Bereits seit 75 Jahren ist die Lebensgemeinschaft Bingenheim aktiv und leistet wertvolle inklusive Sozialarbeit in der Wetterau. An diesem Wochenende veranstaltete die Lebensgemeinschaft ihren traditionellen Adventsbasar, bei dem die Werkstätten für Besucher geöffnet waren und allerlei selbstproduzierte Waren zum Kauf angeboten wurden.
Der Wetterauer Bundestagskandidat Esra Edel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nutzte diese Gelegenheit und stattete der Einrichtung einen Besuch ab, um sich über die dortige Arbeit und die systemischen Gegebenheiten zu informieren. Begleitet wurde Edel von den Echzeller Fraktionsmitgliedern der Grünen Christa Degkwitz und Ramona Stolz.
Während des Besuchs gaben der scheidende Leiter der Einrichtung, Sebastian Erben, und sein Nachfolger, Jonas Sehl, eine ausführliche Führung über das Gelände und durch die verschiedenen Werkstätten. Die beiden informierten über die Arbeit der Lebensgemeinschaft, ihre Aufgaben, die Bewohnerinnen und Bewohner und deren wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft, die Gemeinde und die Gesellschaft. In Handarbeit werden nicht nur gewebte Decken, robuste Holzwaren, Kerzen oder kunstvolles Töpfergut produziert, sondern auch Tees und Gewürzmischungen aus eigenem Kräuteranbau. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele hochqualitative handwerkliche Produkte in Bingenheim hergestellt werden", kommentierte Edel den Besuch der Weberei, Töpferei und Kerzengießerei. Besonders die Tatsache, dass der angehörige landwirtschaftliche Betrieb rein nach ökologischen Standards wirtschaftet, ist für die Besuchenden der Grünen sehr wichtig zu erfahren. So werden Böden geschont, Tierleid vermindert und für gesunde Nahrung gesorgt.
Esra Edel und Sebastian Erben tauschten sich während der Führung über das Gelände der Lebensgemeinschaft auch über die politischen Verhältnisse in der Inklusionsarbeit aus. Wie auch der Rest Deutschlands kämpft die Lebensgemeinschaft unter anderem mit einer bürokratischen Überregulierung in der Finanzierung ihrer Arbeit. „Es kann nicht sein, dass sich zum Beispiel eine Person mit Down-Syndrom jährlich für ihren Zustand rechtfertigen muss, um weiterhin Unterstützung vom Staat zu erhalten. Der bürokratische Wasserkopf schluckt auch hier unnötigerweise einen großen Anteil der Gelder, welche direkt bei den Menschen besser aufgehoben wären", findet Edel. „Wo Inklusion so gut gelingt wie in Bingenheim, sollte die staatliche Unterstützung weniger bürokratisch ablaufen, wie von der Geschäftsleitung heute geschildert. Die Menschen sind in Bingenheim gut aufgehoben – daran hat auch die Gesellschaft ein Interesse."
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