Schockanruferinnen gaben sich am Mittwochmittag (06.11.2024) bei einem Senior aus Münzenberg als Angehörige des Amtsgerichts Gießen aus. Sie ließen ihn glauben, dass seine Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und nun festgenommen sei. Gegen Zahlung einer Kaution könne sie jedoch der Haft entgehen. Nachdem der Angerufene kurzzeitig mit einer weinenden Frau sprechen konnte, die vorgab seine Tochter zu sein, forderte die Anruferin eine Zahlung in Höhe von 75.000 EUR.
Der Münzenberger erklärte, dass er so viel Geld nicht aufbringen könne. Als er eine konkrete Summe nannte, die er zur Verfügung hatte, fragte die Anruferin nach Schmuck. Schließlich trug sie dem Rentner auf, Geld und Schmuck zu verpacken. Eine Mitarbeiterin mache sich aus Gießen auf den Weg, um die Wertsachen zu übernehmen. Gegen 15:30 Uhr kam es im "Breiter Weg" in Gambach zur Übergabe von Bargeld und Schmuck in Höhe von etwa 12.000 EUR.
Erst als der Mann kurz danach mit seiner Tochter telefonierte, flog der Betrug auf. Die Abholerin wird als circa 160 cm groß, mit dunklem Teint, schwarzen schulterlange Haaren, einer dunklen hüftlangen Jacke und dunkler Hose beschrieben. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die die Übergabe beobachtet haben oder denen eine Frau, auf die die genannte Beschreibung zutrifft, aufgefallen ist, um Kontaktaufnahme unter Tel.: 06031 6010. Die Polizei rät dazu, keine Auskünfte über Vermögensverhältnisse zu geben. Lassen Sie sich am Telefon von Anrufern nicht unter Druck setzen.
Beenden Sie das Gespräch und rufen Sie selbst bei der Polizei, auch über Notruf 110, an. Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht werden Sie niemals am Telefon darum bitten, Geldbeträge an einen Abholer auf offener Straße zu übergeben. Ziehen Sie, wenn Sie unsicher sind, Verwandte, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen hinzu. Kontaktieren Sie eigenständig die Person, die angeblich einen Unfall verursacht haben soll. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Hinweise zum Schutz vor gängigen Betrugsmaschen finden Sie auch unter www.polizei-beratung.de.
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