Sind Sie Organspender und haben ein Organ Spenderausweis oder haben Sie in Ihrer Patientenverfügung einer Organspende zugestimmt? Das Thema wird zurzeit heiß diskutiert. Und ja, man kann durchaus unterschiedlicher Meinung sein, finde ich. Es gibt kein richtig oder falsch. Gleichwohl verstehe ich, wenn sich Betroffene über eine Spende freuen und dadurch weiterleben können. Und darum geht es im Kern.
Die Medizin ist heute in der Lage, bestimmte Organe wie Herzen zu transplantieren. Erst diese Möglichkeit hat Organspende interessant gemacht. Das ist für Herzkranke eine tolle Möglichkeit für ein „zweites“ Leben. Ich lasse mich von diesem Gedanken leiten. Ich bin bereit zur Hilfe. Mich würde es freuen, wenn ich nach meinem Tod noch einem anderen Menschen helfen könnte. Und hier will ich ansetzen.
Nach letzten Erhebungen sind zwar an die 70% der Deutschen zur Organspende bereit, tatsächlich ist aber die Zahl der Spender geringer als die Zahl der benötigten Organe. In Deutschland gilt noch das Zustimmungsrecht. Das heißt der Spender muss zustimmen. In Österreich gilt das Widerspruchsrecht, das bedeutet, wer nicht spenden will, muss widersprechen. Darin liegt in Österreich der Vorteil für Organsuchende. Die Nachfrage entfällt, wenn potenzielle Spender nicht widersprochen haben. Und hier liegt das Problem bei uns Deutschen. Wir sind zwar mehrheitlich für die Organspende, müssen aber zustimmen und das Unterlassen wir. Du kannst es phlegmatisch oder Interessenlosigkeit nennen, es ist egal. Es hilft den potenziellen Organsuchenden nicht. Eine Lösung könnte sein, wenn man im Personalausweis ankreuzen müsste, ob man Organe spenden will oder nicht. Dazu wird es aber in Deutschland nicht kommen. Also müssen die Befürworter mit den Unentschlossenen reden und Überzeugungsarbeit leisten. Es gibt etliche Organisationen wie die DSO. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main und ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie ist die nach dem Transplantationsgesetz beauftragte Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende in Deutschland. Interessierte können sich auf der Internetseite der DSO informieren. Überhaupt bekommt man im Internet jede Menge Informationen über die Thematik. Nur, man muss auch hingehen und gucken!
Ich habe eine Patientenverfügung und bin im Besitz eines Organspendeausweises. Für mich steht schon viele Jahre fest, dass ich, wenn es einmal so weit sein sollte, Organe spenden werde. Organspendegegner bemängeln, dass Angehörige nach einem Unfall vom Klinikpersonal zu einer Entscheidung genötigt würden, obwohl sich diese noch in einem Zustand des Schocks befänden. In Ländern, in denen bestimmten Angehörigen unter spezifischen Voraussetzungen ein Mitspracherecht eingeräumt wird, ist ein solches Vorgehen jedoch zwingend geboten. Schon deshalb habe ich einen Organspendeausweis, weil ich diese Situation meinen Angehörigen ersparen will. Ich würde mich freuen, wenn ich über meinen Tod hinaus noch einem Menschen mit einer Spende zum Weiterleben helfen könnte. Umgekehrt wäre ich auch dankbar, wenn ich ein Organ benötigte und ein Spender für mich parat stände. Geben und Nehmen, ein super System auf Gegenseitigkeit. Komm und mach mit! Ei Gude, wie!
Zum Autor
Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (72) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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