Vertreter der Kreistagsfraktion der FDP Wetterau unter Leitung der Vorsitzenden Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn und Peter Heidt und des Friedberger Partei- und Fraktionschef Dr. Markus Schmidt haben den DRK Kreisverband Friedberg besucht, um sich vor Ort ein Bild von der Lage des Rettungsdienstes zu machen.
Im Mittelpunkt standen Struktur und Auslastung des Rettungsdienstes auch im Zusammenhang mit der Schließung wichtiger Abteilungen des Mathildenkrankenhauses in Büdingen, die Personalsituation sowie mögliche Reformen im Rahmen des Hessischen RettungsdienstgesetDer DRK Kreisverband Friedberg, so der Vorsitzende Helmut Wittmann sowie seine beiden Stellvertreter Karlheinz Weinert und Simon Stribny, ist auf der Westseite des Wetteraukreises als Leistungserbringer tätig, es sind weitere Leistungserbringer wie ASB und Malteser sowie Johanniter aktiv, im Süden wird auch Bad Vilbel mit versorgt. Grundlage ist eine Beauftragung des Wetteraukreises bis zum Jahr 2031. Beim Besuch wurden unter anderem die Folgen des Wegfalls von Teilen des Krankenhauses in Büdingen sowie ein geplanter Standortwechsel im Krankentransport zum 1. Januar nach Karben und die daraus resultierenden strukturellen Herausforderungen angesprochen.
Deutlich wurde, dass die Einsatzzahlen mit rund zwölftausend Einsätzen und neuntausend daraus resultierenden Patiententransporten im Jahr weiter steigen und ein grösserer Teil der Alarmierungen medizinisch nicht zwingend erforderlich ist. Dies bindet Personal und Fahrzeuge, die an anderer Stelle fehlen. Gleichzeitig ist die Personalsituation angespannt: Fluktuation im Bereich der Notfall - und Rettungssanitäter, steigende körperliche und psychische Belastung im Schichtdienst, wachsende Anforderungen an die Qualifikation. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter als höchster nicht ärztlicher Qualifikationsstufe im Rettungswesen ist aufwendig, ohne diese Qualifikation sind die Voraussetzungen für Transporte mit den Rettungswagen meist nicht gegeben. Insgesamt kann eine weiterführende Qualifizierung mehrere Jahre dauern, während die durchschnittliche Verweildauer im Beruf bei sechs bis sieben Jahren liegt.Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war auf Wunsch der FDP die Rolle der Zentralen Leitstelle des Wetteraukreises. Hahn sprach die Forderung der Krankenkassen an, in Hessen eine einzige Leitstelle für den Rettungsdienst einzurichten. Aus Sicht des DRK Rettungsdienstleiters Marco Laßmann sollte die bisherige Rettungsleitstelle perspektivisch zu einer Gesundheitsleitstelle weiterentwickelt werden, die besser beurteilen kann, ob tatsächlich ein Rettungswagen erforderlich ist oder andere Versorgungsangebote ausreichen. So könnten unnötige Fahrten reduziert und Mittel effizienter eingesetzt werden.
Zur Sprache kamen auch die Leitstellgebühr des Wetteraukreises in Höhe von neunundsechzig Euro pro Einsatz und die Spielräume, die das Hessische Rettungsdienstgesetz den Landkreisen etwa bei Vorgaben zu Medikamenten und Strukturen lässt, was zu unterschiedlichen Regelungen und Kosten in benachbarten Kreisen führt.Im Rahmen des Besuchs der FDP Delegation wurden außerdem finanzielle und strukturelle Fragen diskutiert, etwa die Entlastung der Krankenkassen und der Steuerzahlenden bei Fahrten, die nicht vollständig von den Kassen gedeckt werden, sowie Möglichkeiten, Aus und Weiterbildung im Rettungsdienst zu erleichtern oder die Verweildauer im Beruf zu erhöhen. Im Rahmen der Führung konnten die Gäste der FDP auf dem Gelände des DRK in Friedberg die Arbeitsabläufe des praktischen Rettungsdienstes und die verschiedenen Fahrzeugtypen besichtigen.

Foto: FDP Wetterau
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