Hessische Kulturstiftung fördert wissenschaftliche Aufarbeitung der Glauberg-Funde

Von links nach rechts: Christoph Röder, Markus Schußmann (Keltenwelt am Glauberg), Eva Claudia Scholtz (Hessische Kulturstiftung), Axel G. Posluschny, Marcus Coesfeld (Keltenwelt am Glauberg) (Foto: Keltenwelt am Glauberg/Lars Corsmeyer)

Glauberg
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Mit der substanziellen Förderung durch die Hessische Kulturstiftung hat eines der zentralen Forschungsvorhaben zur Archäologie Hessens und der europäischen Eisenzeit nun wieder Fahrt aufgenommen: das Projekt „Auswertung der Glauberg-Funde“. Ziel des auf mehrere Jahre angelegten Vorhabens ist die abschließende wissenschaftliche Gesamtvorlage der drei reichen frühkeltischen Gräber vom Glauberg, der berühmten Sandsteinstatuen sowie der Gesamtbefundlage. Damit kann ein seit Jahrzehnten bestehendes Forschungsdesiderat nun endlich systematisch bearbeitet und zum Abschluss gebracht werden.

Der Glauberg zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundorten Europas. Die reichen Gräber, die monumentalen Befunde der Grabanlage und insbesondere die nahezu vollständig erhaltene Sandsteinstatue des sogenannten „Keltenfürsten“ – seinerzeit mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung erworben – haben dem Fundplatz internationale Bekanntheit verschafft. Trotz dieser herausragenden Bedeutung fehlte bislang eine vollständige abschließende wissenschaftliche Aufarbeitung und Publikation der Funde und Befunde. Genau hier setzt das nun begonnene Projekt an.
Im Zentrum des Projekts steht die Erarbeitung eines wissenschaftlichen Bestandskatalogs, der die Funde und Befunde erstmals systematisch dokumentiert, analysiert und kontextualisiert. Ergänzt werden soll dies durch eine digitale Edition sowie eine Sonderausstellung, die die neuen Forschungsergebnisse auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Das Vorhaben verbindet damit archäologische Grundlagenforschung mit innovativer Vermittlung.

Als Projektleiter konnte PD Dr. Markus Schußmann gewonnen werden, der seit März für das Vorhaben tätig ist. Er bringt für diese Aufgabe in besonderer Weise die fachlichen Voraussetzungen mit: In den Jahren 2021 bis 2024 war er maßgeblich an der Erarbeitung des erfolgreichen Antrags für die nationale UNESCO-Tentativliste beteiligt und hat dabei zentrale wissenschaftliche, konzeptionelle und organisatorische Grundlagen geschaffen, auf denen das Projekt nun unmittelbar aufbaut.
Für die kommenden Jahre sind unter anderem die Nachbearbeitung von mehr als 7.000 neu angefertigten Objektfotografien, die Überarbeitung und Ergänzung von Zeichnungen, die wissenschaftliche Redaktion eines Katalogs, die kontextuelle Auswertung der Gesamtbefundlage sowie die Konzeption einer Sonderausstellung vorgesehen. Die Publikation soll sowohl in gedruckter Form als auch digital im Open Access erscheinen und damit national wie international dauerhaft verfügbar sein.

Dr. Marcus Coesfeld, Direktor der Keltenwelt am Glauberg, erklärt:
„Mit der Förderung durch die Hessische Kulturstiftung wird ein Vorhaben möglich, das für die Forschung zum Glauberg seit langem von zentraler Bedeutung ist. Die außergewöhnlichen Funde vom Glauberg gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der frühen Kelten in Europa. Dass ihre abschließende wissenschaftliche Aufarbeitung nun beginnen kann, ist ein großer Gewinn für die Archäologie, für Hessen und für die öffentliche Vermittlung unseres kulturellen Erbes.“

Die Förderung ermöglicht es, bereits geleistete Vorarbeiten – darunter wissenschaftliche Untersuchungen, Restaurierungen, Dokumentationen und neuere Forschungsbeiträge – systematisch zusammenzuführen und auf ein neues Niveau zu heben. Damit stärkt das Projekt nicht nur die Forschung zum Glauberg selbst, sondern auch die Sichtbarkeit Hessens als bedeutenden Standort archäologischer Forschung und kultureller Vermittlung.

„Das Zusammenspiel aus weitläufigem Archäologischen Park und dem mit bedeutenden Fundstücken reich bestückten Museum macht die Keltenwelt am Glauberg zu einem sehr besonderen Ort, der die lange vergangene Kultur der Kelten, auch ihre hohe Kunstfertigkeit eindrücklich erfahrbar werden lässt. Das dortige, international vernetzte Forschungszentrum zu unterstützen, die am Glauberg gehobenen Funde nun einer abschließenden wissenschaftlichen Untersuchung zu unterziehen und für die breite Öffentlichkeit vermittelnd aufzubereiten, war uns ein wichtiges Anliegen – schließlich wird dadurch nicht nur ein lange bestehendes Desiderat behoben, sondern ein entscheidender Schritt für die Archäologie und deren Vermittlung in Hessen und darüber hinaus auch auf digitalem Wege für die gesamte interessierte Öffentlichkeit getan. Dass mit diesem wichtigem Vorhaben Herr Dr. Markus Schußmann betraut wurde, begrüßen wir sehr. Ihm und dem Team der Keltenwelt wünschen wir viel Erfolg und freuen uns bereits auf den Bestandskatalog und die abschließende Sonderausstellung.“ erklärt Eva Claudia Scholtz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung.

Das Projekt ist auf die Jahre 2026 bis 2028 angelegt. Den Abschluss sollen die Veröffentlichung der Gesamtpublikation, ein begleitender populärwissenschaftlicher Band sowie die Eröffnung einer Sonderausstellung bilden, die neue Perspektiven auf den „Fürsten“ vom Glauberg und sein Umfeld eröffnet.

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Von links nach rechts: Christoph Röder, Markus Schußmann (Keltenwelt am Glauberg), Eva Claudia Scholtz (Hessische Kulturstiftung), Axel G. Posluschny, Marcus Coesfeld (Keltenwelt am Glauberg) (Foto: Keltenwelt am Glauberg/Lars Corsmeyer)



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