Im Auftrag des Magistrats kümmert sich ein ehrenamtlicher Archivausschuss um Stadtarchivar Hagen Vetter engagiert und sachkundig an mehreren Standorten um alte und junge Schätze aus der über 1.000jährigen Geschichte der vier Ortschaften Gambach, Ober-Hörgern, Trais und Münzenberg sowie der Gesamtkommune Münzenberg. Die vier Hüter des Münzenberger Stadt-Gedächtnisses haben nun Verstärkung bekommen. Der Magistrat berief den 23jährigen David Schneider in den Archivausschuss.
Über seine Suche nach den eigenen familiären Wurzeln kam David Schneider zur Geschichtsforschung an der Quelle. Um alte Dokumente lesen zu können, hat er sich die alte deutsche Schreibschrift selbst beigebracht. Sein Geschichtsinteresse gepaart mit seinen IT-Kenntnissen macht Schneider zu einer Bereicherung des Archivausschusses. Stadtarchivar Hagen Vetter freut sich sehr darüber, dass David Schneider sich künftig aktiv einbringt. „Das Interesse der jungen Generation ist essenziell für die Fortführung unserer Arbeit.“ Auch Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer würdigte die Arbeit des Archivausschusses und das künftige Engagement des 23jährigen Gambachers, denn sie ist davon überzeugt, dass „nur wer die Vergangenheit kennt, seine Zukunft gestalten kann“. Sie übergab die Ernennungsurkunde des Magistrats an David Schneider, der somit offiziell Mitglied des Archivausschusses der Stadt Münzenberg ist.
Die Unterhaltung eines Stadtarchivs zählt übrigens zu den hoheitlichen Aufgaben einer Kommune und ist somit auch für die Stadt Münzenberg verpflichtend. In die Verantwortung des Archivausschusses fallen ca. 250 Regalmeter mit Schriftgut. Darunter zahlreiche Urkunden – die älteste darunter stammt aus dem Jahr 1426, mehrere Handschriften, Akten und Pläne, sowie Fotografien und digitales Archivgut. Im Archiv der Stadt Münzenberg finden sich alle Dokumente und Bilder, die für die Historie der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner von Belang sind – von der mittelalterlichen Urkunde bis zu Verträgen aus neuerer Zeit. Und jedes Jahr kommen einige Regalmeter Archivgut aus den städtischen Dienststellen, von Privatpersonen, Vereinen und Verbänden hinzu.
Das Stadtarchiv ist zuständig für das schriftliche kulturelle Erbe Münzenbergs. Dazu Stadtarchivar Hagen Vetter: „Aus der schier unerschöpflichen Menge städtischer Unterlagen filtern wir das heraus, was für die Rechtssicherheit der Stadt und deren Geschichte von Bedeutung ist. Dies sorgt für Kontinuität und Transparenz des Verwaltungshandelns, ein Kernauftrag einer jeden Demokratie.“ Darüber hinaus kümmert sich das Stadtarchiv auch um die in der Stadtgesellschaft entstehenden, stadtgeschichtlich relevanten Dokumente zum Beispiel der Vereine. „Unser Archiv ist das viel zitierte Gedächtnis der ganzen Stadt. Dieses Gedächtnis muss dauerhaft funktionieren, das heißt, die Archivalien müssen unter möglichst optimalen Lagerungsbedingungen aufbewahrt und – wenn erforderlich – restauriert werden,“ ergänzt Vetter. Und hier ist in Münzenberg in den nächsten Jahren einiges zu tun, damit auch künftig das Stadtarchiv die erste Adresse bleibt für alle Münzenbergerinnen und Münzenbergern bei Fragen zu Geschichte und Gegenwart, Identität und Heimat, in Schrift und in Bild. Es ist angedacht, die Zugänglichkeit für interessiertes Publikum zu erleichtern und im Zuge der geplanten Digitalisierung auch Online-Angebote zu schaffen.
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