Wer wissen will, warum dies so ist und wer einschlägige Beispiele kennenlernen möchte, der sollte Rolf Müllers neuestes Buch „Habgier – Karriere einer Todsünde“ lesen. In lockerem, manchmal fast ironischen Erzählton, der im bewussten Gegensatz zu dem ernsthaften Thema steht, spannt der Autor einen Bogen von der Antike bis in unsere Zeit. Gewidmet hat er dieses Werk den vielen Menschen, die tagtäglich pflichtbewusst ihrer Arbeit nachgehen, ohne dafür außergewöhnliche Zuwendungen zu erhalten und zu erwarten.

Dabei greift der promovierte Gelnhäuser Germanist nicht nur auf Mythen der Philosophie und Religion zurück, sondern er beschreibt auch brandaktuelle Fälle wie den Dieselskandal, die Wirecard-Kriminellen, die Cum-Ex-Jongleure, Fußball-Millionäre oder Menschen, die „Steueroasen“ nutzen, um Steuerzahlungen im eigenen Land zu „verkürzen“. Rolf Müller hält es für ein modernes Phänomen, dass die allgemeine Verachtung der Habgier in einigen Parallelwelten vor allem in den Chefetagen zu bröckeln begonnen hat, ja sogar in offene Bewunderung umgeschlagen zu sein scheint.

Nach seiner Ansicht ist dieses Verhalten kein individuelles Problem, sondern habe das Zeug zu erheblichem gesellschaftlichen Sprengstoff. Hinter allen Beispielen steht für ihn die Frage, was Menschen bewegt, immer noch mehr zu wollen, immer noch mehr zu konsumieren und immer noch mehr Vermögen anzuhäufen, anstatt ein Genug zu akzeptieren. Rolf Müllers Buch soll keine Anklage oder gar eine moralische Keule sein, sondern sie hat eher das Potenzial, nicht nur ein Spiegel der bitteren Selbsterkenntnis sondern zugleich der Hoffnung zu sein.

Müller *1947, Gymnasiallehrer, in der Vergangenheit und bis heute in verschiedenen Ehrenämtern aktiv, hat bislang mehrere Bücher veröffentlicht, darunter „Lieber Handkäs´ als Worstcase“, eine Hommage an die deutsche Sprache und zwei Bände „Alte Gelnhäuser erzählen“. Das aktuelle Buch „Habgier – Karriere einer Todsünde“ ist im LIT-Verlag erschienen und für 29,90 Euro in jeder Buchhandlung erhältlich.

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