Große Pläne für die Region

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Regionalentwicklung trafen sich ge-meinsam zum Austausch mit Generalkonsul Dr. Erik Jakob (auf dem Bild zu sehen, v.l.n.r) Jonas Winkler (HTAI), Nicolas Gräßlin (HTAI), Klaus Karger (WiReg), Dr. Erik Jakob (Schweizer Generalkonsul), Sina Lupp (Adolf Lupp GmbH + Co KG), Jan Weckler (Landrat Wetteraukreis), Thorsten Eberhard (Bürgermeister Nidda), Bernd-Uwe Domes (WiReg), Kerstin Alt (Wirtschaftsförderung Nidda), Sergej Nesterenko (WiReg).

Nidda
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Wie attraktiv ist die Wetterau für internationale Unternehmen? Darüber infor-mierte sich der Schweizer Generalkonsul in Frankfurt, Dr. Erik Jakob, bei einem Besuch im Wetteraukreis. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Regionalentwicklung stellten Projekte, Standortvorteile und Herausforderungen der Region vor und kamen in einen gemeinsamen Austausch.

Über 1200 Schweizer Unternehmen gibt es im Rhein-Main-Gebiet samt Umland – und es dürfen gerne noch mehr werden, begrüßte Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer der Gesell-schaft für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung im Wetteraukreis mbH (WiReg) die Gäste. Welche Vorzüge der Wetteraukreis zu bieten hat, war Thema bei einem Treffen in Nidda, zu dem die Gesellschaft den Schweizer Generalkonsul Dr. Erik Jakob, eingeladen hatte.

Der für Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständige Diplomat war nicht das erste Mal in der Wetterau. Kontakte zur WiReg hat Jakob bereits bei einem Be-such der deutschen Robotics-Sparte der schwedisch-schweizerischen Konzerns ABB in Friedberg geknüpft. Dort ist ebenso das deutsche Tochterunternehmen der schweizerischen Emil Frey Gruppe, ein Autohändler, beheimatet. „Auch der Investor Capvis hat die Wetterau als lohnenden Standort erkannt“, sagte WiReg-Geschäftsführer Klaus Karger mit Blick auf die Übernahme von „hessnatur“ mit Sitz in Butzbach im Jahr 2012.

Landrat Jan Weckler hob die Vorzüge des Landkreises für ansiedlungswillige Unternehmen hervor. „Wir sind der grüne Teil der dynamische Metropolregion“, betonte er den Standortvor-teil als attraktiver Arbeits- und Wohnort im Umland von Frankfurt/Rhein-Main. Auch die Her-ausforderungen sprach Weckler an. Die prognostizierte Bevölkerungsdynamik bis 2050 sei mit Abstand die höchste in den hessischen Landkreisen. Es gelte, die benötigte Infrastruktur zu schaffen und zugleich zu beachten, dass die Wetterau eine landwirtschaftlich geprägte Region sei.

Im Verbund mit unseren leistungsstarken Gesellschaftern und dem erweiterten Partner-Netzwerk sind wir erster Ansprechpartner für Unternehmen und Investoren hier im Wetterau-kreis“, ergänzte WiReg-Geschäftsführer Klaus Karger. Die WiReg ist eine agile Entwick-lungsgesellschaft und steht für eine qualitätsvolle, potenzialgerechte und nachhaltige Entwick-lung der Region.

Wie nachhaltiges Wachstum gelingen kann, zeigten Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard und die städtische Wirtschaftsförderin Kerstin Alt. Sie stellten Jakob den „iGO Green“ vor, das Modellprojekt eines interkommunalen, ressourcenschonenden Gewerbeparks. Angesprochen sind Unternehmen, die schon durch ihren Standort ihre umweltgerechte Führung sichtbar machen wollen. Generalkonsul Jakob erkundigte sich vor dem Hintergrund von Schweizer Erfahrungen nach der Akzeptanz der ansässigen Bevölkerung und allfälligen Herausforde-rungen in der interkommunalen Zusammenarbeit. Nein, das Projekt komme gut an, betonten Eberhard und Alt. Zurzeit befindet sich der „iGO Green“ in der Erschließungs- und Vermark-tungsphase – Schweizer Firmen könnten sich also noch ein Grundstück sichern.

