THM-Studierende bringen Ideen ein: Aus Bierbörse wird Biobäckerei

Die Ideen und Konzepte der Studierenden stoßen auf großes Interesse bei den Gästen. Fotos: THM

Friedberg
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Das Licht ist gedimmt, der Geruch von Bier liegt noch in der Luft, der verwinkelte Raum ist gefüllt mit Menschen: An diesem Abend hat die Friedberger „Bierbörse" ein letztes Mal geöffnet. Die Traditionskneipe gegenüber des Bahnhofs wird sich in den nächsten Monaten in eine Filiale der Biobäckerei „biokaiser" verwandeln. Aber: „Dieser Laden wird nicht wie jeder andere", kündigte der Geschäftsführer an. Maßgeblich an der Konzeption beteiligt sind Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Seit etwa einem Jahr kooperiert die THM mit dem Unternehmen „biokaiser" und der Stadt Friedberg in einem langfristig angelegten Projekt. Die Veranstaltung markierte den offiziellen Auftakt der Umgestaltung des Leerstands. „Hier laufen täglich 15.000 bis 20.000 Menschen vorbei – viele Studierende sind zwischen Bahnhof und THM unterwegs. Daher wäre es wünschenswert, wenn dieser Ort zu einem Ort wird, an dem man sich gerne aufhält", sagte Friedbergs Bürgermeister Kjetil Dahlhaus. Mit dem gemeinsamen Projekt verfolgen die Beteiligten das Ziel, aus einer Stadt mit Hochschule eine Hochschulstadt zu machen – und in diesem Fall den Leerstand in ein Reallabor für Studierende zu verwandeln.

Auch THM-Vizepräsident Prof. Dirk Metzger betonte den Mehrwert der Zusammenarbeit und sprach von einer „win-win-win-Situation" mit einer Stadt als Katalysator, einer Hochschule mit viel Wissen und einem mittelständischen Unternehmen, das Gemeinwohl in den Fokus stelle. „Wir wollen uns Zeit nehmen, gemeinsam mit den Studierenden der THM etwas zu entwickeln, das einen nachhaltigen Impact hat", sagte Yasar Sköries, Geschäftsführer des Biobäckers. „Bei uns geht es nicht um reine Gewinnmaximierung, sondern um Gemeinwohl und darum, der Natur und der Gesellschaft etwas zurückzugeben", brachte er den rund 50 Gästen das Konzept näher.

Einen Einblick in die bisherigen Ideen und Projekte der Studierenden gab Holger Rohn, Professor am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen. Studierende des Gießener Fachbereichs Bauwesen gestalteten architektonische Entwürfe für das Gebäude. Angehende Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure brachten ihre ingenieurwissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Expertise ein und Studierende des neuen englischsprachigen Masterstudiengangs STEM (Sustainability Transformation in Engineering and Management) beschäftigten sich mit Nachhaltigkeit, wie etwa Lebensmittelverschwendung. Eines der architektonischen Konzepte interpretiert die Biobäckerei als offenen Begegnungsraum neu. Das Ziel: „den bestehenden Ort respektieren und zeitgemäß weiterentwickeln". Zentrales Element eines weiteren Entwurfs ist eine runde „Tonnen-Treppe", die an historische Mehlsilos erinnern soll und die verschiedene Aufenthaltsbereiche miteinander verbindet – von einem To-Go-Bereich bis hin zu Sitzmöglichkeiten im Obergeschoss, die zum längeren Verweilen einladen. Dass auch die Friedberger Stadtgesellschaft aktiv ihre Ideen einbringen soll und darf, zeigte sich in Form einer Pinnwand, auf der Gäste ihre Ideen schreiben konnten. „bitte barrierefrei" oder „Helligkeit hilft dem Raum bestimmt" war da etwa zu lesen. Aber auch: „Schön, dass hier Leben reinkommt."

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Die Ideen und Konzepte der Studierenden stoßen auf großes Interesse bei den Gästen. Fotos: THM

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Stellen das gemeinsame Projekt vor: Prof. Holger Rohn (v. l.), Yasar Sköries (Geschäftsführer „biokaiser), Prof. Dirk Metzger (THM-Vizepräsident) und Friedbergs Bürgermeister Kjetil Dahlhaus.



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