Mit einem Sofortprogramm zur Krisenbewältigung bekämpft das Land Hessen soziale Folgen der Corona-Pandemie.
Im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) werden hierfür insgesamt 41 Millionen Euro investiert. „Wir unterstützen mit dem EU-geförderten Programm vor allem diejenigen, die den rasanten Wandel ohne individuelle Unterstützung kaum bewältigen können und stärken gleichzeitig die hessische Arbeitsmarktförderung“, erklärt Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. Das umfangreiche Programm werde neue Perspektiven eröffnen und zu einer stabilen, nachhaltigeren und digitaleren Erholung des Arbeitsmarkts beitragen.
Zu den geförderten Maßnahmen zählt das Projekt „Ausbildungsvorbereitung 4.0“. Die Träger Arbeit und Bildung e.V., JuKo Marburg e.V. und RDW/Co Trockendock e.V. arbeiten gemeinsam am Aufbau eines Kooperationsnetzwerks zur Qualifizierung, Ausbildungsvorbereitung und -vermittlung für Ausbildungssuchende in den vier Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder und Wetterau. „Unser Ziel ist es, junge Menschen in prekären Lebenssituationen fit zu machen für den Berufsstart. Unser Trägerkonsortium blickt auf gute Erfolge in der Aktivierung, Resilienzstärkung und schließlich Vermittlung in Ausbildung zurück. Unser neues Konzept, das explizit digitale Kompetenzen fördert und Orientierung zu Mangelberufen bietet, knüpft daran an“ erklärt Projektleiterin Angelika Funk. Neben der Qualifizierung der Zielgruppe für den Ausbildungsstart werden im Projekt Ausbildungsstellen akquiriert und mit Hilfe innovativer Tools zur Rekrutierung Ausbildungsverhältnisse vermittelt.
Bei REACT-EU geht es dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) auch darum, innovative Konzepte zu erproben bzw. Strukturen und Netzwerke in der hessischen Arbeitswelt zu entwickeln, die über die Projektlaufzeit hinaus wirken. Bei dem Träger-Netzwerk handelt es sich um eine regionenübergreifend angelegte Fördermaßnahme, die durch ihren Modellcharakter bei innovativen Rekrutierungswegen sowie bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen als good practice in die Fläche wirken soll.
Hintergrund
Dem HMSI stehen zur Bewältigung der sozialen Folgen der COVID-19-Pandemie in Hessen 41 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für inhaltliche Interventionsmaßnahmen zur Verfügung. Im Laufe des Jahres 2022 werden die aus dem Programm REACT-EU („Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“, „Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas“) stammenden Mittel nach aktuellem Planungsstand noch einmal auf dann insgesamt rund 54 Millionen Euro erhöht. Das Projekt „Ausbildungsvorbereitung 4.0“ wird mit rund 800.000 Euro gefördert. Die Projektlaufzeit endet Ende 2022.
Insgesamt 24 Projekte in Hessen werden aus REACT-EU-Mitteln gefördert. In 22 von 26 hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten werden diese Maßnahmen ausgerollt. Sechs der geförderten Projekte sind hessenweit angelegt. „Indem wir mit REACT-EU 24 hessische Projekte unterstützen, setzen wir Impulse, die zu weiteren Förderungen überleiten“, ergänzt Minister Klose. Diese sind im Rahmen der neuen Förderperiode des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) ab Mitte 2022 möglich.
Thematisch bilden die Förderschwerpunkte heute und in Zukunft die zentralen gesellschaftlichen Transformationsprozesse um Digitalisierung, Migration und Nachhaltigkeit ab. So reichen die Projekte von der Sicherung und qualitativen Aufwertung des digitalen Lernens bei Bildungs- und Qualifizierungsträgern über die Förderung digitaler Kompetenzen von Benachteiligten bis hin zur Stärkung der Resilienz von Erwerbslosen und Beschäftigten. Zudem werden innovative Konzepte der beruflichen Sprachförderung und ein gelingender Übergang von der Schule in den Beruf gefördert.
Ausführliche Informationen zum Programm REACT-EU und zu den 24 hessischen Förderprojekten sind abrufbar unter: https://arbeitswelt.hessen.de/foerder-initiative-react-eu/
PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von WETTERAU.NEWS!