Dank der aktuell guten Wasserversorgung die ein oder andere Pflanze im Garten ordentlich groß geworden und Gartenbesitzer*innen beginnen, wieder Form in Sträucher und Stauden zu bringen.
Da die Aufzucht der Jungvögel zum großen Teil abgeschlossen ist, sind Pflegeschnitte im Garten nun wieder problemlos möglich. Der NABU Hessen mahnt allerdings, bei der Grünschnittentsorgung auch an die Natur zu denken. Denn Gartenabfälle gehören nicht in den Wald oder die Feldflur, sie schädigen dort die Böden und verbreiten gebietsfremde Arten. Doch leider werden immer wieder Gartenabfälle im Wald oder am Wiesenrand abgeladen. „Die Entsorgung von Grünschnitt in der freien Landschaft ist verboten und unnötig. Es gibt bessere Lösungen“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Das illegale Abladen von Gartenabfällen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden.
Es gibt viele Möglichkeiten, sinnvoll mit Gartenabfällen umzugehen. Zum einen kann der Grünschnitt – meist bis zu einem Kubikmeter – bei kommunalen Grüngut-Annahmestellen kostenlos abgegeben werden. Dort werden die Gartenabfälle fachgerecht kompostiert. Zum anderen sind Gartenabfälle eine kostensparende Methode, um die Beete im Garten natürlich zu düngen. „Mit einem Komposthaufen oder einem Hügelbeet auf dem Grundstück hat man eine ökologische und preiswerte Alternative zum Kunstdünger und verwandelt seinen eigenen Garten in eine Kreislaufwirtschaft“, erläutert Sommerhage. Holzschnitt kann gegebenenfalls mit einem Häcksler zerkleinert werden. Man kann Rasenschnitt und Blätter aber auch gut zum Mulchen der Beete verwenden. Die Abdeckung schützt den Boden vor Austrocknung und hält ihn locker. Das ist ein guter Bodenschutz bei trockenem Wetter und spart Gießwasser, schützt den Boden aber auch bei starkem Regen vor Erosion. Eine weitere Möglichkeit ist die Entsorgung von Gartenabfällen über die eigene Biotonne.
Bei der illegalen Entsorgung von Grünabfällen sei oft nicht bewusst, dass sie Schäden in Wald und Flur anrichten kann. „Die meisten Waldböden sind von Natur aus nährstoffarm. Eine Entsorgung von Gartenabfällen im Wald gleicht deshalb einer hochdosierten Düngung des Bodens“, so Sommerhage. Während der Verrottung des Gartenschnitts werde viel Stickstoff freigesetzt, der das Wachstum hochwachsender Pflanzen begünstigt und damit lichtliebende Arten wie Veilchen, Maiglöckchen und Orchideen verdrängt. Zudem belaste der gärende Abfall den Boden. „Wem die heimische Natur am Herzen liegt, sollte bedenken, dass schon eine dünne Schicht abgelagerter Gartenabfälle die Vielfalt schädigen kann", appelliert Sommerhage an die Gartenbesitzer*innen.
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