Wiederverwenden statt Verschwenden: Kita in Friedberg wird aktiv

Friedberg
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Was passiert eigentlich mit unserem Müll, nachdem wir ihn in die Tonne geworfen haben und warum gibt es so viele verschiedene Tonnen? Mit dieser Forscherfrage befassen sich die Kinder der Kita Kettelerstrasse aktuell aktiv im Rahmen ihrer Teilnahme am PERFORM Forscherwettbewerb „Kinder entdecken Logistik“ der Industrie- und Handelskammer.

Die Wirtschaftsinitiative PERFORM Zukunftsregion Frankfurt Rhein-Main möchte neugierig auf Abläufe der Warenwirtschaft und deren Lieferketten und Logistik machen und hat daher für Kindergärten, Horte und Grundschulen diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. Die Kinder sollen sich dabei spielerisch mit vorgegebenen Forscherfragen auseinandersetzen und die Ergebnisse kreativ aufbereiten. Das beste eingesandte Projekt gewinnt dabei einen Geldpreis für die Einrichtung.

Nach der Anmeldung im letzten Jahr wurden die Kinder und Eltern aktiviert, verschiedene Verpackungsmaterialien zu sammeln und mit in die Kita zu bringen. In kürzester Zeit entstand so ein großer Haufen bestehend aus Kartons, verschiedensten großen und kleinen Schachteln, ausgespülten Plastikbechern, Dosenverschlüssen, Plastikflaschen und -deckeln, Papprollen, Käseschachteln und vieles mehr.

Das Thema wurde in den verschiedenen Morgenkreisen altersgerecht bearbeitet. Die Kleinsten haben mit der Trennbär-Handpuppe der Initiative „Mülltrennung wirkt“ spielerisch erarbeitet, wie man Müll richtig sortiert und trennt. Die etwas größeren Kinder haben das Thema durch Printmedien, Gesprächsrunden und Spiele ausgearbeitet. Ein Favorit der Kinder war das Buch „Oh weh! Oh Schreck! Der Müll muss weg!“ Die Hauptcharaktere des Buches Nulli und Priesemut motivierten die Kinder auch in unserem Außengelände und in ihrer Umgebung einen gezielteren Blick für Müll und Verschmutzungen zu entwickeln. Täglich werden Runden um die Einrichtung gedreht und mit Müllzangen der Müll im Außengelände aufgesammelt. Pfandflaschen und Dosen werden dabei separat gesammelt.

Mit den Vorschulkindern wurde zusätzlich noch das Thema Nachhaltigkeit, Recycling und Wiederverwertung besprochen und erarbeitet. Zum Beispiel wie ist der Kreislauf von Kompost und wo kommt eigentlich meine Kleidung her? Mit den Kindern wurde ausgearbeitet, wie aus der Baumwollpflanze in Amerika ein T-Shirt in China entsteht und wie es dann nach Deutschland in die Läden kommt. Anhand von Bildmaterial konnten die Kinder sich ein Bild von der Produktion machen und mit einem Globus die Logistik und Lieferketten nachverfolgen.

Als gemeinsames Projekt wurde dann im Kreativraum aus den vielen mitgebrachten Verpackungsmaterialien die Kaiserstraße der Stadt Friedberg nachgebaut mit eigenen Wohnhäusern, Geschäften, dem Adolfsturm, die Eisdiele, Spielplätzen, Autos, Sitzbänke, Flora, Fauna und mehr. Daneben haben die Kinder auch eigene Projekte und Basteleien aus dem Material erstellt. Beispielsweise wurden Miniatur-Wohnräume mit passender Einrichtung designt, eine Murmelbahn wurde aus Röhren an die Wand geklebt und der Murmelverlauf von den Kindern immer wieder nach ihren eigenen Wünschen angepasst. Eine Girlande aus Zeitung wurde gebastelt und aufgehängt und Musikinstrumente aus Flaschen hergestellt und damit im Bewegungsraum musiziert und getanzt. So zogen nach und nach in jeden Funktionsraum die verschiedensten Projektarbeiten mit ein und konnten dort bespielt werden. Auch in der Leseecke wurden verschiedene Bücher aus dem Bibliothekszentrum über das Thema (vor)gelesen und besprochen.

Ende Februar ist Abgabe der Projektergebnisse bei der IHK. Die Ergebnisse werden in einer Power-Point-Präsentation zusammengestellt und bei der regionalen IHK eingereicht. Die darin enthaltenen Bilder wurden partizipatorisch von den Kindern und den pädagogischen Fachkräften ausgesucht. In der Kita Kettelerstrasse ist dazu eine Ausstellung über mehrere Tage geplant, damit die Kinder die Ergebnisse ihren Familien präsentieren können. Die Eltern können so individuell Zeit einplanen zum Besichtigen der Ausstellung.

Die Wettbewerbsvorbereitungen sind zwar abgeschlossen, aber da die Kinder so einen Spaß daran haben, wird das Thema weiterverfolgt und regelmäßig im Alltag oder auch als Projekt wieder aufgegriffen. Die Grundlagen für Nachhaltigkeit wurden damit gesetzt und die Kinder sind nun altersentsprechende Experten und motiviert, die Impulse langfristig zu verfolgen.

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