Bischöfin Hofmann fordert Impfstoff für Afrika

Hessen
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Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ermutigt zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus. Sie appelliert an alle Menschen, die die Möglichkeit einer Impfung haben, diese auch wahrzunehmen – auch als Zeichen der Solidarität.

„Denn wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere“, sagt Bischöfin Dr. Beate Hofmann. Sie mahnt indes, in der Debatte um sinkende Impfbereitschaft nicht zu übersehen, dass die Pandemie in anderen Teilen der Welt weiter wütet. „Die afrikanischen Länder benötigen zur Bekämpfung der Pandemie dringend Impfstoff“, so die Bischöfin. Die EKKW fordert die Politik daher auf, alle Maßnahmen zu ergreifen, um ausreichend Impfstoffe zur Verfügung zu stellen und diese gerecht zu verteilen. Eine „Zwei-Klassen-Impfung“ dürfe es nicht geben.

„Das private und öffentliche Gesundheitssystem ist kollabiert“
Mit Bestürzung nimmt die Landeskirche die Schilderungen aus ihren Partnerkirchen wahr. Seit mehreren Jahrzehnten pflegt sie Partnerschaftsbeziehungen nach Übersee, unter anderem auch zu evangelischen Kirchen in Namibia und Südafrika. „Das südliche Afrika erlebt derzeit eine humanitäre Katastrophe“, erläutert Pfarrer Bernd Müller, der zuständige Partnerschaftsreferent der Landeskirche: Der Mangel an Impfstoffen, rasant steigende Infektionszahlen, Krankheits- und Todesfälle bringen Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger mit sich. Die rund 2,5 Millionen Einwohner zählende Bevölkerung Namibias verzeichnet bislang mehr als 113.000 Infektionen; nur 1,3 Prozent der Bevölkerung sind geimpft. „Das private und öffentliche Gesundheitssystem ist kollabiert“, berichtet der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia, Sageus Keib. Die Partnerkirche bittet dringend um finanzielle Hilfe. Sie ist, wie auch die EKKW, Mitglied der internationalen Kirchengemeinschaft der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), die einen Nothilfe-Fonds für alle 39 Mitgliedskirchen weltweit aufgelegt hat. Darüber hat die EKKW nun 25.000 Euro aus Katastrophenmitteln bereitgestellt und über die VEM an Namibia weitergeleitet.

Neben Namibia ist auch Südafrika stark von der Pandemie betroffen
Nicht nur Namibia ist stark von der Pandemie betroffen, auch in Südafrika zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, erläutert Müller: Von den knapp 60 Millionen Einwohnern sind bereits 2,3 Millionen mit dem Coronavirus infiziert gewesen; die Impfquote liegt aktuell bei 2,8 Prozent. Unter den mehr als 67.000 Corona-Toten ist auch der Bischof der südafrikanischen Partnerkirche der EKKW, Job Ubane. Sein Referent „Chaplain“ Morwaeng Motswasele berichtet: „Wir sind als Kirche schwer von der Pandemie und dem Lockdown getroffen.“ Wegbrechende Einnahmen, Arbeitslosigkeit, aber auch die Einsamkeit der Infizierten und Sterbenden traumatisierten die Gemeindeglieder. „Wir sind gefordert, Seelsorge und Beistand zu ermöglichen, dürfen aber keine Hausbesuche machen“, schildert Motswasele. Hinzu kommen blutige Unruhen, die einige Regionen Südafrika jüngst erschütterten. EKKW-Partnerschaftsreferent Müller resümiert: „Auch wenn Südafrika mehr Impfstoffe bereitstellen kann als Namibia, brauchen unsere Partner in Zeiten verschärfter Lockdown-Maßnahmen finanzielle Ressourcen, um betroffenen Familien zu helfen.“

Landeskirche ruft zu Spenden für notleidende Partnerkirchen auf
Um den Menschen der Partnerkirchen in Namibia und in Südafrika in der großen Not finanziell zu helfen, hat die Landeskirche ein Spendenkonto eingerichtet.
Empfänger: Landeskirchenamt Kassel
Spendenkonto Konto: IBAN: DE 33 5206 0410 0000 0030 00
Verwendungszweck: Spende „Namibia“ bzw. „Südafrika“ Z3330 00 005
Weitere Informationen auch unter www.vemission.org

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