Am Montagmittag (21.07.2025) klingelte bei einer Frau aus Büdingen das Telefon. Als sie das Gespräch entgegennahm, heulte eine Frau in den Hörer, schluchzte das Wort "Mama" und dass etwas schlimmes passiert sei. Danach übernahm ein Mann das Gespräch, der sich als Polizeibeamter ausgab. Er erklärte, dass die Tochter der Büdingerin einen Unfall verursacht habe, bei dem eine schwangere Frau ums Leben gekommen wäre.
Da sich die Tochter der Dame im Ausland befindet, glaubte sie die Geschichte des Anrufers. Dieser erhöhte den Druck und forderte 75.000 EUR als Kaution, damit die Tochter wieder auf freien Fuß gesetzt werde. Die Büdingerin erklärte, dass sie so viel Geld nicht aufbringen könne. Auch die Fragen nach Gold oder Schmuck verneinte sie. Nach einer angeblichen Rücksprache mit einem Staatsanwalt verringerte der Anrufer die Geldforderung. Daraufhin fuhr die Frau zur Bank und hob die vereinbarte Summe ab.
Der Anrufer schickte sie zum Amtsgericht nach Gelnhausen, wo sie das Geld einzahlen sollte. Auf dem Weg dorthin meldete sich ein weiterer Anrufer, der sich als Staatsanwalt ausgab. Er dirigierte die Büdingerin auf einen Parkplatz in der Nähe des Amtsgerichts und kündigte eine Abholerin an, der das Geld durch das geöffnete Autofenster übergeben werden solle. In dem Moment, als eine unbekannte Frau ans Autofenster trat, erhielt die Büdingerin eine Textnachricht von ihrer Tochter, die aus dem Urlaub meldete, dass sie gut angekommen sei. Durch diese Nachricht wurde die Mutter stutzig. Sie ließ das Fenster nicht herunter, beendete das Gespräch übers Handy und fuhr mit dem Auto zurück. Die Abholerin ließ sie ratlos und mit leeren Händen auf dem Parkplatz stehen.
Auf direktem Wege fuhr die Frau zu ihrer Bank und zahlte das zuvor abgehobene Geld wieder ein. Die Polizei rät dazu, keine Auskünfte über Vermögensverhältnisse zu geben: "Lassen Sie sich am Telefon von Anrufern nicht unter Druck setzen. Beenden Sie das Gespräch und rufen Sie selbst bei der Polizei, auch über Notruf 110, an. Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten. Ziehen Sie, wenn Sie unsicher sind, Verwandte, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen hinzu. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Außerdem empfiehlt die Polizei innerhalb der Familie und dem Bekanntenkreis Angehörige zu sensibilisieren und auf die Maschen der Betrüger hinzuweisen. Weitere Hinweise zum Schutz vor gängigen Betrugsmaschen finden Sie auch unter www.polizei-beratung.de."
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