Wetterauer-FDP besucht Humus- und Erdenwerk Ilbenstadt

Von links: Peter Heidt, Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, Sylvia Patzak, Wolfgang Patzak, Andrea Rahn-Farr, Dr. Jürgen Roth.

Ilbenstadt
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Eine FDP-Delegation unter dem heimischen FDP-Landtagsvizepräsidenten Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, dem FDP-Bundestagsabgeordneten aus der Wetterau Peter Heidt, den FDP-Kreispolitikern Andrea Rahn-Farr und Wolfgang Patzak sowie den beiden FDP-Kreisvorstandsmitgliedern Sylvia Patzak und Christopher Hachenberg wurden vom Betriebsleiter des Humus- Erdenwerks Ilbenstadt Dr. Jürgen Roth für einen fachlichen Austausch begrüßt.

Die Anlage existiert an dem Standort seit dem Jahr 1993 und wurde 1999, 2007 sowie 2014 kontinuierlich erweitert, zuletzt mit der Flexibilisierung der Stromeinspeisung der Vergärungsanlage. Roth teilte den anwesenden Liberalen mit, dass es ab 2025 kein Wiegesystem mehr für die Leerung der Restmülltonnen in den noch betroffenen Kommunen gibt. Dadurch können in den Gebieten wieder öffentliche Abfallbehälter aufgestellt werden. Momentan ist dies nicht möglich, da ansonsten dort Restmüllabfälle verbotenerweise entsorgt werden würden. 

Es herrsche auch in seinem Zuständigkeitsbereich ein Mangel an qualifiziertem Personal. „Dies führt leider dazu, dass es bei der Bearbeitung der Anlieferungen in unserer Anlage durchaus zu längeren Wartezeiten kommen kann,“ so Roth. „Wir versuchen seit langem mit großem Engagement diese Lücke zu schließen, was aber auch durch den demographischen Wandel nicht einfacher wird.“

Des Weiteren teilte der Chef der Wetterauer Abfallwirtschaft mit, dass es bereits jetzt smarte Kontrollsysteme am Entsorgungsauto bei der Leerung der Tonnen gibt. „Hier kann genau gesehen werden, ob in dem Behältnis etwas drin ist, was nicht in die Tonne darf. In diesem Fall wird die Tonne nicht geleert und dem Eigentümer die Chance gegeben, unter Reduzierung seiner Kosten bis zur nächsten geplanten Leerung die Tonne vorschriftsmäßig zu befüllen.“

Auf Frage von Dr. Hahn, zugleich auch Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, ob es in den letzten Jahren erkennbare Veränderungen der Abfallströme gegeben habe, bestätigte Roth, dass die Menge an Altpapier kontinuierlich sinkt. Er führt dies auch darauf zurück, dass immer weniger Zeitungen und kostenlose Zeitschriften in den Haushalten vorhanden sind. Der Trend an Kartons durch den Onlinehandel steige aber weiter an.

In der Corona-Zeit wurde deutlich mehr Abfall auf den Recyclinghöfen abgegeben. „Aufgrund von Lockdowns haben die Menschen ihr Geld oftmals in die Sanierung ihres Hauses investiert, intensiv ausgeräumt und so manches historische Fundstück entsorgt“, so Dr. Roth. Gegenwärtig nehmen Sperrmüll und Altholz Anlieferungen wieder ab. Die Einführung der Gelben Tonne bewertete Roth trotz machen Unkenrufen als außerordentlich erfolgreich.

Dr. Roth dankte in diesem Zusammenhang der FDP für ihre in der Ampel durchgesetzten Verbesserungen beim so genannten Strompreisbremsegesetz. Ohne diese notwendigen Korrekturen wäre das geplante Gesetz sehr praxisuntauglich gewesen und hätte neben den Bürgern auch den Abfall-Bereich negativ tangiert.

Hahn wies während des Gesprächs daraufhin, dass für die Wetterauer FDP schon von Beginn an die Kompostierungsanlage hier in Ilbenstadt ein richtiger Schritt war. „Eine zentrale Einrichtung entlastet die Abfallwirtschaft im Wetteraukreis und erfüllt mit den vielen angeschlossenen Kommunen einen wichtigen Prozess.“ Heidt erinnerte daran, dass durch Mithilfe von Wolfgang Patzak als ehemaligem Abfalldezernenten in der Wetterau und Roth als Verwaltungschef einiges im Bereich der Abfallpolitik  in der Wetterau verbessert werden konnte. „Es ist einfach von großer Wichtigkeit, mit den lokalen Entsorgungsfachleuten im Gespräch zu sein, um mit ihrer Expertise politische Projekte zu Hause und in Land und Bund praxisorientiert in die richtige Bahn zu lenken.“

Abschließend waren sich die FDP-Politiker und Roth einig, dass die EU-Düngemittelverordnung in ihrer jetzigen Form in die falsche Richtung geht. „Die Zuweisung in das so genannte Rote Gebiet basiert lediglich auf einer Nitratmessstation in Ockstadt. Dies ist eine pauschale Vereinheitlichung erster Klasse, was für unsere lokalen Landwirte existenzgefährdende Effekte haben könnte“, so die Fachfrau Andrea Rahn-Farr. „Leider wird Deutschland hier seinem Ruf der nicht faktenbasierten Überregulierung wieder in vollen Zügen gerecht“, so Hahn.

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Von links: Peter Heidt, Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, Sylvia Patzak, Wolfgang Patzak, Andrea Rahn-Farr, Dr. Jürgen Roth.



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