Zu den dort Bauwilligen gehört die Firma Lupp, an deren Sitz das Netzwerktreffen stattfand. Sina Lupp, die mit ihrem Bruder Yann das Familienunternehmen in vierter Generation über-nommen hat, tauschte sich angeregt mit Jakob aus. Die Wirtschaftsstruktur in Deutschland sei ja ähnlich wie in der Schweiz, sagte der Generalkonsul und fragte Lupp nach den größten Herausforderungen. Die Gesellschafterin des Bauunternehmens antwortete, ohne zu zögern: Bürokratisierung und Fachkräftemangel. Des Weiteren nannte sie eine sich stark verändern-de Arbeitsmentalität bei jungen Menschen.

Die Wettbewerbstätigkeit der deutschen Bauwirtschaft bei internationalen Projekten sei durch die hohen inländischen Kostenstrukturen und bürokratische Hürden stark unter Druck gera-ten. Diese Rahmenbedingungen führten dazu, dass Lupp kaum noch im Ausland baue, sagte die Gesellschafterin. So überlasse man das Feld zwangsläufig günstigeren Mitbewerbern aus dem Ausland. In der Schweiz sei die Bürokratie auch ein Thema, aber insgesamt wohl etwas weniger ausgeprägt wie in Deutschland, sagte der Generalkonsul.

In Hessen gibt es Unterstützung von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes: Jo-nas Winkler und Nicolas Gräßlin von der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) erläuterten die Aufgaben der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes. Die beiden Experten sind von der WiReg eingeladen worden. HTAI und WiReg arbeiten bereits seit vielen Jahren in den Bereichen Standortmarketing und Unternehmensansiedlungen eng zusammen „Wir promoten Hessen als Investitionsstandort im Ausland“, sagte Winkler. Ein Fokusmarkt sei die Schweiz. Die HTAI sorge für mehr Sichtbarkeit, denn „Hessen ist ein vielfältiger Wirtschaftsstandort “, betonte Winkler. Ob Life Sciences, Optik, Informationstechnik, Robotics oder Maschinenbau – nicht nur schweizerische Finanzunternehmen fänden in Hessen ein ideales Umfeld. Ergän-zend dazu verwies Jakob auf den Swiss Business Hub Germany, der Schweizer Unterneh-men bei der Markterschließung und Standortevaluierung in Deutschland unterstützt.

Dass es sich in der Wetterau gut leben und erleben lässt, erfuhr der Generalkonsul in Bad Salzhausen, wo der Kurpark für die Landesgartenschau 2027 umgestaltet wird. LGS-Geschäftsführer Florian Herrmann zeigte die Plätze für die Bühne, den Spielplatz und die Blumenhalle. Auch hier erwies sich Jakob als aufmerksamer Zuhörer: „Eine Herausforderung wird sein: Was bleibt von der Landesgartenschau?“ Bürgermeister Eberhard zählte Projekte auf, die Nidda ohne die LGS-Fördergelder nicht stemmen könnte. Für die ganze Region sei die LGS ein Motor der Stadt- und Regionalentwicklung, erklärten die WiReg-Geschäftsführer Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger. „Oberhessen wird im Rhein-Main-Gebiet sichtbar, als attraktiver Wohnort mit hoher Lebensqualität.“

Er habe „eine tolle Region mit spannenden Projekten“ kennengelernt, sagte der Generalkon-sul zum Abschied und nahm eine Einladung zum Start der Landesgartenschau am 22. April 2027 mit. Sein Besuch in der Wetterau dürfte dem Schweizer Generalkonsul nicht zuletzt wegen der vielen Eindrücke und Gespräche in Erinnerung bleiben.

 Besuch Generalkonsul Nidda WiReg is

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Regionalentwicklung trafen sich ge-meinsam zum Austausch mit Generalkonsul Dr. Erik Jakob (auf dem Bild zu sehen, v.l.n.r) Jonas Winkler (HTAI), Nicolas Gräßlin (HTAI), Klaus Karger (WiReg), Dr. Erik Jakob (Schweizer Generalkonsul), Sina Lupp (Adolf Lupp GmbH + Co KG), Jan Weckler (Landrat Wetteraukreis), Thorsten Eberhard (Bürgermeister Nidda), Bernd-Uwe Domes (WiReg), Kerstin Alt (Wirtschaftsförderung Nidda), Sergej Nesterenko (WiReg)



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