Besuch in der Tagespflege Glückstag in Nidda

Nidda
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Die Pflege von Angehörigen im eigenen Zuhause kostet eine Menge Zeit und Kraft. Nicht selten stoßen pflegende Angehörige an ihre Grenzen und benötigen Zeit zum Durchatmen. Die Tagespflege unterstützt hier als ein teilstationäres Angebot.

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Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch erkundigte sich bei Manuela Kirchhof in der Tagespflege Glückstag in Nidda über die aktuellen Herausforderungen. Beim ersten Eintritt versprühen die Räumlichkeiten der Tagespflege Glückstag sofort Wohlfühlatmosphäre. Neben Wohn- und Aufenthaltsbereichen verfügt die kleine Einrichtung in Nidda über einen großen Essbereich, aber auch Ruheräume, in denen sich Seniorinnen und Senioren zurückziehen können.

„Eine Tagespflege richtet sich an Menschen, die tagsüber Pflege und Betreuung brauchen, abends und nachts aber lieber in den eigenen vier Wänden sein wollen. Die Angebote sind vielfältig und reichen vom gemeinsamen Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken über gemeinsames Musizieren, kreatives Gestalten und Spielen sowie Konzentrations- und Gedächtnistraining bis hin zu Bewegungsangeboten“, erklärt Manuela Kirchhof. „Wir haben viele Gäste, die jeden Tag zu uns kommen. Für viele ist es ein zweites Zuhause geworden. Auch für die Angehörigen sind die teilweise Acht-Stunden-Entlastung sehr unterstützend. Auch wenn es vielleicht nur einmal in der Woche ist.“

2017 wurden durch die neue Pflegereform die Leistungen für die Tagespflege enorm verbessert. Neben den Geldleistungen für die ambulante Pflege erhielten Betroffene einen zusätzlichen Betrag für die Nutzung der Tagespflege. Angehörige mussten sich somit nicht zwischen einer ambulanten Pflege und der Tagespflege entscheiden. Eine Kombination aus beiden Versorgungsarten ist derzeit soweit möglich.

„Das war auch für mich der Grund Glückstag ins Leben zu rufen“, erzählt Kirchhof. „Momentan sind wir allerdings ein wenig verunsichert. Laut einem Arbeitsentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium soll im nächsten Jahr eine Budgetkürzung für die Tagespflegen anstehen. Vielen Betreibern von kleinen Tagespflegen würde auch die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden. Zwar gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keinen konkreten Beschluss, würden die Punkte aber wirklich zum Tragen kommen, wäre dies nicht nur für die betroffenen Pflegebedürftigen ein herber Schlag. Es wäre auch ein massiver Rückschritt, wenn Angehörige beispielsweise sich die Zuzahlungen für die Tagespflege nicht mehr leisten könnten und somit die Pflege wieder zu einhundert Prozent selbst übernehmen müssten.“

Wie wichtig die Tagespflege in der Wetterauer Sozialstruktur ist, betont auch Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch: „Im ambulanten Bereich können wir nicht mehr jeden auffangen. Daher sind teilstationäre Angebote wie die Tagespflege ein ganz wesentlicher Bestandteil. Eine Betreuung in der Tagespflege hat viele Vorteile für ältere Menschen: Statt alleine zu sein, verbringen sie ihren Tag in einer gemütlichen Atmosphäre zusammen mit anderen. Gleichzeitig entlastet sie die pflegenden Angehörigen. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird hier klar gefördert. Daher setze ich mich bereits seit einigen Jahren dafür ein, dass das Angebot der Tagespflege in der Wetterau ausgebaut wird.“

Foto: Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch zu Besuch bei Manuela Kirchhof in der Tagespflege Glückstag.

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