Seit September 2016 gibt es im Wetteraukreis das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement geförderte Projekt „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“.

Dieses endet am 31.08.2020 im Wetteraukreis nach vier erfolgreichen Jahren.
„Wir freuen uns, dass der Wetteraukreis die Möglichkeiten hatte, erfolgreich am Bundesprojekt Bildungskoordination für Neuzugewanderte teilzunehmen. Die Arbeit der Bildungskoordination hat dazu beigetragen die Bildungsangebote in unserem Landkreis besser zu vernetzen, Transparenz zu schaffen und auf Bedarfe, insbesondere von neuzugewanderten Frauen, aufmerksam zu machen.“, so Landrat Jan Weckler. Bildungskoordinatorin Anna Möller präsentierte die Ergebnisse zum Abschluss des Projektes kürzlich im Bildungsausschuss und verwies dabei auch auf die erfolgreiche Netzwerkarbeit im Kreis und die vielen engagierten Akteurinnen und Akteure.
Von September 2016 bis August 2018 verlief die erste Förderperiode. Wichtigste Aufgabe war es, eine Übersicht über die vielfältigen Angebote und lokalen Initiativen herzustellen sowie die verschiedenen Bildungsträger miteinander zu vernetzen. Für Zugewanderte ist Bildung und vor allem der Erwerb der deutschen Sprache der Schlüssel zur Integration und Teilhabe. Daher wurde 2017 die erste Bildungskonferenz im Wetteraukreis mit dem Titel „Sprache als Schlüssel zur Integration“ veranstaltet, auf der die unterschiedlichsten Akteure miteinander ins Gespräch kommen konnten. In der Wetterau gibt es eine umfangreiche Landschaft an öffentlichen, privaten und kirchlichen Bildungsträgern, die Angebote für die Zielgruppe der Neuzugewanderten bereitstellen. Daher hat die Bildungskoordination im Dezember 2017 den „Wegweiser zu Bildungs- und Beratungsangeboten“ auf den Weg gebracht, der die verfügbaren Angebote gesammelt darstellt.
Der Fachtag „Integration Geflüchteter Frauen: Teilhabe, Bildung und Arbeit“, den die Bildungskoordination gemeinsam mit anderen Akteur/innen des Wetteraukreises im August 2018 organisierte, bildete den Auftakt zur zweiten Förderperiode. In der zweiten Förderperiode von September 2018 bis August 2020 stand das Thema Integration von Frauen sowie die Erwachsenenbildung im Fokus der Bildungskoordination. Deutlich wurden die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppe Frauen und auch, welche Bedarfe es im Wetteraukreis zu diesem Thema noch gibt. Insbesondere die Betreuung von Kindern erschwert es den Frauen, an Sprachkursen teilnehmen zu können. In der Veranstaltung „Female Empowerment“ im September 2019 bildete daher die Frage, wie Integration von neuzugewanderten Frauen im Wetteraukreis gelingen kann, den Ausgangspunkt. „Im Rahmen des Projektes haben wir versucht, die Ergebnisse dieser Veranstaltungen an die wichtigen Multiplikatoren im Landkreis weiterzugeben. Neben nötigen strukturellen Veränderungen, wie Kinderbetreuung, war es auch wichtig, Transparenz über die Angebote für Frauen zu schaffen und auch mit niedrigschwelligen Angeboten Frauen zu erreichen. Hier haben wir in den vergangenen Jahren im Wetteraukreis einen positiven Trend erlebt“, so die Bildungskoordinatorin Anna Möller. Mit „Ankommen in der Wetterau“ gibt es beispielsweise einen niedrigschwelligen Kurs für Frauen mit integrierter Kinderbetreuung. Zudem organisieren Ehrenamtliche in den Kommunen Frauentreffs.
Die Gewaltschutz-Plakatreihe „Niemand darf…“ gemeinsam mit den Gewaltschutzvereinen, der Sozialarbeit in Flüchtlingsunterkünften, dem Fachdienst Frauen und der Fachstelle Migration Steuerung des Wetteraukreises bildete einen wichtigen Baustein, um neuzugewanderte Frauen zu erreichen. Diese soll Frauen über ihre Rechte in Deutschland informieren und darin bestärken diese wahrzunehmen. Zuletzt stellte Bildungskoordinatorin Anna Möller gemeinsam mit Landrat Jan Weckler und vhs-Leiter Daniel Schütz zudem einen Sammelordner für Neuzugewanderte vor. Darin können alle wichtigen Dokumente der Sprachkursteilnehmer/innen der vhs gebündelt werden, um bei Beratungs- und Vermittlungsgesprächen den Weg in Ausbildung und Arbeit zu erleichtern.
Unterstützung erhielt die Bildungskoordination im Rahmen der bundesweiten Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement durch die Transferagentur Hessen. Diese steht den teilnehmenden hessischen Kommunen als Partner mit Fachtagen, Seminaren, Austauschforen und Beratungen zu relevanten Themen wie Netzwerkarbeit, Marketing oder zur Gestaltung regionaler Bildungslandschaften zur Seite. „Der Wetteraukreis hat in den vergangenen Jahren eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Transferagentur erlebt. Wir konnten wichtige Impulse für unsere bildungspolitische Arbeit mitnehmen“, betonen Weckler und Möller.
„Auf dieser Grundlage können die vielfältigen Kooperationspartner, wie die Sprachkursträger und Ehrenamtlichen, ihre erfolgreiche Arbeit mit den Neuzugewanderten fortsetzen. Die gute Zusammenarbeit und Vernetzung zeigt, dass das Thema nachhaltig implementiert werden konnte“, so Landrat Jan Weckler abschließend.
Foto: Landrat Jan Weckler gemeinsam mit Bildungskoordinatorin Anna Möller und Antje Heerdt, Leiterin des Fachdienstes Volkhochschule und Bildung.
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