Schock in Marburg: Der Pharmakonzern CSL Behring will am Standort Behringwerke 10 bis 15 Prozent der Belegschaft abbauen; dies wären etwa 400 Arbeitsplätze, die wegfallen sollen.
Das teilte das Unternehmen im Betrieb Anfang der Woche mit. Die Pharmagewerkschaft IGBCE kritisiert die Entscheidung von CSL Behring aufs Schärfste. „Hier wird aus nicht nachvollziehbaren Gründen ein gut arbeitender Standort beschädigt, an dem das Unternehmen viel Geld verdient“, sagt Anne Weinschenk, Leiterin des IGBCE-Bezirks Mittelhessen. „Wie soll die Produktion laufen, wenn 10 bis 15 Prozent der Belegschaft fehlen?“
CSL Behring stellt in Marburg spezielle Medikamente her, unter anderem aus Blutplasma. Sie werden zur Behandlung kranker Menschen dringend gebraucht. Die Auslastung der Produktion ist nach Informationen der IGBCE gut, wirtschaftliche Schwierigkeiten gibt es kaum. „Die Entscheidung zum Arbeitsplatzabbau ist global gefallen“, sagt Anne Weinschenk. „Es geht offenbar nur darum, aus dem Unternehmen noch mehr Profit herauszupressen. Die Mitarbeiter in Marburg sind CSL wohl egal.“
Die Stimmung in der Belegschaft ist schlecht. „Durch den erneuten Stellenabbau am Standort haben die Beschäftigten jedes Vertrauen in den Arbeitgeber verloren, und das kann ich sehr gut verstehen“, sagt Anne Weinschenk. „Für uns als Gewerkschaft ist nicht nachvollziehbar, wie ein Unternehmen auf Grund einer pauschalen globalen Entscheidung, den Headcount zu reduzieren, einen sehr guten Standort und dessen Mitarbeiter dermaßen schädigen und vor den Kopf stoßen kann.“
Die IGBCE wird nun für ihre Mitglieder da sein, den Betriebsrat bei den Verhandlungen mit dem Unternehmen unterstützen und die Gewerkschaftsmitglieder zu ihren Rechten beraten. „Wir empfehlen dem Betriebsrat, einen Wirtschaftssachverständigen zu beauftragen, der alternative Vorschläge ausarbeitet und die Plausibilität dieser Maßnahme hinterfragt“, sagt Anne Weinschenk. „Wir werden die Kürzungspläne von CSL auf keinen Fall einfach hinnehmen. Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen!“
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