Einblick in die Herausforderungen der Pflegebranche

Foto: D. Imhof

Altenstadt
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Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Dominic Imhof besuchte kürzlich den Pflegedienst Wirsing, um einen tieferen Einblick in die Herausforderungen und Bedürfnisse der Pflegebranche zu erhalten. Begleitet von Andreas, Thomas und Christa Wirsing sowie Christin Hebecker bot dieser Besuch eine Gelegenheit, direkte Einblicke in den Alltag und die Hürden zu gewinnen, mit denen Pflegeeinrichtungen wie Wirsing täglich konfrontiert sind.

Der Pflegedienst Wirsing, seit seiner Gründung im Jahr 2003 eine tragende Säule der Gemeinde, hat kürzlich seine neuen Räumlichkeiten in der Hanauer Straße am Bahnübergang bezogen. Mit einem Team von 86 Mitarbeitern, die etwa 450 Klienten betreuen, und einem täglichen Angebot von bis zu 150 Mahlzeiten im Rahmen von "Essen auf Rädern", stellt der Pflegedienst eine unverzichtbare Versorgungsquelle für die Gemeinde dar. Allerdings stehen sie vor Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Preissteigerungen bei den Lebensmittelbeschaffungen. Durch mehrerer, nicht vermeidbare Preiserhöhungen in den letzten Jahren können sich viele Bedürftige die Mahlzeiten nicht mehr leisten oder zögern, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Tatsache, dass der Pflegedienst als gewerbliches Unternehmen keine Spenden annehmen darf, verschärft die Situation zusätzlich. Ein weiteres Hindernis liegt in den veränderten Ausbildungsrichtlinien für Pflegekräfte, die seit 2020 in Kraft sind. Andreas Wirsing äußerte seine Bedenken über den deutlichen Rückgang der Berufseinsteiger in der Pflegebranche seit dieser Änderung. Die Zusammenfassung verschiedener Pflegebereiche in einem Ausbildungsprogramm hat dazu geführt, dass gerade der Bereich Kinderpflege aufgrund fehlender Einrichtungen nicht bedient werden kann. Viele Auszubildende können den Umfang der Ausbildung nicht bewältigen und brechen vorzeitig ab. Ein weiteres Problem, das angesprochen wurde, ist der hohe Verwaltungsaufwand im Gesundheitsdienst. Trotz des Wunsches nach Bürokratieabbau ist wenig Fortschritt erkennbar, was wertvolle Ressourcen bindet und die Zusammenarbeit erschwert. Die Kommunikation mit Hausärzten gestaltet sich aufgrund von Zeitmangel schwierig. 

In Bezug auf das geplante Ärztezentrum am Ortseingang von Altenstadt wurde ursprünglich erwogen, dass der Pflegedienst Wirsing eine Tagespflege betreiben würde. Aufgrund von Verzögerungen in der Umsetzung, mangelnder Einbindung in die Vorplanung sowie zuletzt aufgrund der fehlenden Nachwuchskräfte für eine personelle Besetzung hat der Pflegedienst jedoch davon Abstand genommen. Ein dringender Wunsch an den Kandidaten ist der Ausbau der Kinderbetreuung, da die aktuellen Betreuungszeiten nicht immer mit den Arbeitszeiten der Pflegekräfte vereinbar sind und starre Abholzeiten Probleme verursachen. Imhof resümierte den Besuch mit dem Eindruck, dass der Pflegedienst Wirsing mit seinem neuen Standort zufrieden ist. Dennoch bleibt der Personalmangel eine Herausforderung. Statt den Zugang zum Pflegeberuf zu erleichtern, erschwert die Regierung durch neue Vorschriften die Bedingungen weiter. “Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels, nehmen immer mehr Menschen die häusliche Pflege in Anspruch. Es ist wichtig, dass die Pflegebereiche hier nicht vor unüberwindbare Herausforderungen gestellt werden”, so die Einschätzung des Bürgermeisterkandidaten. “Mir ist bewusst, dass eine Gemeinde zwar hierauf nur wenig Einfluss nehmen kann. Sie kann aber unterstützend tätig werden”, so Imhof abschließend.



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