Die GRÜNE Fraktion im Karbener Stadtparlament blickt mit einem Antrag für die kommende Sitzungswoche knapp 2000 Jahre zurück. Okarben, so heißt es in dem Dokument, entstand auf historisch bedeutendem Boden.
Spuren mehrerer Römerkastelle und ziviler Bebauung zeugen von der Geschichte des Platzes ab dem zweiten Drittel des 1. Jh. n. Chr. Das römische Erbe von Okarben, das seit den ersten Grabungen im 19. Jh. immer wieder untersucht wurde, bliebe aktuell für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Gäste der Stadt Karben weitgehend unsichtbar. Lediglich wenige Straßennamen, der Name der „Grundschule am Römerbad" und die Namen zweier Spielplätze nehmen darauf Bezug. Ausgewählte Funde sind im Landwirtschafts- und Heimatmuseum zu besichtigen. Eine historisch-archäologische Einordnung am Ort, die zum Verständnis des Platzes, seiner Topographie und der dort ergrabenen Strukturen beiträgt und ihre Bedeutung hervorhebt, fehle. Die Karbener GRÜNEN fordern daher, das archäologische Erbe als (außerschulischen) Lernort in der Nähe der Okarbener Grundschule, als touristische Attraktion nahe des Niddaradwegs sowie als identitätsstiftendes Denkmal für die Bürgerinnen und Bürger aufzubereiten. In Zusammenarbeit mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde, relevanten Akteuren wie z. B. dem Karbener Geschichtsverein und den Anwohnenden schlägt die Fraktion einen QR-Code-basierten Rundgang vor, ergänzt mit einem kurzen Faltblatt für Interessierte, die kein Smartphone nutzen können oder wollen.
Eine solche Aufbereitung werde an vielen Plätzen bereits erfolgreich genutzt und biete sich besonders für Okarben an, wo aufgrund der Lage des archäologisch relevanten Bereichs in der Nähe des Niddaradwegs viele individuelle Besuche zu erwarten sind. Positive Effekte auf die örtliche Gastronomie liegen nahe, wenn Passanten und Passantinnen hier eine Pause einlegen. Das Konzept könne perspektivisch auf weitere Stadtteile und andere Epochen ausgedehnt werden.
In einem zweiten Antrag weißt die Fraktion daraufhin, dass in Karben lediglich 2 % der Straßen nach Frauen benannt sind, während 16 % Männernamen tragen. Betrachte man nur die nach Personen benannten Straßen, werde das Missverhältnis noch auffälliger: 88 % erinnern an Männer, nur 12 % an Frauen. Dieses Missverhältnis sei vielerorts zu beobachten. In ihrem Antrag fordert die Fraktion, dem Beispiel anderer Städte zu folgen, die dies aktiv ändern wollen, um die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum zu erhöhen. Sie beantragen daher die Erstellung eines Leitfadens zur Benennung von Straßen und Plätzen, in dem allgemeine Kriterien zur Namensvergabe vereinbart werden sollen. Im Besonderen solle darin festgeschrieben werden, dass Straßen und Plätze, sofern sie nach Personen benannt werden, künftig bevorzugt die Namen von Frauen tragen sollen, solange weibliche Straßennamen in Karben unterrepräsentiert sind.
Zudem interessiert sich die Fraktion in Anfragen für den Frauenförder- und Gleichstellungsplan der Stadtverwaltung, die Ergebnisse der Hundezählung sowie die Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen.
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