Mit ihrem eingebrachten Vorschlag für eine neue Trägerstruktur und einer langfristig tragfähigen Finanzierung haben die Freien Wähler im Wetteraukreis einen wichtigen Impuls für die aktuelle Entwicklung rund um das Tierheim Wetterau gesetzt.
Dass die Stadt Bad Nauheim und ihr Bürgermeister Klaus Kreß den angekündigten Rückzug aus der Tierheim-Solidargemeinschaft nun vorerst aussetzen, wird von der Kreistagsfraktion der Freien Wähler ausdrücklich begrüßt. Nach dem Ausstieg der Stadt Reichelsheim bestand die reale Gefahr, dass weitere Kommunen kurzfristig folgen könnten – mit unabsehbaren Folgen für den Fortbestand des Tierheims. Genau aus dieser Sorge heraus hatten die Freien Wähler ihre Idee einer neuen Träger- und Finanzierungsstruktur zeitgleich an den Vorstand des Tierheims und an den Kreistag herangetragen. Ziel war es, den Kommunen Zeit zu verschaffen und einen geordneten, gemeinsamen Lösungsprozess zu ermöglichen. „Unser Ansatz war von Beginn an darauf gerichtet, die Solidargemeinschaft zusammenzuhalten“, erklärt Herbert Weber für die Kreistagsfraktion der Freien Wähler. „Wenn mehrere Kommunen aus finanzieller Not heraus gleichzeitig den Rückzug antreten, ist das Tierheim als Ganzes gefährdet. Das wollten wir unbedingt verhindern und vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung des Bad Nauheimer Bürgermeisters ein gutes Signal.“
Besonders positiv bewerten die Freien Wähler auch, dass der Vorstand des Tierheims – wie in einem aktuellen Zeitungsartikel dargestellt – diesen Lösungsvorschlag aufgegriffen hat und nun neue Wege prüft. Dazu gehört aus Sicht des Vorstands ausdrücklich auch das Ziel, den geplanten Neubau wirtschaftlicher und kostengünstiger zu realisieren. „Dass der Vorstand bereit ist, sowohl die Finanzierungsfrage als auch die Baukosten kritisch zu hinterfragen, ist ein verantwortungsvoller Schritt“, betont der Freie Wähler und Ortenberger Bürgermeister Markus Bäckel. „Die Kombination aus einer neuen Trägerstruktur und einer realistischen Betrachtung der Baukosten bringt alle Beteiligten näher an eine Lösung, die dauerhaft tragfähig ist.“ Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen wird der Antrag der Freien Wähler im Kreistag weiter beraten. Dabei geht es ausdrücklich nicht um zusätzliche finanzielle Mittel des Wetteraukreis. Ziel ist vielmehr, dass der Kreisausschuss seine besondere Netzwerk- und Koordinierungsfunktion stärker wahrnimmt und aktiv bei den Kommunen für eine neue Trägerstruktur wirbt.
Für Herbert Weber steht bei allen strukturellen und finanziellen Fragen eines klar im Mittelpunkt – das Tierwohl: „Bei Haushaltszahlen und Modellen dürfen wir nie vergessen, worum es eigentlich geht“, sagt Weber. „Es geht um Tiere, die Schutz brauchen und keine Lobby haben. Eine stabile Lösung für das Tierheim ist kein Luxus, sondern Ausdruck unserer Verantwortung als kommunale Gemeinschaft.“ Der eingeschlagene Weg zeigt: Wenn politische Impulse aufgenommen werden und Verantwortung vor den Schnellschuss gestellt wird, kann aus einer angespannten Situation eine gemeinsame, zukunftsfähige Lösung entstehen – zum Wohl der Kommunen, des Kreises und vor allem der Tiere.

Herbert Weber
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