Unter dem Motto „LOKAL-Politik im Gespräch" lud die FDP Büdingen am Donnerstag, 25. September 2025, zu einer offenen Diskussionsrunde ins neue Gründerzentrum in der Bahnhofstraße 17 ein.
Thema des Abends war die wirtschaftliche Entwicklung in Büdingen – Potenziale, Herausforderungen und Fördermöglichkeiten. Als Impulsgeber begrüßte die FDP den städtischen Wirtschaftsförderer Manuel Hasific und Julian Meyer-Over, der ehrenamtlich für das Gründernetzwerk tätig ist. Beide stellten eindrucksvoll die Arbeit des neuen Gründerzentrums vor. Wo früher Leerstand herrschte, sei heute ein lebendiger Ort für Gründer, Start-ups und Selbstständige entstanden. Neben Co-Working-Plätzen biete das Zentrum Beratungsangebote, Netzwerke und konkrete Unterstützung für junge Unternehmerinnen und Unternehmer. Hasific machte deutlich, dass Büdingen beim Thema Gründerkultur ein neues Kapitel aufschlägt. Die Stadt stelle dafür Räume, Infrastruktur und Begleitung, sowie einen kurzen Draht in die Verwaltung bereit, um Ideen zu fördern und Existenzgründungen voranzubringen. Besonders betonte er die Chancen im Bereich Digitalisierung, Tourismus und Innenstadtbelebung, wofür auch das Handwerk eine wichtige Rolle spielt.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Ideen einzubringen und mit dem Wirtschaftsförderer wie auch der FDP ins Gespräch zu kommen. Die Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Büdingen, Sylvia Patzak, hob hervor: „Wir wollen wissen, wo Büdingen wirtschaftlich steht – und wie wir gemeinsam besser werden können. Mit Manuel Hasific haben wir einen engagierten Ansprechpartner, der die Themen vor Ort kennt und mit vielen konkreten Projekten anpackt." Von der Frage, was Gründer in der Anfangsphase brauchen, kam man schnell zum Punkt, dass bislang keine fundierte, umfassende Analyse über die derzeitige wirtschaftliche Situation der Gemeinde besteht, die aber auch benötigt wird, um eine datenbasierte Strategie für die Entwicklung der Stadt erstellen zu können.
Mit einer fundierten Analyse der harten und weichen Standortfaktoren, könne man auch Strategien entwickeln, wie die vorhandenen Leerstände genutzt werden könnten. Das Team vom Gründerzentrum ist hier bereits aktiv und befindet sich in regelmäßigem Austausch mit den Eigentümern. Wenn diese ein Interesse an einer neuen Vermietung haben, werden dann jeweils individuell weiteren Schritte angegangen. Vom Thema Leerstände kam die Debatte schnell auf ein prominentes und viel diskutiertes Kernproblem der Stadt Büdingen – die Verbindung von Mobilität, Parkraum und Aufenthaltsqualität vor allem in der historischen Altstadt, aber auch in der Bahnhofsstraße und der Berliner Straße. Diese Bereiche sind sehr stark verkehrsbelastet und erschweren vor allem Radfahrern das sichere Vorwärtskommen. Tanja Kolb, die Vorsitzenden des Gewerbe- und Verkehrsvereins, brachte die Interessen der Büdinger Geschäftsleute auf den Punkt: „Auch wir freuen uns über eine bessere Aufenthaltsqualität in der Stadt, müssen aber vor allem auch darauf achten, dass die Geschäfte erreichbar bleiben. Ohne entsprechende Parkmöglichkeiten kommen die Kunden nicht zum Einkaufen in die Büdinger Geschäfte", so Kolbs Erfahrung, und damit fehle auch die Frequenz in der Innenstadt. Die Ansiedlung weitere Geschäfte und kleiner Läden sei damit erschwert.
Wolfgang Patzak, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Büdinger Stadtverordnetenversammlung, ist die Lage seit vielen Jahren bewusst: „Die Kunden kommen vor allem aus den umliegenden Dörfern und Kommunen zu uns – in der Regel mit dem Auto, da es keine praktikable Alternative gibt. Dem müssen wir Rechnung tragen!" Seine Fraktionskollegin Andrea Rahn-Farr ergänzt: „Wir haben uns im Jahr 2024 bereits mit dem Thema beschäftigt und schlagen in einem Antrag vor, vom späten Nachmittag am Samstag bis Sonntagabend die historische Altstadt durch digital steuerbare Poller zu schließen. Anwohner und Rettungskräfte könnten dann hinein, sonst gehört der öffentliche Raum aber den Bürgern, Gastronomen und Touristen. Das würde die Aufenthaltsqualität in dem Bereich deutlich erhöhen, auch für Familien mit kleinen Kindern – denn aktuell muss man eher Angst haben, dass sie in den Autoverkehr geraten. Entspannt die Altstadt genießen, draußen sitzen – das ist zurzeit kaum drin." Allerdings ist den Liberalen auch klar, welche Bedingungen für eine solche Lösung erfüllt sein müssten: „Wir brauchen dafür Parkmöglichkeiten nahe der Altstadt," so die Andrea Rahn-Farr. Dies sei eine Herkulesaufgabe, doch sie hoffe auf ein breites Bündnis quer durch die Fraktionen in Büdingen, um hier endlich eine gute Lösung zu schaffen.
Die FDP Büdingen dankte zum Schluss allen Teilnehmern. Die Diskussion machte deutlich, dass eine lebendige Gründerkultur zentral für die Zukunftsfähigkeit der Stadt ist. Durch innovative Projekte, die Förderung junger Unternehmer und die Lösung der Mobilitätsprobleme kann Büdingen wirtschaftlich wachsen und attraktiver für Familien, Fachkräfte und Investoren werden.
PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von WETTERAU.NEWS!


