Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind: Dieser Grundsatz hat viele Jahre gegolten, vor allem in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland. Kaum eine Erfindung hat das Land ab den 1950er Jahren dermaßen geprägt wie das Auto. Der Auto Boom in Deutschland nach 1950 wurde oft als Teil des Wirtschaftswunders bezeichnet. Er markierte den Übergang vom Auto als Luxusgut zum Massenverkehrsmittel.
Insbesondere die 1950er und 60er Jahre sahen einen rapiden Anstieg der PKW-Zulassungen und eine zunehmende Motorisierung der Gesellschaft. Für uns Kinder wurde die Straße gefährlicher. Sie war nicht mehr unser Spielplatz. Parkende Kraftwagen nahmen uns den Platz Beschädigungen der Straßenkreuzer und eigene Verletzungen waren vorprogrammiert. Die vorbeifahrenden Flitzer vertrieben uns letztendlich ganz und der Ruf nach Spielplätzen wurde lauter. Aber, das Automobil brachte auch mehr Beweglichkeit. Die Welt wurde kleiner. Man kam schneller nach Hanau oder Gelnhausen. Auch Ausflugsziele, ob nah oder fern, waren erreichbar. Besonders an Feiertagen und an Wochenenden. Und in den Ferien fuhr so mancher dann nach Österreich oder Italien in den Urlaub. Ja, der Personenkraftwagen war das Aushängeschild für den neu gewonnenen Wohlstand. Er war Symbol der neuen Freiheit. Der VW Käfer wurde zum Symbol des Wirtschaftswunders und machte Automobile für viele erschwinglicher.
Ja, es mag ein Klischee sein, das sich hartnäckig hält. Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Samstags ist Autowaschtag. Früher noch auf der Straße vor dem Haus. Heute ist das verboten. Und tatsächlich, wer an einem Samstag-Vormittag das emsige Treiben an den Waschstraßen unseres Landes schon einmal beobachtet hat, der kann schnell den Eindruck gewinnen, dass es sich hier um ein ganz besonderes inniges Verhältnis handeln muss. Denn mit welcher Akribie, Sorgfalt und Hingabe der automobile Bundesbürger die Karosserie seines Straßenkreuzers auf Hochglanz bringt, ist doch bemerkenswert. Egal, ob Familie oder Freundin, sonntags wird das Auto von seiner saubersten Seite präsentiert und allen vorgeführt. Für manche ist es Heilig. Schon ein kleiner Kratzer bringt großen Verdruss. Ja, da ist Schluss mit lustig.
In Deutschland besitzen etwa 43 Millionen Menschen einen Führerschein. Das entspricht rund 92% der erwachsenen Bevölkerung. Allerdings gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: Bei Männern ist der Anteil der Führerscheininhaber höher als bei Frauen. Zudem machen jüngere Menschen tendenziell später ihren Führerschein als früher. Die Gesamtzahl der Führerscheine, die im Fahrerlaubnisregister des Kraftfahrt-Bundesamtes erfasst sind, liegt bei etwa 54 Millionen. In Deutschland besitzen etwa 77% der Haushalte mindestens ein Auto. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung, sind das über 49 Millionen zugelassene PKW, was einer Fahrzeugdichte von etwa 580 PKW pro 1.000 Einwohner entspricht. Die Gesamtzahl der zugelassenen PKW in Deutschland lag Anfang 2024 bei über 49 Millionen, so das Kraftfahrt-Bundesamt.
Ich wünsche allzeit viel Spaß beim Putzen und Polieren des eigenen Wagens! Ei Gude, wie!
Zum Autor
Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (73) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von WETTERAU.NEWS!


