Autor Horst Decker liest aus seinem Nachkriegs-Roman „Kericht"

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Deutschland in der unmittelbaren Nachkriegszeit: Nichts ist wie vorher. Die wenigsten Menschen sind vorbereitet auf das, was kommt. Die Jahre von 1945 bis 1949 waren eine ungewisse Zeit mit „wenig Kontrolle und viel Hoffnung", meint Horst Decker. Der Wetterauer Autor hat sich intensiv mit den Jahren zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Bundesrepublik beschäftigt. Daraus ist sein neues Buch „Kericht" entstanden, aus dem er anlässlich des Jubiläums „75 Jahre Grundgesetz" am 21. Mai im Kreishaus lesen wird.

737 Seiten umfasst das Werk – die vier Jahre, in denen sich entschied, wohin die Reise im neuen Deutschland sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben gehen würde, sind nicht mal eben so abzuhandeln. Horst Decker beschreibt die prägende Zeit an Hand der Geschichte eines jungen Ehepaares, das auch kaum auf dieses Leben vorbereitet war. Es gab kein Geld, keine Rohstoffe, keinen Wohnraum, kaum Nahrung und keine Sicherheit.

Der Autor selbst ist 1947 geboren. Er habe schon während der Zeit an der Universität festgestellt, dass seine Generation unter der Sprachlosigkeit der eigenen Eltern gelitten habe, sagt der studierte Physiker: „Ich habe meinen Jahrgang schon von weitem an der Körperhaltung erkannt." Das weckte in ihm das Interesse herauszufinden, was die Eltern verschwiegen, was sie traumatisiert und geprägt hatte. Zunächst sammelte Horst Decker neben seiner beruflichen Tätigkeit in der Wohnmobilbranche mehr als eintausend Objekte und Dokumente der Nachkriegsjahre. Die Sammlung wurde in verschiedenen Museen quer durch die Bundesrepublik gezeigt. Nun ist aus all diesen Erkenntnissen und Geschichten, die der leidenschaftliche Hobby-Historiker zusammengetragen hat, ein Roman entstanden.

Landrat Jan Weckler betont die Wichtigkeit der Beschäftigung mit dieser Zeit: „Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit einem Grundgesetz, das bis heute für unser Zusammenleben und unsere demokratischen Werte maßgebliche Richtschnur ist, war eine prägende Zeit. Mit dieser Lesung wollen wir anknüpfen an den 75. Geburtstag unseres Grundgesetzes, sensibilisieren für die Jahre der Entstehung und zugleich einen Bogen schlagen in die Gegenwart, in der vieles Gewohnte nicht mehr selbstverständlich scheint. Gerade in solchen Zeiten gilt es, daran zu erinnern, dass unsere Verfassung uns vor Willkür schützt, genauso wie wir dazu aufgerufen sind, unsere Verfassung zu schützen."

Die Lesung findet am 21. Mai (Dienstag) im Kreishaus, Gebäude A (Foyer), statt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Besucherinnen und Besucher können das Werk im Anschluss an die Lesung kaufen und sich signieren lassen.



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