Notfall, du kannst kommen!

Ei Gude wie
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Niemand landet gerne in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Wer schon dort war, weiß von was ich spreche. Hektik, Stress, total überfüllt. Die Menschen, die dort arbeiten brauchen gute Nerven. Und die, die dort ankommen, könnten Vorsorgen und dadurch sich und dem Personal helfen. Bei was helfen? Zum Beispiel bei der Behandlung, wenn sie wüssten, welche Medikamente der Eingelieferte zu sich nimmt.

Ein guter Freund hat das Thema „Medikationsplan“ in einem sozialen Netzwerk aufgegriffen. Ich habe ihm wie folgt geantwortet: Gut, dass du das Thema aufgreifst, denn damit beschäftigt sich niemand gerne. Eigentlich schade, denn es kann Leben retten. Wer mehr als drei Medikamente nimmt, sollte diesen Plan aber unbedingt haben und bei sich führen. Der Hausarzt erstellt solche Pläne. Ich bin noch einen Schritt weitergegangen. Ich nenne es "Arztbrief". Er enthält in Kopie: Personalausweis, Krankenversicherungsnachweis (Versichertenkarte), Medikationsplan, Aufstellung meiner Krankheiten und Operationen, Aufstellung meiner mich behandelnden Ärzte, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Organspenderausweis. Auf dem selbstgebastelten Vorblatt steht mein Name, mein Geburtsdatum, ein Foto (Ausweisfoto), Adresse, Kommunikationsverbindungen: Telefonnummern (Festnetz + Mobil) und E-Mail sowie in meinem Fall: Name und Kommunikationsverbindungen meiner Ehefrau. In diesem Paket steckt mein Medikationsplan. Natürlich fehlt die Aufstellung der Anlagen nicht. So ist alles schnell griffbereit.

Aus aktuellem Anlass denke ich über eine "Datenschutzerklärung" nach. Darin erkläre ich mich einverstanden, dass der Arzt meinen Hausarzt etc. kontaktieren darf. In einer zweiten Abteilung befinden sich bei mir relevante Befunde von Ärzten. Kranke haben oft zuhause eine gepackte Notfalltasche mit entsprechenden Notfalldokumenten stehen. Abschließend will ich darauf hinweisen, dass der Medikationsplan auch in die SOS-Dose gehört. Darin befinden sich die Notfalldokumente. Die Dose wird im Kühlschrank aufbewahrt. Auf die Kühlschranktür gehört ein hinweisender Aufkleber. Jetzt ist die Sache rund. Notfall, du kannst kommen!

Ganz ehrlich gesagt: Mir wäre lieber, er bliebe fort, ich brauch' ihn nicht. Aber: Ich habe vorgesorgt und darauf kommt es an. Gesunde sind hier absolut im Nachteil, sie machen sich darüber keine Gedanken. Kranke schon eher, die haben ihre Erfahrungen gemacht und setzen sie um. Wer länger leben will, sollte vorkehren. Ja, es kostet einen Augenblick Zeit, Zeit, die unter Umständen das Leben verlängert. Und wenn sie es nur für das Personal der Notaufnahme machen. Sie glauben es nicht: Die freuen sich, wenn sie helfen können und die Eingelieferten die Notaufnahme lebend und wohlbehalten wieder verlassen können. Ein Hoch auf das Personal der Notaufnahmen und das Krankenwagen-Personal. Die sind immer für uns da. Von Null bis 24 Uhr, auch samstags und sonntags. Eben IMMER! Ei Gude, wie!

Zum Autor

Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (71) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



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