Fünf Jahre nach dem Hochwasserereignis vom 29. Januar 2021 zieht die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Büdingen ein sachliches Resümee.
Die damaligen Überschwemmungen hatten gravierende Folgen für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in der Großgemeinde und prägen die Diskussion um wirksamen Hochwasserschutz bis heute. Kaum ein anderes Thema hat die städtischen Gremien in der zu Ende gehenden Wahlperiode intensiver beschäftigt. Der FWG-Stadtverordnete Thomas Appel betont, dass Bürgermeister Benjamin Harris in Fragen des Hochwasserschutzes die volle Unterstützung der FWG habe. Dies zeige sich auch in den fraktionsübergreifend getragenen Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung, mit denen die Vorschläge der Verwaltung regelmäßig unterstützt wurden. "Wir wollen, dass er mit seiner Arbeit erfolgreich ist und die notwendigen Schutz-Projekte mit der Verwaltung umsetzen kann."
Nach Einschätzung der FWG zeigt gerade der Hochwasserschutz, wie tragfähig die Zusammenarbeit zwischen Fraktionen, Magistrat und Verwaltung sein kann. Verschiedene Initiativen und fraktionsübergreifende Beschlüsse machten deutlich, dass allen Beteiligten daran gelegen ist, den Schutz der Bevölkerung zügig voranzubringen. „Hochwasserschutz ist eine gemeinsame Verantwortung über Parteigrenzen hinweg“, betont Appel. Zugleich macht die FWG deutlich, dass der Hochwasserschutz nicht allein auf das Ereignis von 2021 reduziert werden dürfe. Historische Hochwasser der Jahre 1947, 1967, 1974, 1977 und 2003 zeigen, dass es sich um eine wiederkehrende Gefährdung handelt, die Büdingen seit Jahrzehnten begleitet und lange unterschätzt wurde. Neben klimatischen Entwicklungen hätten auch menschliche Eingriffe in Bachläufe und natürliche Rückhalteflächen im Seemental die Hochwassergefahr über Jahre hinweg verschärft.
Kritisch sieht die FWG weiterhin die langsame Umsetzung und die unzureichende finanzielle Hinterlegung zentraler Maßnahmen, insbesondere bei der Seemenbachmauer. Zugleich werde in Fragen des Hochwasserschutzes interne Kritik bewusst zurückgestellt. „Aus jahrzehntelanger Erfahrung wissen wir, dass Verzögerungen häufig auf übergeordneten Ebenen entstehen“, erklärt Appel. Die Stadt Büdingen bemühe sich bereits seit mehr als 50 Jahren um eine wirksame Hochwasserrückhaltung oberhalb der Kernstadt. „Leider hat es erst das schwere Hochwasser vom Januar 2021 gebraucht, um den dringend notwendigen Schutz mit Nachdruck auf den Weg zu bringen“, so Appel weiter. Der von Bürgermeister Harris vorgeschlagene Ankauf der Seemenbachmauer wird von der FWG ausdrücklich unterstützt. Bislang fehlten jedoch klare Fortschritte bei Eigentumsübertragung, Haushaltsmitteln und Förderanträgen. Es ist kein Geheimnis, dass sich hier alle Fraktionen und der Magistrat ein schnelleres Tempo wünschen würden. Für die FWG ist daher klar, dass im Jahr 2026 eine tragfähige Lösung erreicht werden müsse, damit spätestens 2027 mit der Umsetzung begonnen werden kann. Das derzeitige Provisorium dürfe kein Dauerzustand sein.
Der Hochwasserschutz betreffe zudem nicht nur die Kernstadt. Auch für Wolferborn, Rinderbügen, Wolf und die weiteren Stadtteile müssten die begonnenen Projekte konsequent und möglichst zügig umgesetzt werden. Das Land Hessen, die obere Wasserbehörde und der Wasserverband Nidder/Seemenbach stünden gemeinsam in der Verantwortung, die Stadt Büdingen beim Hochwasserschutz nachhaltig zu unterstützen. Begleitend lege die FWG großen Wert darauf, dass die Maßnahmen in den Haushaltsplänen der Stadt Büdingen abgebildet und finanziell hinterlegt werden. „Unabhängig hiervon es jedoch ist gut zu wissen, dass die Stadtverordnetenversammlung in dieser zentralen Frage mit einer Stimme spricht und diesen Sachverhalt soll man ebenfalls einmal deutlich zum Ausdruck bringen“, so Appel abschließend.

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