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Anlass für den Besuch war die Besichtigung des derzeit in der Sanierung befindlichen Mönchhauses. Der Verein für Denkmalpflege Mönchshausen-Espenau e.V. gründete sich bereits im Jahr 2010 und verschrieb sich voll und ganz dem Erhalt des um 1210 erbauten Gebäudes. Für das jahrelange erfolgreiche Engagement ist der Verein für den diesjährigen Ehrenamtspreis im Hessischen Denkmalschutzpreis nominiert worden. Der Besuch des Europastaatssekretärs hatte daher zwei Ziele. Zum einen das herausragende Engagement des Vereins, seiner Mitglieder und der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer zu würdigen. Zum anderen aber auch, sich vor der Preisverleihung im September einen persönlichen Eindruck von dem Vorhaben zu verschaffen. 

„Ich bin echt beeindruckt, was hier in den letzten Jahren erreicht worden ist. Seit über 10 Jahren arbeitet der Verein an der Instandsetzung des historischen Anwesens. Vermutlich ist es mit über 800 Jahren auch das älteste noch erhaltene Gebäude in Espenau. Wenn die Arbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden, dann hat der Verein nicht nur ein Stück Geschichte wieder zum Leben erweckt, sondern auch gezeigt, dass Ehrenamt und Denkmalschutz gute Partner sind. Sie haben ein Stück historisches Erbe gerettet und dazu gehört Leidenschaft, Durchhaltewillen und sehr viel Kreativität“, sagte Mark Weinmeister.

„Sie, Ihre Arbeit und damit das ganze Projekt sind zu recht für den Ehrenamtspreis im Denkmalschutzpreis nominiert. Dabei haben Sie nicht nur etwas Historisches neu belebt, sondern Sie haben auch etwas für die Gemeinschaft vor Ort gemacht. Denn mit dem Mönchehof erhält die Gemeinde Espenau auch ein Identifikationsobjekt. Das verbindet und wenn Sie später an dem Gebäude vorbeikommen, dann wissen Sie, dass nicht nur rund 230.000 Euro in diese Maßnahme geflossen sind, sondern auch über 7.000 Stunden handwerkliche Eigenleistung durch die Mitglieder des Vereins geleistet wurden. Das ist eine unglaubliche Leistung, zu der ich Sie einfach nur beglückwünschen kann“, sagte der Europastaatssekretär.

Zum Projekt:
Das Mönchshaus entstand vermutlich um 1210 im romanischen Stil und schützte mit seinen teilweise über einem Meter starken Wänden den Besitz der Mönche. Teile der ursprünglichen Bausubstanz sind heute immer noch erhalten und machen das Mönchshaus damit zum ältesten Gebäude von Espenau.

Im Wandel der Zeit wurde der Gutshof als Staatsdomäne und das Mönchshaus zu einem Wohnhaus umgenutzt. Als in den 1980er Jahren der Bau der neuen Hauptstraße den ehemaligen Gutshof zerschnitt, wurde nicht nur der Ortskern radikal zerstört, sondern auch das Bewusstsein für den Ursprung des Ortes. Das Mönchshaus geriet in Vergessenheit, seitdem stand es leer und war dem Verfall überlassen worden. Das Haus wurde zum Zeitpunkt des Instandsetzungsbeginns von der Öffentlichkeit als Ruine wahrgenommen und allgemein wurde der Abriss erwartet bzw. gefordert.

Am 08.06.2010 wurde daher der „Verein für Denkmalpflege Mönchshaus“ gegründet mit dem Ziel, das Kulturdenkmal Mönchshaus in Espenau-Mönchehof zu erhalten und denkmalgerecht instand zu setzen. Der Verein ist Eigentümer des Hauses inklusive des entsprechenden Grundstücksanteils. Das Gebäude soll nach der Sanierung vermietet und die Einnahmen in den Erhalt des Hauses reinvestiert werden. Die Instandsetzungsmaßnahmen begannen 2011 und sollen im Sommer 2021 abgeschlossen werden.

Gefördert und unterstützt wurde das Projekt durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, die Gemeinde Espenau und den Landkreis Kassel. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen 230.000 Euro.

Foto: Europastaatssekretär Mark Weinmeister mit Mitgliedern des Vereins und Vertretern des Denkmalschutzes vor dem Mönchehof in Espenau (Fotografin: Patricia Welp, Bildrechte: Hessische Staatskanzlei)

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