Mit viel Freude und wedelndem Schwanz begrüßt Runa jeden Morgen die Kinder der städtischen Kita Villa Kunterbunt im schönen Friedberg.
Seit einem Jahr bereichert ein Therapiebegleithund in Ausbildung den pädagogischen Alltag. Runa, eine zweijährige Labradorhündin, sorgt sofort für leuchtende Kinderaugen. Auch die Elternschaft und das Team in der Villa Kunterbunt haben sie längst in ihr Herz geschlossen. „Runa ist unser heimlicher Star“, lacht die Kita-Leitung Resi Meißner. „Selbst die schüchternsten Kinder trauen sich plötzlich, sie zu streicheln oder genießen es, wenn sie den Kopf auf ihr Bein legt. Was so spielerisch aussieht, hat einen tiefen Sinn. Therapiebegleithunde helfen Kindern, Vertrauen aufzubauen, Ängste abzubauen und soziale Fähigkeiten zu stärken. Die Sprachentwicklung wird spielerisch gefördert. Im Setting mit dem Hund können Kinder Selbstwirksamkeit erfahren. Und auch die Motorik kommt nicht zu kurz. Im Außengelände der Kindertagesstätte wird vom Team ein Bewegungsparcours aufgebaut mit Hindernissen zum Springen, einen Tunnel zum Durchkriechen oder auch einfach Slalomhütchen zum Umrunden aufgebaut, der zunächst von Runa und im Anschluss von den Kindern durchlaufen wird.
Aber auch die Feinmotorik kommt nicht zu kurz. Die Kinder verstecken Leckerlis in sogenannten Intelligenzspielzeugen für Hunde, deren Bedienung auch für die Kinder eine gewisse Herausforderung und Geschicklichkeit erfordert. Wenn Runa auf der Seite liegt, können die Kinder ihren Körper mit Leckerlis umrunden oder die Umrisse malen, was noch mehr Feinmotorik erfordert. Gleichzeitig nehmen sie die Größe und Form ihres Körpers wahr. Dies fördert ein positives Körperbild und sensibilisiert für die eigenen Grenzen („Wo ist mein Arm?“). Runa kann auch würfeln und apportiert für ihr Leben gern. Dadurch eröffnet sich der pädagogischen Fachkraft eine Vielzahl von Möglichkeiten. Es gibt einen Farbwürfel, mit dem der Farbwortschatz ausgebaut werden kann oder Gegenstände zur gewürfelten Farbe zugeordnet werden können. Der Farbwürfel könnte auch in Regelspielen eingesetzt werden. Mit einem Zahlenwürfel kann der Zahlenraum bis sechs geübt werden. In Beuteln, die Runa apportiert, können Memorykarten versteckt werden oder beliebige andere Kärtchen, mit denen dann nach dem Apportieren gespielt werden kann.
Das Beste: Seit Runa regelmäßig die Kita besucht, ist die Stimmung in den Gruppen insgesamt ruhiger. Die Kinder streiten weniger und sind viel ausgeglichener.Natürlich steckt hinter diesen Einsätzen viel Vorbereitung. Therapiebegleithunde absolvieren eine fundierte Ausbildung, um auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern eingehen zu können. Runa hat gelernt, ruhig zu bleiben, auch wenn es mal laut und trubelig wird. Am Ende zählt vor allem eins, nämlich die Freude der Kinder, wenn Runa morgens die Kita betritt.
©Stadt Friedberg
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