Uhrenausstellung im Friedberger Kreishaus

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Landrat Jan Weckler (CDU) hat dieser Tage eine Ausstellung mit Uhren eröffnet. Sie stammen aus der Reparaturwerkstatt von Wolfang Kirchner, der viele Jahre lang im Ortenberger Stadtteil Bergheim ganz privat Uhren gesammelt und repariert hat. Gelernt hat Wolfgang Kirchner sein Uhrenhandwerk nicht. Von der Ausbildung her ist er Schreiner und hat sich in der ehemaligen DDR als Modellbauer qualifiziert.

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Nach der Wende kam er aus Erfurt in den Westen und landete zuerst bei einem Messebauunternehmen, später bei einem Modellbauer und dann für einige Jahre als Arbeitsanleiter in einer sozialen Einrichtung auf dem Herrenhaag bei Büdingen. Krankheitsbedingt ging er vorzeitig in Rente, wollte aber noch gerne weiter arbeiten und so widmete er sich den Uhren, die er schon zu DDR-Zeiten für Kolleginnen und Kollegen repariert hat.

Mund-zu-Mund-Propaganda führte ihm Kunden aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet zu. Bis aus Frankfurt kamen Menschen, um Wolfgang Kirchner ihre liebgewonnenen Zeitmesser zur Reparatur zu bringen. Seit einigen Jahren wird sein Augenlicht schlechter. Eine Makuladegeneration wird langfristig zu einer vollständigen Erblindung führen. Die filigranen Arbeiten an einer Uhr kann Wolfgang Kirchner nicht mehr machen.

Seine Wohnung in Ortenberg-Bergheim gleicht einem Uhrenmuseum. Einige seiner schönsten Stücke vor allem Tischuhren, Pendeluhren, eine Schiffsuhr und eine Industrieuhr sind jetzt im Friedberger Kreishaus in den Vitrinen zu sehen. Viele der Uhren hat Wolfgang Kirchner auf Flohmärkten in desolatem Zustand gekauft und sie wieder hergerichtet. Ersatzteile bekam er von einem Großhändler in Stuttgart. Wenn an einem hölzernen Gehäuse etwas fehlte, war das für den Modellbauer Wolfgang Kirchner überhaupt kein Problem. „Ich konnte fast alles reparieren“, erinnert er sich. Einige der Uhren sind Reparaturstücke, die von ihren Besitzerinnen und Besitzern nicht mehr abgeholt wurden. Viele von ihnen waren schon alt und hatten wohl kein Interesse mehr.

Landrat Jan Weckler freut sich, „wenn Menschen mit ihrem Verwaltungsanliegen zu uns kommen und bei dieser Gelegenheit mit Werken regionaler Künstlerinnen und Künstler oder eben auch einer solchen Präsentation konfrontiert werden. Ich danke Wolfgang Kirchner für seine Bereitschaft uns seine Exponate für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.“ Die Ausstellung mit Uhren aus der Werkstatt von Wolfgang Kirchner ist während der Öffnungszeiten des Friedberger Kreishauses montags bis mittwochs 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr zu sehen. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich an der Pforte anzumelden.

Foto: Landrat Jan Weckler und Wolfgang Kirchner bei der Eröffnung der Ausstellung.


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