Stadtentwicklungskonzept wird umgesetzt

Bad Vilbel
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Die Stadt Bad Vilbel wurde im Jahr 2018 in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren in Hessen“, damals noch „Aktive Kernbereiche in Hessen“ aufgenommen. Im Mittelpunkt des Förderprogramms stehen der Erhalt und die Entwicklung lebendiger und identitätsstiftender Innenstädte und Ortskerne.

Sie sollen die Innenstädte auch künftig als Orte der Begegnung, des Austauschs und der Identifikation für alle Menschen zu sichern und zu erhalten. Grundlage dieser Förderung bildete die 2019/ 2020 erfolgte Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes, kurz ISEK.

Was ist ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept?
Das ISEK stellt die Grundlage der Programmumsetzung dar, in dem ein Fördergebiet festgelegt und Projekte zusammengestellt werden, die innerhalb von rund zehn Jahren Laufzeit umgesetzt werden sollen. Für das ISEK wurde eine Bestandsaufnahme und -analyse durchgeführt. Darauf aufbauend wurden die Stärken und Schwächen der Stadt Bad Vilbel identifiziert, woraus ein Leitbild sowie Ziele und Handlungsfelder abgeleitet wurden. Hierfür wurden in einem weiteren Schritt Maßnahmen und Einzelmaßnahmen erarbeitet, welche zur Umsetzung des Leitbildes und der Ziele beitragen. Des Weiteren beinhaltet das ISEK eine Zeit- und Finanzierungsplanung sowie ein Vorschlag bezüglich Umsetzungs-, Organisations- und Beteiligungsstrukturen.

Das ISEK enthält neben Maßnahmen, die ausschließlich über die Städtebauförderung finanziert werden, auch solche, die teilweise und gänzlich über andere Fördertöpfe oder aus dem städtischen Haushalt finanziert werden. Bereits während der Erarbeitungsphase des ISEK wurde aufgrund des Hessentages 2020 mit ersten Maßnahmen begonnen. Dazu gehören beispielsweise die Arbeiten an der Umgestaltung der Frankfurter Straße haben, wobei diese in drei Bauabschnitten saniert und umgestaltet wird. Der erste Bauabschnitt ist dabei so gut wie fertiggestellt, 2021 erfolgt dann der zweite Abschnitt. Zwischenzeitlich fertiggestellt sind beispielsweise die Neugestaltung des Brunnens im Lohgerberpark, die Sanierung des historischen Rathauses oder auch der Niddauferweg (stadtseitig).

Außerdem nahm die FIRU mbH aus Kaiserslautern ihre Arbeit als Kernbereichsmanagement, ebenfalls eine Maßnahme aus dem ISEK, auf. Präsent vor Ort sein wird dieses wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres, zunächst im Rathaus und dann im Kernbereich mit einem geplanten Bürostandort im neuen Kurhaus ab 2022.

Was ist das Kernbereichsmanagement?

Die Einrichtung eines Kernbereichsmanagements ist für Kommunen, die sich im Programm der Städtebauförderung befinden, obligatorisch. Die Zuständigkeit erstreckt sich dabei auf die Wahrnehmung folgender Aufgaben, in einem im Rahmen der Erstellung des ISEK festgelegten Geltungsbereich:

⦁ Sicherstellung der Programmumsetzung vor Ort
⦁ Umsetzung der Ziele aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept
⦁ Koordination und Bündelung weiterer Aktivitäten zur Kernbereichsentwicklung durch private Dritte oder andere öffentliche Stellen
⦁ Steuerung des komplexen Prozesses der Kernbereichsentwicklung uvm.
⦁ Beratung zu den im ISEK festgelegten Förderprogrammen

Das Fördergebiet
Damit die Umsetzung der Maßnahmen räumlich fokussiert werden kann, wurde ein räumlicher Geltungsbereich abgegrenzt. Dieser dient auch als Geltungsbereich für das Kernbereichsmanagement. Demnach können Maßnahmen aus dem ISEK, wie beispielsweise der Verfügungsfonds oder das Fassadenanreizprogramm, nur in diesem abgegrenzten Kernbereich umgesetzt werden. Der Bereich erstreckt sich entlang der Nidda und schließt im Süden die Frankfurter Straße und im Norden die Parkbereiche und die Wohngebiete zwischen der Kasseler Straße und der Friedberger Straße ein.

Was ist die Lokale Partnerschaft?
Die Lokale Partnerschaft, kurz LoPa, wurde zu Beginn der Erarbeitungsphase des IKEK gebildet und hat den Gesamtprozess von Anfang an mitbetreut und entwickelt. Sie setzt sich aus im Kernbereich aktiven Vertretern und Akteuren aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Die Lokale Partnerschaft stellt eine intensive Einbindung und Vernetzung der örtlichen Akteure dar, wodurch die unterschiedlichen Interessen koordiniert, Eigeninitiativen von Privaten geweckt und unterstützt sowie die lokalen Ressourcen gebündelt werden.

Die LoPa begleitet und unterstützt die Kernbereichsentwicklung, ist Experte, Multiplikator und Träger, wobei sie in allen die Kernbereichsentwicklung betreffenden Entscheidungen eingebunden wird. In regelmäßig stattfindenden Treffen werden aktuelle Themen besprochen, Projekte erarbeitet und über Förderanträge im Rahmen des Verfügungsfonds entschieden.

Förderprogramme ab Herbst 2021
Im Jahr 2021 werden nach voraussichtlich erfolgreicher Genehmigung Gelder für einen Verfügungsfonds und ein Fassadenanreizprogramm zur Verfügung stehen. Mithilfe des Verfügungsfonds können kleinere Maßnahmen kurzfristig und unbürokratisch gefördert werden. Die Mittel sind für Projekte und Maßnahmen bestimmt, die von Bewohnerinnen und Bewohnern oder lokalen Akteuren unter Berücksichtigung der Ziele des ISEK’s vorgeschlagen und im abgegrenzten Kernbereich umgesetzt werden sollen.

Dabei soll insbesondere das ehrenamtliche Engagement unterstützt und gemeinsam die Aufenthaltsqualität sowie die Attraktivität des Kernbereichs verbessert und aktiv mitgestaltet werden. Beim Fassadenanreizprogramm geht es um die Aufwertung und Sanierung von Fassaden im abgegrenzten Kernbereich. Die Eigentümerinnen und Eigentümer werden dabei finanziell unterstützt, wenn ihre Fassade unteranderem von der Straße her einsehbar ist und die Sanierung zu einer wesentlichen und nachhaltigen Verbesserung des Stadtbilds beiträgt. Beides soll Ende des Jahres starten und weitere Informationen dazu werden in der Presse zu lesen sein.



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