Bahnverwaltung: Nicht mit Ruhm bekleckert

Vogler
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Die ersten Wochen des neuen Jahres sind vorüber. Die offenen Fragen des Jahres 2024 sind geblieben. Eines der drängendsten Probleme ist nicht zuletzt der öffentliche Personennahverkehr. Während in den Großstädten und bis hinein in den sogenannten „Speckgürtel“ U-, S- Straßenbahn und viele Buslinien fast bis an viele Haustüren über Haltestellen verfügen, sind die Menschen im ländlichen Raum bereits sehr dankbar, wenn sie per Bus zu vernünftigen Zeiten das nächste „Mittelzentrum“ erreichen, um Arztbesuche, Behördengänge, Einkäufe und nicht zuletzt den Schulbesuch bewerstelligen zu können.

Rund um Gelnhausen wird am Schienennetz eifrig gebaut. Deutlich sichtbar wird dies an dem provisorischen Übergang vom Bahnhof zum Mittelbahnsteig, an dem die Züge in Richtung Fulda und Frankfurt abfahren. Einmal abgesehen davon, dass dieses Bauwerk keineswegs als ein Meisterstück deutscher Handwerkskunst anzusehen ist, stellt es die Fahrgäste vor besondere Herausforderungen beim Erklimmen der vielen Stufen – übrigens deutlich mehr als beim Tunnel, denn es muss ja die Hochspannungsleitung überquert werden. Was bei trockener Witterung schon kein vergnügungssteuerpflichtiges Unterfangen darstellt, bekommt bei Wind und Regen eine besondere Note. Älteren und gebrechlichen Fahrgästen sei dabei dringend empfohlen, den Zugang über den Linsengerichter Portaltunnel zu nehmen.

Nicht gerade mit Ruhm bekleckert sich die Bahnverwaltung bei den Gleisbauarbeiten zwischen Gelnhausen und Büdingen. Nachdem zunächst der stark frequentierte Bahnübergang in Linsengericht über Wochen hinweg komplett gesperrt war, ist die Bahn offensichtlich nicht in der Lage, auf der freien Strecke Gleise zu verlegen, um den Bahnbetrieb zwischen Gelnhausen und Büdingen wieder aufzunehmen, obwohl dies Ende vergangenen Jahres per App angekündigt worden war.

Was bleibt ist der ungeliebte „Schienenersatzverkehr“, der den Fahrgästen nicht nur zusätzliche Reisezeit und Unbequemlichkeiten abverlangt, sondern darüber hinaus auch noch unzuverlässige Verbindungen. Bleibt als Alternative das Auto. Hier sitzt man bequem, muss nicht unnötig umsteigen und in der Regel ist das eigene Fahrzeug auch recht zuverlässig – auch bei dem aktuellen Unbill der Witterung. Bleibt zu hoffen, dass die wohlfeilen Sprüche von Wahlkämpfern in den Ohren der Bahnverwaltung nicht auf taube Ohren treffen.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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