sei es der Wein aus Trauben oder aus anderem Obst wie Birnen und Äpfeln, bis ins 19. Jahrhundert den Vorzug. „Wein war ein Grundnahrungsmittel und nur in schlechten Jahren wurde auch Bier gebraut.“ Nicht Wasser war das alltägliche und am meisten konsumierte Getränk, sondern der Wein. „Besonders in den Städten, wo sauberes Trinkwasser nur selten zur Verfügung stand, schenkte man oft auch Kindern schwach alkoholische Getränke aus.“

Im Anschluss an die Lesung wird der Blick auf aktuellen Weinbau und Weingenuss in der Region gelenkt. Das Weinfest im Park der Kalbsvilla wird am Nachmittag musikalisch durch das Sommerfeld Jazz Quartett umrahmt. Sollte das erwünschte Sommerwetter nur bedingt mitspielen, können die Besucher*innen des Weinevents im Schutz des großen Festzelts der Kalbsvilla den Rheinwein genießen.

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