FWG: "Mittel für Hochwasserschutz klug einsetzen"

Büdingen
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"Die Sofort-Hilfen wurden auf den Weg gebracht, weitere Not-Hilfen für die Opfer des Hochwassers vom 29. Januar sollen von der Büdinger Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Folgt man den Vorschlägen und Vorstellungen des Magistrates wird Büdingen etwa 1,5 Millionen Euro in die unmittelbaren Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe investieren", so die FWG Büdingen in einer Pressemitteilung.

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"Darin inbegriffen auch die Kosten für Müllentsorgung, Trocknungsgeräte und die noch zu beschließenden Not-Hilfen. Hinzu kommen nochmals etwa 400.000 € Spenden, die bisher bei der Stadtkasse eingegangen sind", schreibt die FWG Büdingen.

„Man spürt, wie sehr alle bestrebt sind, die bestmöglichen Lösungen für die Bürger zu finden“, betont die FWG Büdingen in einer Stellungnahme. „Hierfür möchten wir unseren Dank zum Ausdruck bringen. Er gilt in erster Linie natürlich allen Spendern und Helfern, aber auch den Mitarbeitern in der Verwaltung und der Rathausspitze mit Bürgermeister Erich Spamer und der 1. Stadträtin Henrike Strauch. Schritt für Schritt komme man voran. Wir halten an unserer Überzeugung fest, dass dies alles nur gemeinsam gelingen kann.“

"In den laufenden Haushaltsberatungen gehe es nun auch darum, die notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Dabei konzentriere sich der Blick zunächst auf den Schutz der Hainmauer am Seemenbach. Zu den Beratungen des Haupt- und Finanzausschuss hatte Bürgermeister Erich Spamer eine Eilvorlage eingebracht. Sie sieht einen vorübergehenden Hochwasserschutz entlang der Hainmauer mit Beton-Legosteinen vor. Die Vorteile dieser Maßnahme liegen aus Sicht der FWG Büdingen auf der Hand. Im Hinblick auf die zeitliche Umsetzung, die verbesserte Schutzwirkung, den finanziellen bzw. technischen Aufwand und die Variabilität ist es zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Vorschlag. Einstimmig wurde der Vorschlag des Bürgermeisters durch die Ausschussmitglieder angenommen. Nach einem endgültigen Votum der Stadtverordnetenversammlung könnte das Vorhaben sehr schnell umgesetzt werden", erklärt die FWG Büdingen.

„Die Maßnahmen müssen aufeinander abgestimmt werden und dazu zählen auch die Rückhaltebecken oberhalb von Büdingen und Kefenrod. Beide sind für uns von zentraler Bedeutung. Sie müssen jetzt schnell gebaut werden. Die zentrale Wasserrückhaltung, weitere dezentrale Maßnahmen entlang der Seemenbach-Zuflüsse und natürlich auch die Hainmauer bilden ein integratives System zum Schutz der Bürger. Der Blick einzelner fokussiert sich für uns zu sehr auf die Hainmauer. Es werden historische Beschreibungen und Studien zu Hochwasserereignissen des Mittelalters oder des 17. und 18. Jahrhunderts vorgelegt. Nichts davon sei falsch und die Erkenntnisse sehr wichtig, aber Büdingen ist seit dieser Zeit maßgeblich gewachsen und auch diese neuen Bereiche müssen geschützt werden. Hinzu kommen die vielen weiteren Stadtteile, die es auch adäquat zu schützen gilt. Wenn wir uns mit den notwendigen finanziellen Investitionen beschäftigen, müssen wir es mit einem ganzheitlichen Blick tun. Die Mittel sind begrenzt. Es muss klug überlegt werden in welcher Reihenfolge wir vorgehen“, betonen der Fraktionsvorsitzende Ulrich Majunke und sein Stellvertreter Thomas Appel.

Und weiter: „Mit welchen Maßnahmen erreichen wir möglichst wirksame und nachhaltige Schutzwirkungen? Hierzu wünschen wir uns weitere Auswertungen zum Hochwasserereignis vom 29. Januar. Welche Maßnahmen hätten die Stadt und die Stadtteile geschützt? Wir benötigen Planungsgrundlagen für zukünftige Hochwasserschutzeinrichtungen, ökologischen Wasserbau und Hochwasserschutzkonzept für die gesamte Großgemeinde. Hierfür müssen die notwendigen Finanzmittel in den Haushaltsplan 2021 eingestellt werden und wir wünschen uns, dass die Bürger transparent über die jeweiligen Entwicklungsprozesse informiert werden. Wir müssen den Bürgern konkret sagen, wie wir sie vor weiteren Hochwasserereignissen schützen wollen. Die Rückhaltebecken oberhalb von Büdingen sind für uns gesetzt, eine Lösung für die Hainmauer wurde präsentiert. Konkret möchten wir weitere 400.000 € für eine zentrale Rückhaltung am Kälberbach im Haushaltsplan 2021 vorsehen. Zur Gegenfinanzierung greifen wir den Vorschlag von FDP und Pro Vernunft auf und schlagen ebenfalls die Streichung der Eigenmittel für den Sportplatzbau am Dohlberg vor. Ein solches Vorgehen erscheint uns aktuell sinnvoll, denn eine Verlängerung des Bundesprogramms zum Sportplatzbau steht in den Sternen. In den kommenden Jahren können wir hierzu – auch im Hinblick auf die Landesgartenschau – neue Überlegungen starten. Für den Vorschlag dezentraler Schutzmaßnahmen lobt die FWG Büdingen die Fraktion Pro Vernunft. Ihr Vorschlag ist richtig, es sollten jedoch Hessen Forst und Constantia Forst eng eingebunden werden.“

"Für dezentrale Schutzmaßnahmen möchte die FWG Büdingen weitere 150.000 € im Waldwirtschaftsplan 2021 einstellen. Gleichzeitig brauchen wir Lösungen für den Stadtteil Wolf. In den weiteren Schritten gehe es darum, die bereits geplanten baulichen Schutzvorrichtungen in den Stadtteilen und der Kernstadt umzusetzen. Als Beispiel nennt die FWG Maßnahmen entlang der Stiegelwiese und Eberhard Bauner Allee", schreibt die FWG Büdingen  abschließend.

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