Die Grünen Bad Vilbel begrüßen die angekündigte Übergabe der Baugenehmigung für das kommunale Sporthallenbad. Nach sieben Jahren ohne Hallenbad ist jeder Fortschritt wichtig für Schulen, Vereine und die Bürgerinnen und Bürger. Dass nun „ein Bagger auf der Baustelle im Einsatz“ ist und die Genehmigung „grünes Licht“ erhält, wie die Wetterauer Zeitung berichtet, ist ein Schritt, der längst überfällig war.
„Diese Freude darf nicht darüber hinwegtäuschen, was die Stadt dafür zahlt“
Während Bürgermeister Wysocki öffentlich von einem „super Tag für Bad Vilbel“ spricht, sehen die Grünen vor allem die massiven finanziellen Risiken, die die Stadt trägt. Die Stadtwerke werden 35 Millionen Euro für Rohbau und Parkhaus beisteuern – und zusätzlich ein Darlehen von 50 Millionen Euro an die Therme Group vergeben.
„Für 85 Millionen Euro hätte die Stadt schon vor Jahren ein eigenes, solides Kommunalbad bauen können – ohne Abhängigkeit von einem internationalen Investor und ohne ständig neue Verzögerungen“, sagt Tobias Grabo, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Stattdessen hat man sich in ein Konstrukt manövriert, in dem die Stadt finanziell erhebliche Risiken eingeht und bei dem wir keinerlei Kontrolle über Zeitplan oder Kostenentwicklung haben.“
Die Grünen erinnern daran, dass die Absicherung dieses Darlehens bereits in den neuen Verträgen verschlechtert wurde – ein Risiko, das sie schon im Dezember letzten Jahres klar benannt hatten. „Dass die Stadt mit dem vereibarten Darlehen tief in die Tasche greifen muss, obwohl die Therme Group inzwischen von einem globalen Finanzinvestor unterstützt wird, halten wir für völlig unverhältnismäßig,“ ärgert sich Jens Matthias, für die Grünen im Bad Vilbeler Stadtparlament: „Sieben Jahre ohne Bad – und jetzt plötzlich Tempo? Das wirkt wie Wahlkampf“
Auffällig ist für die Grünen auch der Zeitpunkt der Genehmigungsübergabe. Nach jahrelangen Verzögerungen, Umplanungen, Ankündigungen und Rückziehern kommt die positive Nachricht nun ausgerechnet wenige Tage vor der Kommunalwahl. "Dass die Baugenehmigung genau jetzt übergeben wird, nachdem zuvor jahrelang nichts voranging, ist zumindest bemerkenswert“, sagt Kathrin Anders, Spitzenkandidatin der Grünen. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, warum dieser Schritt nicht schon früher möglich war – und warum er ausgerechnet jetzt plötzlich so schnell geht.“ „Bad Vilbel braucht ein Hallenbad. Was es nicht braucht, ist ein Blankoscheck für ein privatwirtschaftliches Großprojekt.“
Die Grünen betonen, dass sie das Ziel eines modernen, gut erreichbaren Hallenbads ausdrücklich unterstützen. Doch sie fordern Transparenz, solide Finanzierung und eine klare Prioritätensetzung zugunsten der öffentlichen Daseinsvorsorge. „Wir werden den Bau konstruktiv begleiten – aber wir werden nicht schweigen, wenn die Stadt Millionenrisiken eingeht, die vermeidbar gewesen wären“, ergänzt Myriam Gellner, Co-Fraktionsvorsitzende. „Bad Vilbel braucht ein Hallenbad. Was es nicht braucht, ist ein Blankoscheck für ein privatwirtschaftliches Großprojekt.“
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