Auf Initiative des Ausländerbeirats Bad Nauheim trafen sich der Vorsitzende des Ausländerbeirats Sinan Sert, Magistratsmitglied Ali Bulut und Vertreterinnen und Vertreter des Vereins „Wirtschaft für Bad Nauheim e.V.“ mit der Wetterauer Bundestagsabgeordneten Natalie Pawlik (SPD), die zugleich Staatsministerin und Integrationsbeauftragte des Bundes ist.
Das Gespräch fand in den Räumen der Park-Klinik Bad Nauheim statt und widmete den Herausforderungen bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen sowie der Fachkräftesituation im Gesundheitswesen. Anlass waren unter anderem zahlreiche Erfahrungsberichte von zugewanderten Menschen, die bei der Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse auf Hürden gestoßen sind. Sinan Sert betonte, wie wichtig eine schnelle Arbeitsaufnahme für eine erfolgreiche Integration sei. „Für sich selbst sorgen zu können, Kolleginnen und Kollegen zu haben und eine klare Tagesstruktur zu erleben, ist für viele Migrantinnen und Migranten entscheidend, um in Deutschland anzukommen. Wenn sich die Anerkennung der Abschlüsse lange hinzieht, arbeiten viele deutlich unter ihrem Qualifikationsniveau.“
Die Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik unterstrich den Handlungsbedarf. „Deutschland braucht qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse deutlich schneller und transparenter werden. Derzeit werden Anerkennungsverfahren häufig dadurch verlangsamt, dass unterschiedliche Behörden, Kammern und 16 Bundesländer beteiligt sind. Je nach Beruf und Region gelten verschiedene Zuständigkeiten und Abläufe, was die Verfahren komplex und zeitintensiv macht“, erklärte Natalie Pawlik. „Genau deshalb arbeiten wir auf Bundesebene derzeit an der Umsetzung der Work-and-Stay-Agentur. Unser Ziel ist es, den Einstieg internationaler Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt deutlich einfacher und schneller zu machen. Mit einer zentralen digitalen Plattform wollen wir Verfahren bündeln, Bürokratie abbauen und dafür sorgen, dass Informationen und Unterlagen nur einmal eingereicht werden müssen, während alle beteiligten Behörden darauf zugreifen können“, so Pawlik.
Jochen Hahn verwies zugleich auf die hohen Qualitätsanforderungen im Gesundheitswesen: „Es ist richtig, dass wir sehr genau prüfen, ob ausländische Qualifikationen mit unseren Standards vergleichbar sind. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass Fachkräfte, die nach Deutschland kommen, hier auch bleiben möchten.“ Auch die Sprache spiele dabei eine wichtige Rolle, ergänzte Dr. Lutz Ehnert vom Ärztehaus am Park. Gerade im medizinischen Bereich seien gute Deutschkenntnisse für Dokumentation, Qualitätssicherung und den täglichen Austausch unerlässlich. “Gerade in bewegten Zeiten ist es wichtig, dass Wirtschaft und Politik im engen Dialog stehen. Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, die Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen voranzubringen und alle Potentiale zu nutzen. Wenn es uns gelingt, internationale Fachkräfte vor Ort erfolgreich zu integrieren, stärkt das auch den Gesundheitsstandort Bad Nauheim und die gesamte Wetterau“, bedankte Pawlik abschließend für den offenen Austausch.

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