Bundeswehr leistet wichtige Hilfe für das Gesundheitsamt

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Seit Anfang Februar sind Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Wetteraukreis im Einsatz, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Anfangs waren sie in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt, um Besucherinnen und Besucher zu testen. In den letzten sechs Wochen unterstützten sie im Friedberger Kreishaus das Gesundheitsamt direkt bei der Kontaktnachverfolgung.

Feldwebel Becker bei der Kontaktnachverfolgung für das Gesundheitsamt des WEtteraukreises.jpg

Landrat Jan Weckler ist voll des Lobes: „Die Soldatinnen und Soldaten haben mit einem außerordentlich hohen persönlichen Einsatz und mit viel Engagement ihren Auftrag wahrgenommen und eine ganz wichtige Unterstützung für das Gesundheitsamt geleistet.“ Einer von ihnen ist Feldwebel Becker. Auf die Nennung des Vornamens verzichten wir aus Gründen des Datenschutzes. Der 33-jährige gelernte Hochbaufacharbeiter ist seit 2012 bei der Bundeswehr und hier beim 9. Feldjägerregiment 2 in Fritzlar stationiert.

Die Aufgabe von Feldjägern ähnelt der Polizei. Sie kontrollieren unter anderem die militärische Ordnung, z.B. im militärischen Straßenverkehr oder ermitteln bei Dienst- und anderen Vergehen von Soldatinnen und Soldaten. „Zu unseren Aufgaben gehört es, das Ansehen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit zu erhalten.“ Feldwebel Becker hat schon mehrere Auslandseinsätze hinter sich. Der Einsatz in der Wetterau ist sein erster ziviler Einsatz. „Wir wurden gefragt, ob wir eine solche Aufgabe übernehmen wollen, und meine Kameraden und ich haben uns gemeldet. Letzten Endes auch, um einen eigenen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten.“

Feldwebel Becker und seine Kameradinnen und Kameraden helfen im Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung. „Wir bekommen eine Liste der Infizierten, rufen an, fragen nach Symptomen, nach Vorerkrankungen, ob die Menschen einer Risikogruppe angehören oder ob sie vielleicht schon geimpft sind.

Dann gilt es, die Kontakte zu ermitteln und entsprechend einzuordnen. Enge Kontaktpersonen werden direkt in die Quarantäne geschickt. Das machen wir telefonisch. Anschließend gibt es dazu noch ein entsprechendes Schreiben. Das ist ein Eingriff in die persönliche Freiheit, aber die meisten Menschen, die wir anrufen, sind einsichtig und verstehen das.

Die Kommunikation mit Menschen, die nicht Deutsch als Muttersprache sprechen, ist manchmal etwas schwierig. Mitunter geht es in Englisch oder, wenn die Menschen nur gebrochen Deutsch sprechen, mit einfachen Worten. Aber stets muss klar sein, dass die Vorgaben der Quarantäne einzuhalten sind. Bislang konnte ich mich auch bei allen verständlich machen. Sicherlich hat das auch mit der Arbeit bei der Bundeswehr zu tun.“

Feldwebel Becker und seine Kameradinnen und Kameraden wohnen in einem Hotel in Friedberg. Ein paar Abende hat es ihn hinaus in die Altstadt gezogen. „Als gelernter Maurer hat mir die Altstadt mit ihren Fachwerkbauten gut gefallen.“ Bei einem Arbeitstag von 10 bis 19 Uhr, dienstags bis samstags, bleibt aber wenig Energie, um noch Ausflüge in die Wetterau zu machen. Am Samstagabend geht es dann zurück zum Standort und erst am Dienstag wieder in die Wetterau.

Die Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt lobte Feldwebel Becker in höchsten Tönen: „Wir haben hier immer die Hilfe bekommen, die wir gebraucht haben, in jeder Lage. Wir konnten alle Kolleginnen und Kollegen ansprechen. Das hat uns sehr geholfen.“ Persönlich ist Feldwebel Becker genauso von der Pandemie genervt wie alle anderen, „aber der Lockdown ist notwendig, um die Pandemie endgültig zu besiegen. Schließlich kämpfen wir hier gegen einen unsichtbaren Feind, wie Landrat Jan Weckler bei der Begrüßung der Feldjäger im Plenarsaal des Friedberger Kreishauses gesagt hat.“

Nach dem Dienst kann Feldwebel Becker gut abschalten. „Man darf nicht den ganzen Tag an Corona denken, sonst wird man ja seines Lebens nicht mehr froh.“ Nach fast fünf Wochen freut er sich aber auch, wieder in den regulären Dienst zu kommen, zurück zu seiner Familie. Feldwebel Becker und seine Kameradinnen und Kameraden haben sicher mit dazu beigetragen, das Ansehen der Bundeswehr zu steigern. „Ihr Einsatz“, so Landrat Jan Weckler, „ist eine echte Unterstützung, und wir sind dankbar, dass die Bundeswehr uns hier spürbar entlastet.“

Foto: Feldwebel Becker bei der Kontaktnachverfolgung im Friedberger Kreishaus.

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