Trara, die Post ist da!?

Ei Gude wie
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Wer kennt das Lied noch? „Trara, die Post ist da, trara, die Post ist da! Von weitem hör ich schon den Ton, sein Liedlein bläst der Postillon. Er bläst aus voller Kehle, er bläst aus froher Seele. Die Post ist da, trara, trara, die Post ist da, trara.“ So klingt die 1. Strophe von „Das Lied von der Post“. Es ist ein deutsches Volks- und Kinderlied, dessen Text von Rudolf Löwenstein (1819–1891) nach einer überlieferten Weise 1846 verfasst wurde.

Der Text erschien zuerst in Löwensteins Gedicht-Zyklus "Der Kindergarten" (Kindergedichte). Das Lied ist auch unter der Anfangszeile "Trara, die Post ist da" bekannt. Aufgrund der jüdischen Abstammung des Verfassers war das Lied in der Zeit des Nationalsozialismus teilweise verpönt. So viel zum Lied "Trara, die Post ist da!“.

Noch vor Jahren konnte man es täglich singen. In den letzten Jahren kam die Post gefühlt schon nicht mehr täglich, so 4 bis 5 Mal. Seit diesem Jahr ist es amtlich, die Post kommt nicht mehr täglich. Höchstens dreimal die Woche. Das gilt für die Briefpost. Der Paketdienst DHL, der ja Konkurrenz hat, bringt die Pakete sehr zeitnah.

Ja, die Post hat zum 01.01.2025 das Briefporto auf 95 Cent erhöht und dabei die Postkarte gleichgeschaltet. Die kostet jetzt das Gleiche. Und als Sahnehäubchen, sozusagen, hat sie sich noch von der Politik die Erlaubnis geholt, Briefsendungen nicht mehr täglich zuzustellen. Sie lässt sich da jetzt mehrere Tage Zeit. Ich beobachte diesen Rückschritt in die Zeit der Postkutschen im 18. Jahrhundert sehr genau. Es kommt schon regelmäßig vor, dass Briefe, auch von Behörden, an einem Tag datiert werden, sagen wir im Briefkopf steht der 10. März, und drei Tage später laut Einlieferungsstempel mit Datum vom 13. März zur Post gelangen und dann eine Woche später am 20. März im häuslichen Briefkasten landen. Ich dokumentiere den Eingang mittlerweile grundsätzlich, in dem ich das Eingangsdatum mit Uhrzeit, da die Post oft nach 14 Uhr und später kommt, auf dem Umschlag. Ein Skandal.

Und es kommt noch schlimmer. Rufst du dann bei der absendenden Firma an, bekommst du gesagt, du seist mit der Rechnung seit 17. März in Verzug, da zahlbar innerhalb einer Woche. Da glaubt dir keiner. Zum Glück habe ich ein funktionierendes Telefaxgerät. Das beste und modernste, was Deutschland zurzeit zu bieten hat. Und obendrauf: Versuchen Sie mal, eine Reklamation bei der Post loszuwerden. Ein Tipp: Da gibt es eine Bonner Nummer aus dem Posttower. Bei der Deutschen Post können Sie sich telefonisch unter 0228 4333112 (montags bis freitags 8-18 Uhr, Samstag 8-14 Uhr) beschweren. Klappt auch.

Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass die Politik ihre Bürger immer wieder verkauft. Angeblich leben wir in einer sozialen Marktwirtschaft. Wieso werden dann Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert? Hier wird ein Unternehmen mit staatlicher Unterstützung auf Kosten und zu Lasten der Bevölkerung subventioniert. Ei Gude, wie!

Zum Autor

Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (72) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



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