Grüne starten mit Ambition und Experten-Rückenwind in 2026

Politik
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Rund 80 Gäste folgten am Samstagnachmittag der Einladung von Bündnis 90/Die Grünen zum Neujahrsempfang, der in diesem Jahr zugleich den offiziellen Auftakt für den Kommunalwahlkampf markierte. Unter dem zentralen Motto „Bad Vilbel ist gut – geht besser“ präsentierte der Co-Vorsitzende Tobias Grabo eine Vision für eine Stadt, die Wachstum durch kluge, nachhaltige Entscheidungen aktiv gestaltet.

Klimaneutralität bis 2035: Ein Zehn-Jahres-Vorsprung für die Quellenstadt

In seiner Rede betonte Grabo, dass angesichts wachsender Politikverdrossenheit aktives Handeln direkt vor der Haustür der beste Gegenentwurf sei. Ein Kernanliegen des vorgestellten Programms ist die Beschleunigung der Energiewende: Die Grünen fordern die Klimaneutralität Bad Vilbels bis 2035 – zehn Jahre früher als von der aktuellen Stadtplanung vorgesehen. „Die bisherigen Pläne sind wenig ambitioniert. Wir brauchen jetzt die konsequente Umsetzung“, so Grabo.

Konkret sieht der „Arbeitsplan“ für Bad Vilbel vor: 

  • Energiewende vor Ort: Eine ambitionierte Ausbauoffensive für erneuerbare Energien soll Photovoltaik auf jedes geeignete Dach bringen. Zudem fordern die Grünen die konsequente Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung und die Nutzung von Abwärme, insbesondere aus den geplanten Rechenzentren.
  • Nachhaltige Mobilität: Ausbau von Schnellladesäulen in allen Stadtteilen sowie die Prüfung einer direkten Straßenbahnverbindung nach Frankfurt.
  • Wohnen & Klima: Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch Leerstandsnutzung und intelligente Nachverdichtung bei gleichzeitigem Schutz von Grünflächen und Fokus auf Energieeffizienz.

Rückenwind aus Berlin und der Wissenschaft

Unterstützt wurde der Auftakt durch prominente Gastrednerinnen. Dr. Anna Lührmann, Landesvorsitzende der hessischen Grünen und Bundestagsabgeordnete, mahnte zur Entschlossenheit: „Rückgrat, Anpacken und Zusammenhalt sind auf lokaler Ebene genauso entscheidend wie in der Bundespolitik. Wir müssen beim Klimaschutz dringend Kurs halten – und wir können das gemeinsam hinbekommen.“ Einen wissenschaftlich-ökonomischen Impuls setzte Hannah Helmke, Gründerin von right. based on science. Sie plädierte dafür, Klimaschutz nicht als Last, sondern als strategische Notwendigkeit für künftigen Wohlstand zu begreifen. Helmke schlug vor, die Erwärmungszahlen (wie das 1,5°C-Ziel) als messbare Leitplanken für lokale Innovationen zu nutzen. "Die entscheidende Frage ist nicht: Wer ist schuld? Sondern: Woher kommt unser künftiger Wohlstand in einer Welt, die sich gerade fundamental neu ordnet?“, so Helmke.

Ein Arbeitsplan für die Zukunft

Tobias Grabo fasste das Wahlprogramm als konkreten Arbeitsplan zusammen: „Wir wollen ein Bad Vilbel, das ökologisch stark, sozial gerecht und wirtschaftlich solide ist. Eine Stadt, die mutig genug ist, neue Wege zu gehen, und klug genug, Bewährtes zu bewahren.“



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