Mehr als nur ein Schwimmbad für Friedberg und Bad Nauheim

Bad Nauheim
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Die FDP-Fraktionen aus den Stadtverordnetenversammlungen in Bad Nauheim und Friedberg haben vor einigen Wochen das Usa-Wellenbad besucht. Das in den 1980er- Jahren gebaute und seither von beiden Gemeinden zu gleichen Teilen betriebene Bad ist jedoch in die Jahre gekommen, der Instandhaltungsaufwand wird immer größer.

Spätestens in einigen Jahren stellt sich für die beiden Gemeinden dann die Frage: grundlegende Sanierung oder Neubau? Betriebsleiter und Geschäftsführer Sascha Riek gab den Liberalen einen umfassenden und ausführlichen Einblick hinter die Kulissen. Im Freibadbereich zeigte er Sanierungsbedarfe und entsprechende Planungsvarianten auf. Auch die Möglichkeit einer provisorischen Halle über dem großen Schwimmbecken im Falle einer längeren Sanierung des Hallenbads wurde diskutiert. Im Hallenbad ging es in den Untergrund, welcher Besuchern ansonsten verborgen bleibt. Riek zeigte die technischen Anlagen zur Heizung von Räumen und Wasser, die Filteranlagen sowie auch die Wellenanlage. Der Sanierungsbedarf wurde hier deutlich, aber eine Erneuerung der Anlagen ist vielfach nicht so einfach. Technische und gesetzliche Standards haben sich insbesondere in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt, neue Anlagen lassen sich in die bestehende Technik und Bausubstanz nicht einfach integrieren, erläuterte Rieck. Manchmal sei einfach nur die Rohrdicke erweitert oder verkleinert, was bei einer Sanierung zu umfangreichen weiteren Arbeiten führen würde.

„Es ist beeindruckend zu sehen, welcher technische Aufwand hinter einem Schwimmbadbetrieb steht“, fasste Helge Müller, Stadtverordneter der Friedberger FDP, die Eindrücke der Besuchergruppe zusammen. Für die Liberalen beider Städte steht fest: Ein Hallenbad wird weiter gebraucht, auch ein Freibad soll erhalten bleiben. „Fast ein Dutzend Vereine beider Kommunen und mehr als dreißig Schulen sind auf das Schwimmbad angewiesen“, erläutert Peter Heidt, Stadtverordneter aus Bad Nauheim und Vorsitzender der Kreistagsfraktion der FDP, die Bedeutung des Usa-Wellenbads über den reinen Spaßfaktor hinaus. Ohne Hallenbad und Freibad könnte bspw. die DLRG keine Übungen und Ausbildungen machen, Vereine mit Schwimmern, Wasserballern oder Tauchsportlern hätten keine Sportstätte mehr und müssten den Vereinsbetrieb aufgeben. Heidt weiss, wovon er spricht: Er spielte selbst jahrelang Wasserball beim VfB Friedberg, ist zudem Vereinsvorsitzender. Auch viele Freizeit- und Gesundheitssportler hätten keine Trainingsstätte mehr.

„Das Usa-Wellenbad hat neben einer gesellschaftlichen auch eine bildungspolitische Bedeutung. Ohne Schwimmbad gebe es keinen Schwimmunterricht an Schulen mehr, auch keinen von Vereinen“, betont Sabine Fuchs, Fraktionsvorsitzende der FDP in Friedberg, die Wichtigkeit eines Schwimmbads. Gleichwohl würde sowohl eine Sanierung wie auch ein möglicher Neubau beide Kommunen vor große finanzielle Herausforderungen stellen. Zudem gibt es eine Menge Stellschrauben, die insbesondere die späteren Betriebskosten, aber auch mögliche Einnahmen beeinflussen und von der Politik entschieden werden müssen. Wird künftig ein Hallenbad mit Fokus auf Sportbecken betrieben oder wird es auch einen Wellnessbereich geben? Bleibt der Wellenbetrieb erhalten? Welchen Auswirkungen hätten Neubau oder Sanierung auf die Energieeffizienz?

„Die Liberalen in beiden Städten wollen bei der weiteren Planung und Ideenfindung an einem Strang ziehen und gemeinsame, konstruktive Vorschläge unterbreiten“, unterstreicht Paula Preiß, Co-Fraktionsvorsitzende der Bad Nauheimer FDP. Dabei werde man auf die Beratung durch Fachleute aus den Bereichen Schwimmbadbau und -technik, aber auch Tourismus und Stadtentwicklung setzen. „Wir wollen den Bürgern beider Städte ein durchdachtes Konzept präsentieren, dass allen Menschen in Friedberg und Bad Nauheim ein attraktives Schwimmbad auch für die nächsten 50 Jahre bieten wird“, betonen abschließend Dr. Markus Schmidt und Julius Ulowetz, die Vorsitzenden der FDP in Friedberg und Bad Nauheim, die gemeinsame Zielsetzung der Liberalen.



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