Mit Meike Eggert steht den Eltern in Karben nun eine zweite Kinderarztpraxis zur Verfügung. In den Räumen der früheren Praxis von Dr. Grabisch in Rendel bietet die Medizinerin ein umfangreiches medizinisches Angebot für Kinder und Jugendliche. In der geräumigen Privatpraxis will sich die Karbenerin nicht nur Zeit für ihre kleinen Patienten nehmen, sondern räumt ebenso mit dem Klischee auf, dass ein Besuch in einer Privatpraxis zwangsläufig teuer ist. Davon überzeugte sich auch Bürgermeister Guido Rahn bei der Eröffnung der Praxis.
Seit dem 20. Oktober dieses Jahres betreibt Meike Eggert in ihrer 190 m² großen Praxis am Rendeler Ortsrand eine Kinderarztpraxis in Karben. Neben der Gemeinschaftspraxis der Doktoren Barth, Kemmerer und Reitz ist dies die zweite Kinderarztpraxis in Karben. „Damit wird weiterer Bedarf an Praxisterminen für die Kleinsten in Karben gedeckt und die ärztliche Versorgung für Kinder in Karben deutlich verbessert“, freut sich auch Bürgermeister Guido Rahn.
Im Gegensatz zur Gemeinschaftspraxis Barth ist die Praxis von Meike Eggert jedoch eine Privatpraxis. Denn wie viele Kassensitze es in einer Region geben darf, ist streng durch die Kassenärztliche Vereinigung geregelt. In Karben sind das anderthalb Plätze, die bereits durch die Gemeinschaftspraxis ausgeschöpft sind. Meike Eggert blieb daher nichts anderes übrig, als eine Privatpraxis zu eröffnen. Entgegen dem üblichen Klischee soll die Praxis dennoch eine Anlaufstelle für alle Kinder sein können. Denn im Gegensatz zu anderen medizinischen Disziplinen sind die Kosten in einer privaten Kinderarztpraxis durchaus erschwinglich. Wie hoch die Kosten genau sind, wird in der sogenannten GOÄ-Liste vorgegeben, eine kurze zehnminütige Beratung kostet dabei nur etwa 10 €. Längere Visiten und besondere Behandlungen kosten entsprechend mehr, doch alles in allem kommen Eltern kleiner Patienten in einer Kinderarztpraxis immer deutlich günstiger weg, als man das von anderen privaten Facharztrichtungen gewohnt ist.
Und für Meike Eggert bietet der Gang ins Private noch eine weitere Möglichkeit: „Ich will mir für meine Patienten Zeit nehmen und allen Bedürfnissen gerecht werden“, erklärt die Mutter von Zwillingen. Dabei schaue sie bewusst nie darauf, wie jemand versichert ist: „Das spielt für mich keine Rolle, für mich steht einzig der Patient mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt.“ Und auch wenn ein Termin in ihrer Praxis eigentlich selbst zu bezahlen ist, bestehen dennoch reichlich Möglichkeiten, die Kosten bei der Kasse einzureichen, beispielsweise wenn für eine der verpflichtenden U-Untersuchungen kein rechtzeitiger Termin bei einem Kassenarzt zu bekommen war. Aber auch einzelne konkrete Behandlungsmethoden können von der Kasse durchaus übernommen werden.
Meike Eggert blickt bereits auf eine beachtliche Vita der Fort- und Weiterbildung zurück. Nach ihrem Medizinstudium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen arbeitete sie zunächst in der Kinderkardiologie der Universitätsklinik in Heidelberg. Im Rahmen ihrer Weiterbildung wechselte sie zur neonatologischen Intensivstation des Frankfurter Bürgerhospitals und lernte zudem auch das Clementinen Kinderkrankenhaus kennen. Ihren Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin absolvierte sie schließlich an der MKK-Klinik in Gelnhausen. Nach ihrer eigenen Elternzeit war sie in einer kinderärztlichen Praxis angestellt, nun erfüllt sie sich ihren großen Traum einer eigenen Kinderarztpraxis, noch dazu in ihrer Heimatstadt. „Schon als ich mich entschlossen habe, Medizin zu studieren, war das mein großer Traum“, berichtet die Medizinerin, die endlich da angekommen ist, wo sie immer hin wollte.
Vor der Eröffnung der eigenen Praxis renovierte und gestaltete sie die Räume der früheren Praxis von Dr. Grabisch mit Freunden zusammen neu und kinderfreundlich. Jeder Raum steht nun unter einem Motto wie Wald und Wiese, der Weltraum oder das Meer und ist liebevoll gestaltet und dekoriert. „Kinder können sehr aufgeregt oder gar ängstlich sein, wenn sie zum Arzt müssen. Eine kinderfreundliche Gestaltung der Räume kann dabei helfen, ihnen diese Angst zu nehmen“, erklärt Meike Eggert. Ein besonderer Luxus sind zudem die zwei Wartezimmer. Dadurch können beispielsweise Säuglinge, die auf einen Kontrolltermin warten, von erkälteten Kindern getrennt und so geschützt werden. In einem weiteren Raum verfügt die Ärztin über ein eigenes kleines Labor, in dem Abstriche, Schnelltests und Blutbilder unmittelbar vor Ort ausgewertet werden können. Einen weiteren Raum hat Meike Eggert an die Therapeutin Maike Maric vermietet.
In ihren Räumen kann Meike Eggert nicht nur auf ihre zuverlässige medizinische Fachangestellte Mira Sijakovic und zahlreiche Geräte für Untersuchungen zurückgreifen, wie einem Ultraschallgerät und Geräten für Hörtests und zur Früherkennung von Augenerkrankungen, sondern auch auf den vierbeinigen Kollegen Hedi. Der kleine englische Springer Spaniel soll als Therapiebegleithund vor allem ängstliche Kinder und Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung unterstützen.
Der wichtigste Baustein in ihrer Praxis ist jedoch die Zeit: „Kinder zu untersuchen ist ganz oft Detektivarbeit, das braucht viel Zeit“, erklärt die 43-Jährige. Zudem möchte die Medizinerin nicht nur das Kind und seine Symptome behandeln, sondern den Menschen und die Familie ganzheitlich betrachten: „Für mich ist es wichtig, jeden Patienten im Gefüge der Familie ganzheitlich und individuell zu betrachten, zu betreuen und in seiner Gesundheit zu unterstützen und wenn notwendig zu therapieren. So kann ich Ansprechpartner für die ganze Familie sein und wenn beispielsweise ein Infekt in einer Familie seine Kreise zieht, für alle Familienmitglieder als Ärztin da sein.“
Alle Infos über Öffnungszeiten, Sprechstunden und das medizinische Angebot gibt es unter www.praxis-kinder-und-familienmedizin.de.



Von links: Guido Rahn, Meike Eggert, Mira Sijakovic.
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