Der Sprudelhof ist weit mehr als nur ein Bauwerk: Er ist das schlagende Herz Bad Nauheims, ein architektonisches Juwel von europäischem Rang und der zentrale Anziehungspunkt für Bürgerinnen, Bürger sowie Gäste aus aller Welt.
Doch genau um dieses Aushängeschild machen sich die Freien Wähler (FW) Bad Nauheim derzeit große Sorgen. In einem aktuellen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung fordert die Wählergemeinschaft den Magistrat auf, umgehend Maßnahmen einzuleiten, um das Erscheinungsbild der größten geschlossenen Jugendstilanlage Europas auch während der notwendigen Revitalisierungsphase würdig zu gestalten.
Baustelle als Visitenkarte, nicht als Störfaktor - „Wir verkennen keineswegs die Notwendigkeit der umfangreichen Baumaßnahmen, um den Sprudelhof als Gesundheits-, Kur- und Jugendstilzentrum für die Zukunft zu sichern“, erklären die Freien Wähler. „Doch das aktuelle Erscheinungsbild wird der herausragenden Bedeutung dieses Ensembles schlichtweg nicht gerecht.“ Nach Überzeugung der FW darf eine Baustelle dieser Größenordnung kein optischer Schandfleck sein, der Besucher abschreckt und die Identität der Stadt schwächt. In ihrem Antrag fordern die Freien Wähler den Magistrat auf, zeitnah Gespräche mit der Stiftung Sprudelhof und dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) aufzunehmen. Ziel ist ein Beschluss, der ein „möglichst attraktives, gepflegtes und einladendes Außenbild des Areals“ garantiert. Der Forderungskatalog der Freien Wähler ist detailliert und lösungsorientiert. Geprüft werden sollen unter anderem:
Optische Aufwertung: Bauzäune, technische Anlagen und Baustelleneinrichtungen sollen durch hochwertige Verkleidungen, künstlerisch gestaltete Banner oder historische Motive kaschiert werden.
Transparente Kommunikation: Besucher und Passanten müssen proaktiv über die Ziele, die Notwendigkeit und den Zeitplan der Maßnahmen informiert werden – insbesondere im Hinblick auf die sensiblen Brunnenbohrungen. Infotafeln oder digitale Angebote (QR-Codes) könnten hier wertvolle Aufklärungsarbeit leisten.
Erhalt der Atmosphäre: Trotz der Bautätigkeit muss die Aufenthaltsqualität rund um den Sprudelhof gewahrt bleiben, damit das Areal auch weiterhin als Ort der Begegnung und des Stolzes für die Bad Nauheimer fungiert.
Schulter an Schulter mit der Bürgerinitiative - Die Sorgen der Freien Wähler decken sich mit den Analysen der BI „Rettet den Sprudelhof“. Deren Sprecher, Dr. Erik Meyer, hatte bereits in einem dringlichen Schreiben an Bürgermeister Klaus Kreß das momentane Erscheinungsbild und die mangelnde Transparenz beklagt. Die Freien Wähler begrüßen ausdrücklich, dass es hierzu bereits einen konstruktiven Austausch zwischen dem Bürgermeister, der Stiftungsvorsitzenden Melanie Hampl sowie der Projektmanagerin des LBIH, Sina Vorbach, gegeben hat. „Diese Gespräche sind ein erster wichtiger Schritt, doch wir brauchen nun eine verbindliche politische Grundlage, um sicherzustellen, dass den Worten auch Taten folgen“, so die FW-Fraktion. Dass der Dialog in diesen Tagen fortgesetzt wird, bewerten die Freien Wähler als positives Signal für eine gemeinsame Lösung.
Zukunftssicherung im Dialog: „Gemeinsam mit den Bürgern“ - Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam mit den Bürgern“ gehen die Freien Wähler in die kommende Kommunalwahl. Die Forderungen zum Sprudelhof sind dabei beispielhaft für ihr Verständnis von bürgernaher Politik: „Viele andere Städte zeigen erfolgreich, wie Großprojekte durch intelligentes Baustellenmarketing so integriert werden, dass sie nicht als Störung, sondern als sichtbares Zeichen von Fortschritt und Zukunftssicherung wahrgenommen werden“, betonen die Freien Wähler. Man hoffe nun auf die breite Zustimmung der anderen Fraktionen im Stadtparlament. Der Sprudelhof sei als Wahrzeichen für den Tourismus und die lokale Identität zu wertvoll, um ihn hinter tristen Bauzäunen verschwinden zu lassen.


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