Neue Bäume für den Goldsteinpark und Stadtwald

Bad Nauheim
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Im Wäldchen des Goldsteinparks und im Stadtwald mussten in den letzten Jahren viele Bäume gefällt werden. Durch die langen Dürreperioden als Folge des Klima­wandels wurden unter anderem Birken, Buchen und Ahorne stark geschwächt. Hier­durch konnte sich die Rußrindenkrankheit, eine Pilzinfektion, ausbreiten. Sie ist ge­sundheitsgefährdend für den Menschen, da sich in der Luft verteilende Sporen schwere Atemwegsprobleme verursachen können.

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Auch der Borkenkäfer, der insbe­sondere Nadelbäume befällt, konnte sich durch die Trockenheit stärker vermehren. Die befallenen Bäume müssen gefällt werden, da die Standsicherheit gefährdet sein kann.

Bürgermeister Klaus Kreß betont: „Jede Fällung tut uns weh, gerade um die sehr al­ten Bäume ist es schade. Die kahlen Flächen wurden und werden aber wieder aufgeforstet. Dazu kooperieren wir künftig mit dem Klimafairein Oberhessen e.V. Unser neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim Dr. Thorsten Reichel hatte die Idee, die Aufforstung gemeinsam anzugehen. Er vertritt privat zusammen mit Unternehmer Mark Philippi aus Mücke den Verein.“ „In meiner neuen Funktion ist es mir auch ein Anliegen, die Stadtwerke künftig weiter ökologisch und nachhaltig auszurichten“, so Dr. Reichel.

Der Klimafairein initiiert Projekte, um sich für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit stark zu machen. So ist das große Ziel, bis 2030 1 Million Bäume für die Region zu pflanzen oder den Bestand zu schützen. Der Verein nimmt dazu Kontakt zu Kommu­nen auf, stimmt mit Grundstückseigentümern geeignete Flächen ab, kümmert sich um Landeszuschüsse und koordiniert die Pflanzaktion. Dabei arbeiten die Mitglieder eng mit den Expert*innen von Hessen-Forst zusammen, die Landesbehörde, die den Wald pflegt und bewirtschaftet.

„Der Klimafairein ist eine Gemeinschaft von Menschen, die erkannt haben, dass man nur gemeinsam etwas für das Klima und den Umweltschutz tun kann und auch tun muss. Dass sich das Klima wandelt, zeigt sich nicht zuletzt an den heißen Sommern und der immensen Trockenheit selbst in den Lagen der Wetterau. Bereits mit kleinen Schritten und gemeinsamen Aktionen kann jeder zu einem Wandel im Denken und Handeln beitragen und das Klima positiv beeinflussen“, erklärt Dr. Thorsten Reichel und ergänzt, „für jede neue Mitgliedschaft pflanzen wir zudem einen Baum.“

Bereits am Montag machten sich der Bürgermeister, Dr. Reichel, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb Steffen Schneider und Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit Matthias Wieliki ein Bild von der geplanten Pflanzfläche im Goldsteinpark. „Hier mussten auf einer Fläche von rund 3.000 Quad­rat­metern aufgrund der Rußrindenkrankheit viele Bäume weg. Der dichte Bestand im Goldsteinpark, angrenzend an das Wohngebiet, wird mit rund 500 Bäumen auf­geforstet“, erläutert Steffen Schneider.

Die groß angelegte Pflanzaktion im Goldsteinpark startet im Herbst 2021, der Stadt­wald ist 2022 an der Reihe. Hier sollen auf einer Fläche von rund 2.000 Quadrat­metern in der Nähe der Waldteiche rund 900 neue Bäume, Elsbeere, Baum­hasel und Feldahorn, gepflanzt werden. Sie eignen sich gut, da sie als klimaresistentere Sorten die Trockenheit besser vertragen. Sobald es die Pandemie zulässt, plant der Verein im Goldsteinpark und Stadtwald gemeinsame Pflanzaktionen mit Bad Nauheimer Bürger*innen, um zusammen mit guter Laune und kleinen Maßnahmen etwas gegen den Klimawandel zu tun. Die Verpflegung der Teilnehmer*innen übernimmt der Ver­ein mit Lunchbags.

„Wir möchten den Klimafairein und damit den Klimaschutz aktiv unterstützen, des­halb sind wir als Stadt und Stadtwerke beigetreten. Es ist für beide Seiten eine Win-win-Situation, da nicht nur der Verein wächst, sondern auch Lücken in unserem Baumbestand geschlossen werden und dies gleichzeitig einen hohen mikro­klimatischen Wert für Bad Nauheim hat“, freut sich der Rathauschef. Kreß weiter: „Diese Maßnahme passt auch perfekt zu uns als ‚Klima-Kommune‘. Die Stadt hat die Charta ‚Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen‘ unterzeichnet und ist damit auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in diesem Monat dem Bündnis beigetreten.“

Der Verein bietet mit dem Programm „fairstehen“ zudem Unterrichtseinheiten, Pro­jekttage, Workshops und Klimacamps an, um das Klima-Engagement von Kindern und Jugendlichen zu stärken und die Umweltbildung in den Schulen und Kitas zu ergänzen. Mehr Informationen gibt es auf www.klimafairein.de.

Foto (von links): Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb Steffen Schneider, Dr. Thorsten Reichel, der den Klimafairein vertritt sowie künftig die Stadtwerke leiten wird, Bürgermeister Klaus Kreß und Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit Matthias Wieliki auf der kahlen Fläche im Goldsteinpark, die aufgeforstet werden soll.

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