Freie Wähler Wetterau haben Fragen zum neuen OVAG Theater

Foto: Freie Wähler Wetterau 

Bad Nauheim
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Mit Verwunderung und deutlicher Skepsis nehmen die Freien Wähler Wetterau die Ankündigung der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) zur Kenntnis, ab Herbst 2026 das Jugendstil-Theater im Hotel Dolce ganzjährig zu pachten und künftig als „OVAG Theater Dolce“ zu betreiben. Was als Marketing- und Kulturprojekt verkauft wird, wirft aus unserer Sicht grundlegende Fragen zur Rolle, zu den Prioritäten und zur Kontrolle eines kommunalen Energieversorgers auf.

Kreisvorsitzender Markus Theis, der selbst in Bad Nauheim wohnt stellt sich die Frage, ob die Ausrichtung von Veranstaltungen, also Eventmanagement zu den Aufgaben eines kommunalen Energieversorgers gehört. „Als Bad Nauheimer muss man sich ja freuen, dass die OVAG der Stadt noch mehr Veranstaltungen und Besucher beschert.“ so Theis. Aber wenn ich Kunde der OVAG in einem Ortsteil von z.B. Gedern bin, müsse man sich fragen, ob das ein Geschäftszweck der OVAG ist. Der klare Auftrag der OVAG ist, die Menschen im Versorgungsgebiet zuverlässig und wirtschaftlich mit Trinkwasser, Strom und Gas zu versorgen. Die Organisation von Varietés, Revuen, Autorenlesungen oder Elvis-Shows mag kulturell reizvoll sein – sie ist jedoch kein Kernauftrag der Daseinsvorsorge. Man muss sich die Frage stellen, warum ein kommunales Unternehmen Aufgaben übernimmt, die klassisch in den Bereich privater Veranstalter fallen.

Es sei eben nicht nur der Kauf der Namensrechte für den Veranstaltungsort, sondern man bespielt diesen auch, mit den damit einhergehenden wirtschaftlichen Risiken.
Damit verbunden ist die Frage, ob ein ganzjähriger Theaterbetrieb inklusive Programmverantwortung und Vermarktung überhaupt vom Unternehmenszweck der OVAG gedeckt ist. Marketingmaßnahmen mögen legitim sein, doch hier entsteht der Eindruck eines eigenständigen Kulturbetriebs. Wir erwarten eine transparente Darstellung, auf welcher rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlage dieses Engagement erfolgt.

Besonders kritisch sehen die Freien Wähler die Frage der Kontrolle. Der Aufsichtsrat der OVAG setzt sich so zusammen, dass keine Oppositionsfraktion des Wetteraukreises vertreten ist. Diese haben die Koalitionäre aus CDU und SPD am Anfang der Legislaturperiode durch die Veränderung des Wahlverfahrens erstmalig so festgelegt. Dies sei auch Gegenstand einer Klage der Freien Wähler und der Grünen um die Rechtmäßigkeit des Ausschlusses der Opposition aus dem Kontrollgremium. Daher wisse die Opposition auch nicht, ob der Aufsichtsrat darüber informiert war, bzw. diesem Pachtvertrag, dessen Konditionen niemand kennt, zugestimmt hat. Wie wurde sichergestellt, dass eine kritische Abwägung von Chancen und Risiken stattgefunden hat? Bislang fehlen jegliche Angaben zur Höhe der Pacht, zu möglichen Investitionen und zu den laufenden Kosten des Theaterbetriebs. Ebenso unklar ist, wer das finanzielle Risiko trägt, falls Veranstaltungen nicht den erhofften Erfolg bringen. Am Ende darf es nicht sein, dass mögliche Verluste von den Kunden der OVAG getragen werden.

Bei einem kommunalen Versorger, der nur in seinem begrenzten Versorgungsgebiet seine Kunden versorgt und i.d.R. dies bei mehr als 85% der möglichen Kunden, ist die Frage, welches Marketing man braucht, das eine solche überregionale Strahlkraft hat. Die Freien Wähler Wetterau fordern Transparenz und eine offene politische Diskussion über dieses Vorhaben. Ein kommunales Unternehmen muss sich an seinem Kernauftrag messen lassen: bezahlbare, sichere und nachhaltige Versorgung der Menschen in der Region. Kulturförderung ist wichtig – sie darf jedoch nicht auf Kosten von Klarheit, Kontrolle und wirtschaftlicher Verantwortung erfolgen. „Es war auch bemerkenswert, dass die Bekanntgabe dieses Vertrages kurz vor Weihnachten erfolgte, wo dies kaum einer wirklich zur Notiz genommen hat, weil man mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt war.“ so Freie Wähler Kreisvorsitzender Markus Theis zum Abschluss der Pressemitteilung.

theisfw kg

Foto: Freie Wähler Wetterau 



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