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Thema der Ausstellung ist das Leben in den 15 Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die letztlich 1991 von den verbliebenen Staaten Russland, Belarus und Ukraine aufgelöst wurde. Vorher schon waren es die baltischen Staaten, die mit einer friedlichen Revolution die Diktatur beendeten. Der Wetteraukreis hat in den 90er Jahren zahlreiche humanitäre Hilfstransporte nach Litauen organisiert und die Menschen in ihrem Unabhängigkeitsbestreben unterstützt. Die Ausstellung zeigt auf 20 großformatigen Tafeln den Alltag nach dem Kommunismus und wie die 15 Nachfolgestaaten den historischen Wandel durchlaufen haben. Geographisch reicht der Blick von Osteuropa über den Kaukasus bis nach Zentralasien. Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf den sozialen Ausnahmezustand jenes Jahrzehnts, in dem die Menschen den Härten des Staatszerfalls und einem Markt ohne Recht ausgeliefert waren.

Die Lebensverhältnisse und die Wanderungsbewegungen werden nachvollzogen. Der Raubzug der Mafia und die Selbstbereicherung früherer Funktionäre, die das Staatseigentum privatisierten, sind ebenso Themen der Ausstellung, wie die ethnischen Konflikte und regionalen Kriege. Manche Staaten haben sich zu Autokratien entwickelt, andere sind demokratisch geprägt und mittlerweile Mitglied der Europäischen Union. Konsum- und Popkultur, ökologische Altlasten, Frauenemanzipation und bemerkenswerte Fortschritte im Bereich der Digitalisierung sind ebenfalls Gegenstand der Ausstellung. Das Konzept der Ausstellung sowie die Texte stammen von Jan C. Behrends vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Kurator der Ausstellung war Ulrich Mählert. Herausgeber der Ausstellung ist die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Internetplattform dekoder.org. Die Ausstellungstafeln sind mit QR-Codes versehen, mit deren Hilfe man zu weiteren Informationen, Filmen, Ton- und Textdokumenten gelangt.

Die Ausstellung Post-sowjetische Lebenswelten ist im ersten Obergeschoss (Gebäude B) des Friedberger Kreishauses am Europaplatz, montags bis donnerstags, von 8 bis 16:30 Uhr, und freitags bis 14 Uhr, zu besichtigen. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung werden gebeten, sich am Empfang anzumelden.

Foto: Landrat Jan Weckler hat dieser Tage die Ausstellung „Post-sowjetische Lebenswelten“ eröffnet.

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