Ab Januar 2026 setzt das Innovationsquartier Kaiserstraße e. V. die erfolgreiche Bespielung von Schaufenstern fort: In der Kaiserstraße 16 (ehemals Teamsport Steib) wird die Fensteranlage individuell gestaltet – von zwei Frauen, die viele Friedbergerinnen und Friedberger als feste „Gesichter der Kaiserstraße“ kennen.
Mit ihren sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen persönlichen Herzensprojekten stehen sie exemplarisch für kreative Hobbys, Female Empowerment und eine tiefe Verwurzelung in der Stadt. Ziel der Aktion ist es, Leerständen zunächst Sichtbarkeit und Leben zu geben – und im nächsten Schritt Perspektiven für eine temporäre Ansiedlung im Pop-up-Store auf der Kaiserstraße oder neue Formen der Selbstständigkeit in einem eigenen Ladengeschäft aufzuzeigen und kreative Köpfe zu vernetzen.
Stadtbienen und Stadthonig: Christine Kempf
Eines der beiden Schaufenster widmet sich der urbanen Imkerei. Gestaltet wird es von Christine Kempf, die vielen als engagiertes Gesicht der Kaiserstraße bekannt ist. Ihre Leidenschaft gilt den Stadtbienen und den besonderen Bedingungen, die eine Stadt wie Friedberg ihnen bietet. Zwischen Alleen, Grünanlagen, Gärten und Blumenbeeten finden Bienen ein vielfältiges Nahrungsangebot – von Kastanien und Linden bis hin zu Obstbäumen im Umkreis weniger Kilometer. Stadtbienenhonig ist deshalb nie gleich, sondern spiegelt stets die jeweilige Blütenlandschaft wider. „Die Stadt ist für uns Bienen ein kleines Paradies – jede Blüte erzählt ihre eigene Geschichte. Ich möchte zeigen, wie viel Freude und Verantwortung im Imkern steckt und wie spannend urbane Bienenhaltung sein kann.“ – Christine Kempf
Das Schaufenster macht sichtbar, wie viel Fachwissen, Zeit und Engagement hinter der Bienenhaltung stehen – und dass Imkern längst kein Nischenhobby mehr ist, sondern für viele Menschen, insbesondere auch Frauen, eine sinnstiftende und nachhaltige Tätigkeit darstellt.Im Schaufenster finden sich zudem Hinweise und Kontaktdaten zu externen Imker-Lehrgängen eines befreundeten Imkers – Christine Kempf selbst bietet keine Kurse an, versteht die Präsentation jedoch als niedrigschwelligen Einstieg und Informationsangebot für Interessierte.
Handarbeiten, Nachhaltigkeit und kreative Ruhe: Christel Adam
Das zweite Schaufenster wird von Christel Adam gestaltet, die unter dem Namen „Christelier“ ihre kreative Arbeit zeigt. Die gebürtige Belgierin lebt heute in Ossenheim, ist seit kurzem deutsche Staatsbürgerin und seit über zehn Jahren bei Witt-Weiden in der Kaiserstraße beschäftigt. In ihrer Handarbeit findet sie Ruhe, Ausgleich und eine Form der Meditation. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle: Verarbeitet werden unter anderem alte T-Shirts, Wollreste und vorhandene Materialien, aus denen neue textile Objekte entstehen. Im Schaufenster stehen nicht Produkte im Vordergrund, sondern der kreative Prozess, das bewusste Arbeiten mit Ressourcen und die Freude am Gestalten. Darüber hinaus versteht Christel Adam ihre Arbeit als Einladung an andere, selbst kreativ zu werden. Ihre Idee ist ein offenes Bastel- und Kreativ-Atelier – ein Ort zum Treffen, gemeinsamen Gestalten und Austausch. Denn Kreativität, so ihre Überzeugung, ist keine Frage von Talent, sondern davon, sich zu trauen und Raum dafür zu haben.
„Ich glaube, dass jeder kreativ sein kann. Viele trauen sich nur nicht. Ein offenes Kreativ-Atelier könnte ein Ort sein, an dem man zusammenkommt, ausprobiert und merkt: Ich kann das auch.“ – Christel Adam. Für solche Formate gibt es im Quartier bereits erste Anknüpfungspunkte – etwa bestehende Räume wie das Gute Haus, eine temporäre Nutzung im Pop-up-Store Friedberg oder neue Kooperationen mit Gleichgesinnten. Die Schaufenster-Bespielung versteht sich damit auch als Impuls, Ideen sichtbar zu machen und mögliche Partnerinnen und Partner zusammenzubringen.
Impulse für die Innenstadt
Mit der gemeinsamen Schaufenster-Bespielung möchte das Innovationsquartier Kaiserstraße zeigen, welches Potenzial in persönlichen Leidenschaften steckt – nicht nur als Hobby, sondern auch als möglicher Ausgangspunkt für neue Nutzungen, kreative Angebote oder temporäre Pop-ups in der Innenstadt. „Beide Projekte machen sichtbar, wie eng Kreativität, Engagement und Stadtverbundenheit zusammenhängen“, erklärt Karolina Hauck. „Sie stehen stellvertretend für viele Menschen in Friedberg, die Ideen, Können und Herzblut mitbringen – und die unsere Innenstadt bereichern können.“

Bildquelle: Innovationsquartier Kaiserstraße Friedberg e.V.
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